Die Chance auf einen internationalen Titel war selten so groß wie in dieser Saison. Mit Ausnahme von Manchester United und Olympique Lyon, die beide für Borussia in Topform ebenfalls schlagbar gewesen wären, befindet sich kein europäisches Schwergewicht mehr im Wettbewerb um den Europa-League-Titel. Wenngleich dieser in der öffentlichen Wahrnehmung keinen allzu großen Stellenwert mehr einnimmt, wäre er für Borussia und ihre Fans eine tolle Krönung der überragenden letzten Jahre gewesen. Dieser Traum ist gestern Abend auf höchst unsanfte Weise durch das unglückselige 2:2 gegen Schalke 04 geplatzt.

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Schalke 04Die lange Geschichte tragischen Gladbacher Scheiterns in europäischen Wettbewerben ist um ein Kapitel reicher. Durch zwei überaus unglückliche Gegentore kam die Borussia zuhause gegen Schalke 04 über ein 2:2 nicht hinaus. Die Schalker ziehen damit dank des mehr erzielten Auswärtstores ins Viertelfinale ein. Gladbacher Chronisten können den sattsam bekannten Schlagwörtern Büchsenwurf und van der Kroft künftig um die Begriffe Maulwurfshügel und Clattenburg ergänzen.

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Die Winterpause war kurz – zu kurz offenbar für die Spieler von Borussia Mönchengladbach, die sich entschieden, nach den dürftigen Auftritten beim Telekom-Cup am Darmstädter Böllenfalltor ein weiteres Testspiel zu absolvieren. Dies war jedenfalls der Eindruck, der sich beim dürftigen 0:0 über weite Strecken aufdrängte.

Dabei ließ sich das Pflichtspiel-Debüt von Dieter Hecking gut an. Die Fohlenelf startete so überlegen wie lange nicht in ein Auswärtsspiel und wollte dem Spiel von Anfang an ihren Stempel aufdrücken. Selbst der umstrittene Jonas Hofmann, der sich überraschend in der Startelf wiederfand, trug zum guten Beginn bei mit einer schön herausgearbeiteten Torchance und einer tollen Vorlage auf Raffael, der freistehend aus 5 Metern den Torhüter anschoss. Dies sollte die größte Torchance der Partie bleiben, die im Anschluss merklich verflachte.

Den weiteren Spielverlauf gestalteten die Lilien ausgeglichener. Insgesamt hatte Borussia zwar die etwas zwingenderen und zahlreicheren Torchancen. Sie bot aber viel zu wenig gegen eine Darmstädter Mannschaft, die sich kämpferisch, aber wenig bundesliga-tauglich präsentierte.

Mit zunehmender Spieldauer war erkennbar, dass die Borussen den Druck des unerwarteten Abstiegskampfs spüren und sich davon sichtlich beeindrucken lassen. Ein Leitwolf der Marke Martin Stranzl oder Tomas Galasek wäre das, was die Mannschaft jetzt am allernötigsten hätte. Da dieser aber in einer Mannschaft allzu vieler Indianer nicht in Sicht und ein weiterer Transfer nicht angedacht ist, dürfte es noch eine sehr mühselige Saison für Borussia und ihren neuen Trainer werden.

Am Ende des letzten Hinrundenspieltags steht ein Punkt, den man sportlich erst in einigen Wochen wird einordnen können. War es ein erster Schritt nach vorne, dass phasenweise verbesserte Ansätze zu erkennen waren – und das auch noch in einem fremden Stadion? Oder war die Harmlosigkeit gegen einen zweitklassigen Gegner ein weiterer Beleg für die spielerischen Defizite, die der Borussen-Kader inzwischen aufzuweisen scheint?

Darmstadt: Esser – Sirigu, Milosevic, Sulu, Holland – Heller, Gondorf, Vrancic (82. Jungwirth), Rosenthal (70. Niemeyer), Guwara – Colak (88. Schipplock)

Gladbach: Sommer – Jantschke, Christensen, Vestergaard, Wendt – Hofmann (70. Hahn), Kramer, Dahoud, Hazard – Raffael (80. Simakala), Stindl

Gelbe Karten: Niemeyer – Jantschke

Bayer LeverkusenWas für ein Samstagabend! In Leverkusen konnten die vormaligen Gladbacher Auswärtsdeppen einen 0:2-Pausenrückstand drehen und gewannen verdient mit 3:2. Schon vor dem Rückstand hatten die Borussen mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung überzeugt und die besseren Chancen gehabt. Zweimal unbedarftes Verhalten bei Leverkusener Eckbällen aber reichte und die Partie schien doch die gewohnt deprimierende Richtung zu übernehmen. Erst stand Vestergaard schlecht, dann konnte Bellarabi den von Calhanoglu raffiniert hereingeschlagenen Balll ebenso ungestört verlängern wie Chicarito vollenden.

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Mit einer verdienten 1:2-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg ist das überschaubar erfolgreiche Fußball-Jahr 2016 für die Fohlenelf in angemessener Weise zuende gegangen. Gleichzeitig hat die Amtszeit von André Schubert mit diesem Abend einen unwürdigen Abschluss gefunden. Seine Fohlenelf half ihrem Sportdirektor mit einer über weite Strecken erschreckend uninspirierten Leistung, die längst überfällige Entscheidung in den nächsten Tagen ohne Gesichtsverlust bekannt geben zu können.

Nachdem die Leistungen der einstigen Mannschaft in den letzten Spielen immer katastrophaler ausgefallen sind, war zuletzt selbst dem letzten Kontinuität-Befürworter klar geworden, dass Schubert nicht über diesen Winter hinaus zu halten sein wird. Die Ablösung wird daher schon vor der Partie festgestanden haben, zumal die Spatzen bereits seit Tagen von den Gladbacher Dächern pfeifen, dass mit Dieter Hecking in den nächsten Tagen ein neuer Trainer im Borussia-Park vorgestellt werden soll.

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