Energie CottbusIn einem seiner vielen ausgesprochen lesenswerten Artikel brachte es Christoph Biermann auf den Punkt: Die Erwartungshaltung in Gladbach sei deshalb so viel höher als anderswo, weil man hier nie aufgehört habe, die Ankunft der Neuen Gladbacher Fohlen (NGF) zu ersehnen. Eine Erlösungshoffnung also - religiöse Versatzstücke sind ja nichts Ungewöhnliches im Fußball, wo schnell mal der Fußballgott angerufen oder ein heiliger Rasen beschworen wird. Zu solch einer Hoffnung gehört nun zwangsläufig eine messianische Figur, und dafür hat die Borussia zu Beginn dieser Saison gleich zwei Kandidaten zu bieten. Der eine, aus der Ferne eingetroffen und dabei passenderweise vom Himmel eingeschwebt, soll dem Offensivspiel Flügel verleihen, der andere den Geist der Original Gladbacher Fohlen (OGF) weitertragen, zu denen er einst selbst gehörte.

Borussia

Freilich: Dass ein Trainer mit OGF-Vergangenheit nicht zwingend die NGF heranzüchtet, dafür lieferte Jupp Heynckes' Vorgänger desillusionierendes Anschauungsmaterial. Wer fußballerische Qualität einzig und allein am Tabellenplatz misst, dem mag die letzte Saison zwar als beste seit Jahren erschienen sein. Wer sich aber an die spielerische Hilflosigkeit erinnert, die die Mannschaft allzu häufig und vor allem in der Fremde befiel, der weiß, wie weit der Verein davon entfernt war, die Sehnsucht nach den NGF zu stillen.

 

Heynckes bot hier zumindest die Verheißung einer neuen Spielphilosophie. Mutiger, attraktiver und hoffentlich auch erfolgreicher sollten die Borussen spielen. Eine bemerkenswerte Reihenfolge: Niemand wird ja ernsthaft erwarten, dass der Verein jemals wieder fünf Meisterschaften in acht Jahren holt. Aber könnten die Spieler endlich etwas jenes mutigen und spielfreudigen Offensivgeists beleben, mit dem die OGF in den Siebzigern zum Gegenmodell der zweckrationalistischen Münchner Bayern wurde, dann könnte Borussia ein Stück ihrer Identität zurückgewinnen. Romantischer ausgedrückt: Sie könnte die eigene Seele wiederfinden, und vielleicht wäre das viel wichtiger als die Frage, ob man am Ende Achter oder Dreizehnter wird.

So weit, so erbaulich. Das Blöde an Heilserwartungen ist nur, dass Glaubenseifer schnell in Verteufelung umschlägt, wenn auf Verheißungen nicht umgehend Wunder folgen. Heynckes' Ansinnen, als Fußball-Lehrer im besten Wortsinne die Qualität der vorhandenen Spieler zu erhöhen, verdient jedes Lob. Dass dies allerdings ein langwieriger Prozess werden wird, dafür lieferten die Vorbereitungsspiele teilweise gruselige Indizien. Nach wie vor bietet der Kader zu viel spielerisches Mittelmaß, als dass man eine gut sortierte Abwehr einfach über den Haufen rennen könnte. Insofern wären die Jünger der NGF gut beraten, zwar den Kirch auf den Platz, die Kirche aber im Dorf zu lassen, falls die Saison gegen die Defensivspezialisten aus Cottbus holpriger startet als erhofft.

Borussias Defensive

Fünf Positionen in der Defensive darf man als fest vergeben ansehen. Dazu zählen neben Borussias Torwart und neuem Spielführer sicher auch José Zé António und Bo Svensson. Die beiden Innenverteidiger agierten zwar nicht in allen Testspielen so souverän, wie man sich das wünschen würde, sind aber gerade nach Jeff Strassers Ausmusterung vorerst konkurrenzlos. Nachdem Filip Daems definitiv ausfällt, hat sich auch die Variante mit einem vorgezogenen Marcell Jansen für Samstag erübrigt, so dass der Jungnationalspieler links hinten verteidigen wird. Rechts dagegen bleibt abzuwarten, ob Heynckes die größere Erfahrung Kaspar Bøgelunds oder die explosive Schnelligkeit Oliver Kirchs höher bewerten wird.

Vergeben ist schließlich zumindest eine Position im defensiven Mittelfeld. Eugen Polanski zeigte in den Testspielen zwar durchwachsene Leistungen - mit Stärken in Balleroberung und Laufpensum einerseits, einer Neigung zu unnötigen Fouls und Fehlpässen andererseits. Da aber auch keiner der Alternativkandidaten restlos überzeugen konnte und Heynckes' Wertschätzung für Polanski bekannt ist, wäre es eine große Überraschung, wenn der U21-Nationalspieler am Samstag nicht in der Startformation stehen sollte. Entscheidet sich Heynckes erneut für den Doppelsechser, käme als Polanskis Partner der verletzte Sebastian Svärd zwar noch nicht in Frage, dafür aber Peer Kluge und nach den jüngsten Auftritten immer mehr der erfahrene Thomas Helveg. Für den Dänen würde neben Erfahrung und Ruhe am Ball die Wertschätzung sprechen, die er im Team genießt und die jüngst durch den Wahl in den Mannschaftsrat unterstrichen wurde. An Führungsspielern hat das Team ja durchaus noch Nachholbedarf. Bernd Thijs und Robert Flessers dagegen wird man wohl nur Außenseiterchancen auf einen Platz in der Startelf einräumen.

Borussias Offensive

Dass Federico Insua die Kunst des zentimetergenauen Anspiels ebenso beherrscht wie die des Überraschungsmoments, konnte er in der Vorbereitung immerhin andeuten. Leider waren seine Mitspieler bisweilen nicht weniger überrascht als die Gegner. Dass Insua nach dem langen Hickhack um seinen Wechsel und der entsprechend verzögerten Ankunft noch zu wenig ins Spiel eingebunden wird, ist verständlich, ob sich das ändern wird, eine der entscheidenden Fragen der Saison. Ob der Argentinier nun (in einem Rautenmittelfeld) hinter den Spitzen, (im System mit Doppel-Sechser) vom linken Flügel oder gar als hängende Spitze her wirkt - die alleinige Last des Kreativspiels wird er ohnehin nicht tragen können. Jansen könnte hier mit seinen Vorstößen aus der Defensive hilfreich wirken; vor ihm eventuell Kluge, auch wenn Heynckes erklärtermaßen die Außenbahn nicht als Idealposition des Ex-Chemnitzers ansieht. Rechts hatte man sich einiges vom jungen David Degen versprochen, der vor allem mit Odonkor-hafter Schnelligkeit die gegnerische Abwehr aufreißen sollte. Nachdem sich der Schweizer aber bislang kaum entscheidend in Szene setzen konnte, ist das Rennen um den Startplatz auf seiner Position völlig offen. Inzwischen ist neben Nando Rafael und Michael Delura überraschenderweise selbst Hassan El Fakiri wieder im Rennen.

Rafael und Delura kämen auch als Sturmpartner des unangefochtenen Oliver Neuville in Frage, während Vaclav Sverkos zwar weiterhin viele Sympathien genießt, leistungsmäßig aber weiterhin stagniert. Kahê kommt zwar inzwischen offenbar an mehr Buffets vorbei als noch vor einem halben Jahr, an den Gegenspielern aber immer noch zu selten. So bleibt das Warten auf Wesley Sonck, wenngleich dessen Verletzungsserie allmählich Lindenstraßen-ähnliche Dimensionen annimmt. Auch am Samstag wird Sonck sicher noch ausfallen, und da sich die Leistungen der anderen Kandidaten in der Vorbereitung nur punktuell unterschieden, könnte Heynckes' bekannte Vorliebe für Michael Delura den Ausschlag geben.

Der Gegner aus Cottbus

Wer die Cottbuser zu früh abschreibt, könnte sich wundern. Schon nach dem letzten Aufstieg als sicherer Absteiger gehandelt, verbrachte der Verein dann doch drei Jahre in der Bundesliga. Auch diesmal ist das Team für Überraschungen gut; vor allem im Stadion der Freundschaft wird noch so mancher Favorit Federn lassen.

So oder ähnlich beginnen derzeit eine Menge Artikel über den FC Energie Cottbus. Meist wird dann behauptet, dass alle Experten dem Team den Abstieg prophezeien, mit alleiniger Ausnahme des jeweiligen Verfassers. Bisweilen wird auch unterstellt, hinter den skeptischen Prognosen verberge sich eine Geringschätzung des gesamten ostdeutschen Fußballs - der eigene, wohlwollendere Bericht wird so gewissermaßen zum verbalen Solidaritätszuschlag.

Natürlich: Eine Mannschaft, die genug Qualität für den Aufstieg hat, sollte auch in der nächsthöheren Spielklasse nicht chancenlos sein. Insofern sind Nachrichten über den quasi bereits vollzogenen Abstieg von Energie Cottbus stark übertrieben. Dennoch gibt es Gründe, warum der Verein es diesmal noch schwerer haben könnte als nach dem letzten Bundesligaaufstieg. Damals hatte die Mannschaft drei Trümpfe auf der Hand: die Defensivstärke, die fanatische Atmosphäre im heimischen Stadion, schließlich die spielentscheidenden Geniestreiche eines Vasile Miriuta. Von diesen dreien ist heute zwar die Defensivstärke geblieben. Im Stadion der Freundschaft aber zeigte sich das Publikum in der letzten Saison trotz Heimstärke nörgeliger und ungeduldiger als noch vor einigen Jahren. Insbesondere bei einer Niederlagenserie könnte der einstige Vorteil also auch ins Gegenteil umschlagen. Fraglich ist schließlich, ob Neuverpflichtung Jiayo Shao im Mittelfeld zur ähnlich dominanten Figur werden kann wie einst Miriuta. Die bisherigen Eindrücke sprechen eher dagegen.

Dennoch: Für Borussia ist Energie ein unangenehmer Auftaktgegner, nicht nur weil Aufsteiger ja oft noch Rückenwind aus den Erfolgsserien der zweiten Liga in die ersten Bundesligaspiele nehmen. Dieser eine verbleibende Trumpf - die Defensivstärke - könnte den Borussen sehr zu schaffen machen, denn wie schwer sich die Heynckes-Elf derzeit mit dem Erarbeiten von Torchancen tut, war in den Testspielen zu besichtigen. Dagegen kommen die Cottbuser mit der Empfehlung einer gänzlich niederlagenlosen Vorbereitung, darunter ein sehr respektables Remis gegen Atletico Madrid. Umgekehrt allerdings gelangen Siege nur gegen unterklassige Gegner.

Cottbuser Defensive


Während in Gladbach die Nummer Eins unangefochten feststeht, war beim Gegner lange unklar, wer am Samstag im Tor stehen würde. Der letztjährige Stammtorwart Tomislav Piplica - bei der Wahl zum kuriosesten Eigentor in einem Spiel mit Gladbacher Beteiligung müsste er sich nur Joachim Stadler geschlagen gegeben - sah sich ernsthafter Konkurrenz des aus Berlin verpflichteten Gerhard Tremmel gegenüber. Auch wenn dieser in der Vorbereitung Punkte sammeln konnte, traf Trainer Petrik Sander nach dem letzten Testspiel die „schwierigste Entscheidung [s]eines Lebens" im Sinne Piplicas.

Schon länger vergeben ist dagegen die Rolle des Abwehrchefs: Sie und die Kapitänsbinde übernahm Kevin McKenna, nachdem Gregg Berhalter die Cottbuser Richtung Münchner Löwen verlassen hatte. Gerade bei Standardsituationen wird Borussia auf die kopfballstarken Energie-Verteidiger im Allgemeinen und McKenna im Besonderen aufpassen müssen. In der letzten Spielzeit lief der 33-fache kanadische Nationalspieler wechselweise als Verteidiger und als Stürmer auf und trug mit zehn (!) Treffern maßgeblich zum Aufstieg bei. Als McKennas Partner in der Innenverteidigung war eigentlich der Mazedonier Igor Mitreski vorgesehen, der erst vor zwei Wochen von Beitar Jerusalem verpflichtet wurde, aber schnell überzeugt hat. Erst vor zwei Tagen aber ist den Verantwortlichen klargeworden, dass Mitreski noch ein letztes Spiel einer Rotsperre abzusitzen hat, die er sich in Israel einhandelte und die nach FIFA-Statuten eben auch für die Bundesliga gilt. Zwar bemüht sich die Cottbuser Vereinsführung derzeit um eine Ausnahmegenehmigung. Da dafür aber keine sportrechtliche Grundlage ersichtlich ist, wird Mitreski am Samstag aller Voraussicht nach zuschauen müssen. Für die Innenverteidigung lässt sich das Problem schnell lösen, denn Petrik Sander wird dort nun sicher auf Mariusz Kukielka setzen. Für den Polen, vor der Saison aus Dresden verpflichtet, war ohnehin ursprünglich ein Stammplatz in der Viererkette vorgesehen, erst nach Mitreskis Unterschrift wechselte Kukielka ins defensive Mittelfeld.

Eben dort muss Sander nun umbauen, wenn Kukielka nach hinten rückt. Für die zwei defensiven Mittelfeldspieler im derzeit bevorzugten 4-2-3-1-System kämen dann in erster Linie Tomasz Bandrowski, Daniel Gunkel oder Timo Rost in Frage. Für Bandrowski und Gunkel würden dabei ihre Qualitäten im Spielaufbau, für Rost dagegen Erfahrung und starke Leistungen in der Vorbereitung sprechen. Überraschenderweise wird von Cottbuser Seite auch der in Gladbach wohlbekannte Lawrence Aidoo genannt. Wenn die offizielle Vereinshomepage von einer Position spricht, die Aidoo „in Gladbach vor Jahren sicher niemand anvertraut hätte", dann kann man schwer widersprechen. 

Bleiben die Außenverteidigerpositionen, von denen die linke an den Brasilianer Sidney Santos di Brito, kurz Sidney vergeben ist. Rechts würde im Normalfall sein Landsmann Vragel da Silva verteidigen, der aber zum Saisonauftakt noch gelb-rot-gesperrt ist. In der Vorbereitung testete Petrik Sander daher mit Marco Küntzel einen alten Gladbacher Bekannten. Der gelernte Stürmer wurde von Arminia Bielefeld verpflichtet, wo er in der letzten Saison zwar nur drei Pflichtspieltreffer erzielte, von denen allerdings gleich zwei gegen seinen neuen Arbeitgeber. Zum Rechtsverteidiger umfunktioniert, zeigte Küntzel durchwachsene Leistungen, so dass sich Sander offenbar für Zoltan Szelesi entschieden hat. Zumindest begann der Ungar, der nach Mittelfußbruch monatelang ausgefallen war, im letzten Spiel der Saisonvorbereitung, einem torlosen Remis gegen den spanischen Zweitligisten UD Las Palmas. Zuvor hatte Sander angekündigt, in diesem Test schon die Startelf für Gladbach aufs Feld zu schicken.

Cottbuser Offensive

Dass Energies Stärken in der Offensive liegen, wird auch in Cottbus kaum jemand behaupten. Im Spielaufbau hatte die Mannschaft oft erhebliche Probleme, gefährlich ist sie aber bei Standards und Kontern. Falls Borussia nicht gerade ein, zwei schnelle Tore gelingen sollten, steht am Samstag also ein Geduldsspiel bevor:  Bei allem offensiven Bemühen wird sich das Heynckes-Team davor hüten müssen, den vermutlich tiefstehenden Cottbusern ins offene Messer zu laufen. Ihre Konterstärke verdanken die Lausitzer maßgeblich dem pfeilschnellen Sergiu Radu. Im letzten Jahr war der zuvor in Deutschland weitgehend unbekannte Stürmer der zentrale Glücksgriff der Cottbuser auf dem Transfermarkt; mit  zwölf Treffern wurde der junge Rumäne zum Topscorer des Teams.

Man hofft bei Energie, bei einem Landsmann Radus ein ähnlich glückliches Händchen gehabt zu haben: Der dribbelstarker Vlad Munteanu soll die linke Seite beleben und tat das in der Vorbereitung auch mit mehr Licht als Schatten. Sein Pendant auf dem rechten Flügel könnte Marco Küntzel sein, falls der nicht rechts hinten gebraucht wird, oder Stiven Rivic, auch er ein Neuzugang. Wie für Küntzel ist auch für Rivic das Spiel in Gladbach in gewisser Hinsicht ein Wiedersehen, denn der Kroate verbrachte ein Jahr bei den Amateuren von Schalke 04, als die Profiabteilung von einem gewissen Jupp Heynckes trainiert wurde. Auch Lawrence Aidoo wäre in dieser offensiveren Rolle vorstellbar. Im offensiven Mittelfeld ruhen die Hoffnungen auf Jiayi Shao, mit 250.000 Euro teuerster Neuzugang. Der aus München gekommene Chinese zeigte sich in der Vorbereitung zwar laufstark und engagiert, ohne aber spielerisch die ganz großen Impulse zu setzen.

Was Jürgen Klinsmann sein Tim Borowski war, ist Petrik Sander sein Steffen Baumgart: erster Einwechselspieler, gewissermaßen elfeinhalbter Mann. Für den 34-jährigen Angreifer, immerhin der Spieler aus dem aktuellen Kader mit den meisten Bundesligatoren, ist im 4-2-3-1 zwar kein Platz in der Startelf. Je nach Spielverlauf könnte Sander aber auf ein Sturmduo Radu-Baumgart umstellen. Auf der Bank wartet auch ein Lars Jungnickel, während Francis Kioyo noch für die ersten fünf (!) Pflichtspiele der neuen Saison gesperrt ist.

Schiedsrichter

Anhänger der Borussia haben insgesamt nur wenig Anlass, sich über Peter Gagelmanns Schiedsrichterleistungen zu beklagen. Zwar bleibt als negativer Höhepunkt das 2:2 in Leverkusen aus der Saison 2002/03 in Erinnerung, als Gagelmann nach einer ansonsten tadellosen Leistung Bierofkas Handspiel unmittelbar vor dem Ausgleich übersah. Immerhin war Gagelmann war Manns genug, seinen Fehler hinterher ausdrücklich zu bedauern. Weitgehend souverän leitete er dagegen die Gladbacher Partien in Kaiserslautern und zuhause gegen Hannover in der vergangenen Saison. Einzig beim vorerst letzten Heimspiel gegen die Pfälzer unterliefen ihm zwei Patzer, die er aber gerecht auf beide Seiten verteilte: Einerseits verweigerte er der Gastmannschaft einen Elfmeter, andererseits ließ er deren Stürmer Altintop trotz rotwürdigen Revanchefouls weiterspielen.

Bilanz

Ungeschlagen ist Borussia gegen Energie Cottbus sowohl in Bundesliga- als auch in Zweitligapartien. Umgekehrt konnte man die Lausitzer auch nur einmal besiegen, das dafür in der Saison 2002/03 sehr überzeugend, als Felgenhauer und Ulich schon nach sechs Minuten trafen und van Hout nach zweiundzwanzig Minuten den 3:0-Endstand herausschoss. Dass selbst zwei frühe Treffer nicht zwingend zum Sieg reichen müssen, erfuhr Borussia dagegen in der Saison 1999/2000, als Helbig und Miriuta innerhalb von vier Minuten die Führung egalisierten, die Asanin und van Lent in der Anfangsviertelstunde erarbeitet hatten. Am Ende der Saison schnappten die Cottbuser bekanntlich Hans Meyers Team knapp den dritten Aufstiegsplatz weg.

Aufstellungen

Borussia: Keller - Bøgelund, Svensson, Zé António, Jansen - Polanski, Kluge - Rafael, Insua - Neuville, Delura.
Ersatz: Heimeroth (Tor), Kirch, Levels, Daems, Helveg, Flessers, Thijs, Degen, Compper, Kahê, Sverkos.
Es fehlen: Melka (zu den Amateuren versetzt), Strasser (nicht berücksichtigt), Svärd, Sonck (beide verletzt).

Cottbus: Piplica - Szelesi, Kukielka, McKenna, Sidney - Bandrowski, Rost - Rivic, Shao, Munteanu - Radu.
Ersatz: Tremmel (Tor), Küntzel, Kanik, Schöckel, Gunkel, Schuppan, Ziebig, Aidoo, Jungnickel, Neumann, Baumgart.
Es fehlen: da Silva, Mitreski, Kioyo (alle gesperrt), Dworrak (nicht berücksichtigt).

Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Assistenten: Matthias Anklam (Buchholz), Sascha Thielert (Buchholz)
Vierter Offizieller: Markus Kuhl (Köln).

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Christoph Clausen: In einem über weite Strecken schwachen Spiel setzt sich die Borussia am Ende etwas glücklich mit 1:0 durch. Jupp Heynckes wird hinterher völlig zu Recht betonen, dass spielerisch noch viel Arbeit wartet.

Thomas Zocher: Einen Zentimeter trennte 1912 in Stockholm den Griechen Tsiklitiras vom Amerikaner Adams, zur Freude Tsiklitiras gleichwohl, denn damit sicherte er sich die olympische Goldmedaille. Während Adams Landsmann Mike Powell fast achtzig Jahre später nachwies, dass man mit geübtem Anlauf 8,95 Meter als Weite erreichen kann, hüpfte Tsiklitiras seine 3,37 Meter noch aus dem Stand. Der Unterschied, ob man etwas aus der Bewegung oder eben nicht aus der Bewegung machen kann, wird offensichtlich. Da der Ligaauftakt für Borussia eher einem Kaltstart gleicht, wird man den Aufsteiger also nicht bezwingen, sondern am Ende mit einem 1:1-Remis leben müssen.

Michael Heinen:
Die letzten Testspiele machen nicht wirklich Mut für den Saisonstart. Es wird noch einige Zeit dauern, bis es Jupp Heynckes gelingt, seinem neuen Team seine Handschrift zu verpassen. Da kommt ein undankbarer Aufsteiger wie Energie Cottbus zum Auftakt nun wahrlich ungelegen. Diese werden sich gemütlich in ihrer eigenen Hälfte verbarrikadieren und nur sehr sporadisch zu kontern versuchen. Eine Spielweise, mit der sich jede Mannschaft - speziell aber unsere Borussia - schwer tut. Es wird ein Geduldspiel werden, das kaum allzu schön anzusehen sein wird. Am Ende reicht uns aber ein genialer Paß von Insua, der mit Ausnahme dieser Szene weitgehend blaß bleibt, um am Ende doch noch 1:0 zu gewinnen.

Mike Lukanz: Oh weh´, das erste Saisonspiel. Vorbei und vergessen sind Trainingsberichte, Transfergerüchte, Trainerinterviews und....Mist, mir fällt nichts mehr mit "T" ein. Zumindest wird all dies vergessen sein, wenn um 15:30 Uhr der Anpfiff erfolgt. Blicke ich nüchtern auf alle Faktoren: chronisch schwache Saisonstarts, unangenehmer Gegner, großer Druck, kritische Fans, Heimspiel, dann ergibt sich der Tipp für dieses Spiel fast von selbst, denn Borussia wird 4:1 gewinnen und damit die Tabellenführung erklimmen. Und nein, ich zitiere nun nicht die Geschichte vom 1. Spieltag der Saison 1998/99.

Hans-Jürgen Görler: Viel zu viel Zeit ist seit dem 34. Spieltag der vergangenen Saison ins Land gegangen. Das mit der WM gefüllte Sommerloch war zwar passabel, aber ohne Bundesliga fehlt einem doch etwas. Die Borussia wird ihre Fans am 1. Spieltag zwar nicht allzu sehr verwöhnen, für ein 2:0 gegen den Aufsteiger aus Cottbus wird die noch verbesserungswürdige Kunst am Ende jedoch schon reichen.

Christian Heimanns:
Los geht´s, ab jetzt kann die Mannschaft beweisen, dass Testspiele eben nur solche sind. Da ich das selber mehrfach zu Protokoll gegeben habe, tippe ich ein 2:0 für uns.

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