Ganze 16 Sekunden reichten aus, um sämtliche Testspielergebnisse und Trainingseindrücke der letzten Wochen vergessen zu machen. Nach 16 Sekunden standen am Samstag mit Radu und Munteanu ausgerechnet die beiden torgefährlichsten Cottbuser völlig frei vor unserem Tor. Ein Vorgeschmack auf das, was uns wenig später eine bittere und verdiente Niederlage einbringen sollte. Die Hoffnung darauf, dass im neuen Jahr alles besser werden würde, entpuppte sich letzten Endes als zu naiv, was aber keineswegs überrascht. Die Probleme der Borussia sind viel grundsätzlicherer Natur, als dass sie sich innerhalb eines knappen Monats würden lösen lassen. Seit der Quasi-Entlassung von Hans Meyer 2003 hat sich eine Reihe von Fehlentwicklungen in unserem Verein angehäuft, was sich langsam aber sicher seinem traurigen Höhepunkt annähert. Da trifft es sich gut, dass an diesem Dienstag ausgerechnet jener Hans Meyer mal wieder die Borussia beehrt. Doch bei aller Verbundenheit mit unserem Verein, die der FCN-Coach stets anklingen lässt, wird er kaum bereit sein, uns in dieser schwierigen Situation mit hergeschenkten drei Punkten weiterzuhelfen.
 
Borussia:
Als wäre die Lage nicht schon schlimm genug, spielt sich auch im Umfeld Borussias ein einziges Trauerspiel ab. Vom Boulevard ist nichts Anderes zu erwarten, als die auflagenträchtige Misslage durch übertriebene und falsch dargestellte Ausführungen zusätzlich anzuheizen. Da kann man bei Borussia noch zig Mal auf etwaige Fragen nach dem vermeintlichen „Königs-Ultimatum“ klarstellen, wie es der Präsident tatsächlich gemeint hatte. Die Wahrheit klingt nicht spektakulär genug und muss daher zum Wohle der Sensationsgier ein wenig gedehnt werden. An solcherlei Mechanismen ist man mittlerweile leider gewohnt und der einigermaßen gebildete Borussen-Fan sollte dies möglichst mit Ignoranz abstrafen. 

Schlimmer dagegen, was sich teilweise im Borussen-Fanlager abspielt, das von einigen in schönster Kindergarten-Tradition in rosarote Schönfärber und tiefschwarze Miesmacher aufgeteilt wird. Dazwischen darf es per Definition nichts geben. Die Art und Weise, wie sich in diversen Internet-Foren darüber gestritten wird, wer jetzt womit Recht gehabt haben möchte, ist fast genauso beschämend wie Borussias Auftritte auf dem Platz. 
 

Jeder darf sich momentan seinen ganz persönlichen Sündenbock herauspicken. Ob Dick Advocaat, Horst Köppel oder Jupp Heynckes. Ob Christian Hochstätter, Peter Pander oder Rolf Königs. Sie alle tragen Mitschuld an der Lage, in der wir uns heute befinden. Mit welchem Anteil lässt sich weder für Außenstehende noch für Vereins-Insider mit Genauigkeit bestimmen. Es bringt uns aber auch nicht allzu viel weiter, denn zurückblicken hat noch nie weitergeholfen. Wir müssen die aktuelle Situation analysieren und da stehen die aktuellen Verantwortlichen naturgemäß in der Pflicht, sich für die aktuelle Situation zu verantworten. Jupp Heynckes hatte aufgrund seiner Vergangenheit in unserem Verein lange Zeit ungewöhnlich viel Kredit, der aber so langsam aufgebraucht ist. Kein Trainer dieser Welt kann kritiklos weiterarbeiten, wenn er nur 3 Punkte aus 11 Spielen einfährt. Mit unverständlichen Analysen wie nach dem Cottbus-Spiel und diversen Personalentscheidungen, die wir in der Hinrunde schon mehrfach analysiert haben, macht er sich leider angreifbar, so dass die anstehende Trainerdiskussion kaum zu vermeiden ist. Wer jetzt aber vehement nach einem Rauswurf schreit, sollte sich bewusst sein, dass sich kaum viel ändern wird, wenn statt Heynckes demnächst Luhukay am Seitenrand steht. Genau wie letztes Jahr nicht alles schlecht war, was Horst Köppel machte und sagte, ist es jetzt zu einfach, jede von Don Jupps Aktionen zu verteufeln. Es mutet schon aberwitzig an, wenn man z.B. bedauert, gegen Cottbus hätten einige Stammspieler aus der Hinrunde gefehlt. Das Gedächtnis kann nicht allzu gut sein, wenn man tatsächlich glaubt, die Vorrunden-Stammspieler Kahê, Delura, Kluge oder Helveg hätten am Samstag viel mehr ausgerichtet. 
 

Die Probleme liegen leider tiefer, wofür sich spätestens zum Saisonende auch unser Manager wird verantworten müssen. Als er im Mai 2005 seinen Dienst bei Borussia antrat, war ihm wohlbekannt, dass im kreativen Offensivspiel die Hauptschwachstelle des Teams verankert war. Reagiert wurde erst gegen Ende der Transferperiode, als kurz nach Saisonstart Marek Heinz den Verein verließ und man mit Kristian Lisztes eine etwas unbeholfene Notlösung präsentierte. Erst ein weiteres Jahr später wurde mit Insua ein echter Kandidat für die vakante Position verpflichtet. Vor dieser Saison war bekannt, dass nur zwei bundesligaerprobte Innenverteidiger zur Verfügung stehen würden. Doch der zumindest quantitativ bedeutsame Abgang von Strasser und Fukal wurde ohne Kompensation hingenommen. Erst ein halbes Jahr später wurde erkannt, dass es zu optimistisch war, einen jungen, letztjährigen Oberligaspieler wie Levels so vehement in die Verantwortung zu drängen. Seit Mitte dieser Vorrunde ist zudem offensichtlich, wie dünn wir qualitativ im Sturm besetzt sind. Abgesehen von Oliver Neuville, der ebenfalls nicht in Höchstform und zudem längere Zeit verletzt ist, verfügt Borussia über keinen Angreifer, der konstante Höchstleistungen erwarten lässt. Auf Wesley Sonck darf man hier zwar hoffen, aber da dieser es aus verschiedenen Gründen 2 Jahre lang nicht geschafft hat, sich entscheidend durchzusetzen, ist es fahrlässig, sich allein auf die Hoffnung zu verlassen, dass beim Belgier endlich der Knoten platzen muss. Gekauft wurde im Winter mit Thygesen lediglich ein Spieler, der sich selbst als offensiver Mittelfeldspieler deklariert und auf seine Weise bestimmt mehr leisten kann als er es letzten Samstag andeutete. In keinem Fall ist er aber der Torjäger, den Borussia momentan so dringend benötigt. Wenn Pander hier bis zum Transferschluss am Mittwoch keine vernünftige Lösung präsentiert, so wäre dies eine Fortsetzung zu vieler unnachvollziehbarer Management-Entscheidungen, die selbst einem erklärten Nicht-Fußballfachmann wie Rolf Königs kaum entgangen sein können und die spätestens zum Saisonende zu einer Veränderung auch auf dieser Position führen sollten. 
 

Das nun anstehende Spiel am Dienstag abend ist nicht nur für diese Beteiligten in seiner Brisanz kaum zu überbieten. Borussia steht wie selten zuvor in der Pflicht, endlich mal wieder einen Dreier einzufahren. Viel spricht nicht dafür, aber wenn man wie zuletzt schon gegen Mannschaften wie Mainz, Bochum oder Cottbus nicht gewinnen kann, fällt es schwer zu erkennen, gegen welche Mannschaft überhaupt noch mit einem Sieg gerechnet werden darf. Wenn man mittlerweile ein ganzes Jahr lang dürftige Leistungen mit dürftigen Ergebnissen vorgesetzt bekommt, dann sollte man sich langsam aber sicher mit der Frage vertraut machen, ob die Mannschaft nicht ganz einfach zu dürftig besetzt ist. Individuell gibt es außer Marcell Jansen keinen Spieler, der positiv herausragt. Anderswo wird so was durch mannschaftliche Geschlossenheit zumindest teilweise kompensiert. Da selbst dies bei uns nicht im Ansatz der Fall ist, fällt es schwer, Argumente für den Klassenerhalt zu finden.
 

Jupp Heynckes bleibt nichts Anderes übrig, als den in der Winterpause eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Dazu gehört es, jetzt nach dieser erneut schwachen Leistung nicht gleich wieder alles über den Haufen zu werfen, was man sich in den letzten Wochen erarbeitet hatte. Es gäbe nach den gezeigten Leistungen genug Grund, um einige Positionen umzubesetzen. Es ist aber eher zu erwarten, dass Heynckes maximal 1-2 Spieler gegenüber dem Cottbus-Spiel austauscht. Letztlich ist es mittlerweile fast schon egal, wer spielt. In der Breite sind wir relativ ausgeglichen besetzt. Nach oben hin ist das Niveau allzu sehr begrenzt, so dass uns gerade im Offensivspiel die absolute Qualität fehlt. 
 

Wesley Sonck bekam gegen Cottbus die Riesen-Chance, seine Forderungen nach einem Stammplatz zu untermauern. Auch wenn er diese allzu kläglich vergab, wäre es falsch, ihn dafür jetzt gleich wieder auf die Bank zurück zu versetzen. Mangels brauchbarer Alternativen bleibt uns kaum was Anderes übrig, als bei ihm auf den Durchbruch zu hoffen, selbst wenn es immer schwerer wird, daran tatsächlich noch zu glauben. Mikkel Thygesen fehlte – wie sich schon in den letzten Testspielen angedeutet hatte – die Bindung zum Team. Hier wäre es möglich, über einen Tausch nachzudenken, da der Däne evtl. noch eine Zeit lang braucht, um sich an den deutschen Fußball zu gewöhnen. Zeit, die wir nicht haben, so dass man ihm keinen Gefallen tut, da die Fans zur Zeit nachvollziehbarer Weise wenig Geduld aufbringen. Man sollte allerdings nicht zu stark darauf setzen, dass ein Kahê, der seit 12 Spielen nicht mehr getroffen hat, der große Heilsbringer sein wird. 
 

Im Mittelfeld wäre eine Rückkehr von Peer Kluge möglich, da ohnehin schwer nachzuvollziehen ist, warum Borussias konstantester Mittelfeldakteur der letzten Jahre seinen Stammplatz eingebüßt hat. Andererseits war Eugen Polanski in den ersten 30 Minuten am Samstag noch einer der Besseren und Engagierteren gewesen. Erst mit dem Rückstand verfiel er wieder in sein altes Spiel aus der Vorrunde, versteckte sich viel zu sehr und ließ all das vermissen, was man sich von ihm angesichts seines unbestreitbaren Talents erhofft. Auch David Degen konnte trotz seines Tores kaum unter Beweis stellen, dass seine Nicht-Berücksichtigung in der Vorrunde ein allzu großer Fehler gewesen war. Federico Insua gelingt in letzter Zeit immer wieder das Kunststück, sich mit durchschnittlichen Leistungen positiv hervorzuheben. Seine noch schlechteren Kollegen nehmen ihn so ein wenig aus der Kritik, was aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass auch der Argentinier noch viel Luft nach oben hat und diese hoffentlich bald schon anvisieren wird.
 

Arbeiten wir uns langsam zurück Richtung Viererkette, wo Marcell Jansen ein ordentliches Comeback gab. Hier ist besonders der Vergleich zu Polanski interessant. Während jener nämlich pünktlich zum 0:1 sein Spiel nahezu einstellte, krempelte Jansen gerade dann die Ärmel weiter hoch und deutete durchaus so etwas wie Führungsqualitäten an. Sein Engagement und seine Leidenschaft mögen genau die „deutlichen Verbesserungen gegenüber der Vorrunde“ erklären, die Heynckes in der Partie gesehen haben wollte.
 

Ganz anders die Situation bei Kasper Bögelund, der nicht erkennen ließ, was er einem Thomas Helveg voraus hat. Nach vorne war der Däne kaum existent. Nach hinten war er einige Male deplatziert, was ihm am Dienstag gegen den schnellen Saenko noch weniger passieren darf als in Cottbus. Über Steve Gohouri wurde in den letzten Tagen viel diskutiert. Es ist – ähnlich wie bei Thygesen – unschön, einen Spieler nach einer einzigen Partie zu verurteilen. Doch der Schweizer, der immerhin noch bis vor 1 ½ Jahren in der dortigen 2.Liga und zudem noch im Sturm gekickt hat, ließ zumindest erahnen, dass der Sprung in die 1.Bundesliga nicht ganz so unproblematisch ist. Jupp Heynckes wird es schwer fallen, hier eine Entscheidung zu treffen. Nimmt er den Ivorer (ggf. gar als einzigen) aus dem Team, so wird er quasi als Sündenbock für die schwache Gesamtleistung in Cottbus gebrandmarkt, was ihn für spätere Einsätze verunsichern könnte. Andererseits ist Gohouri in der Form ein Sicherheitsrisiko, das wir uns momentan eigentlich nicht erlauben können. Das Duo Zé Antonio, Bo Svensson würde hier für etwas größere Verlässlichkeit stehen, so dass Gohouri vom vermeintlichen Abwehrbollwerk in die Rolle eines Ergänzungsspielers bei etwaigen Ausfällen gedrängt würde. 
 

Bliebe noch die Torhüterposition, die trotz des bösen Patzers von Kasey Keller beim 1:3 nicht zu hinterfragen ist. Auch wenn Heynckes viel von Heimeroth hält, auch wenn Keller in dieser Saison nicht mehr die Konstanz und Brillanz aufweist wie in der letzten Spielzeit, auch wenn ein Torwartwechsel oft beliebt bei Trainern ist, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft scheinen. Es kann nicht zielführend sein, auch auf dieser Position noch eine zusätzliche Baustelle aufzumachen, auf der es nun wirklich am allerwenigsten brennt.
 

Der Gast aus Nürnberg:
Seit etwas mehr als einem Jahr wird der Club nunmehr von Hans Meyer trainiert. Der passionierte Rosenzüchter war für den Club ebenso sehr ein Glücksfall wie er dies vor einigen Jahren auch für Borussia und anschließend für Hertha BSC gewesen war. In einer Zeit, in der 90% aller Trainer früher oder später vor die Tür gesetzt und als Versager gebrandmarkt werden, ist die Bilanz von Meyer umso erstaunlicher, so dass man ihn mit Fug und Recht als einen der ganz großen seiner Zunft zählen darf, obwohl sich mit seinen Teams in der jüngeren Vergangenheit keine Titel erreichen ließen.  

Ein Phänomen, wie es Meyer gelungen ist, aus einem vermeintlich sicheren Absteiger einen UEFA-Cup-Kandidaten zu formen, der im Jahr 2006 20 Punkte mehr holte als Borussia. Der Erfolg hat ebenso viele Gründe wie der Misserfolg von Borussia. So war das Team schon vor Meyers Dienstantritt nicht so schwach, wie es vermeintliche Fußballexperten der Marke Peter Neururer erkannt zu haben glaubten. Meyer ist es gelungen, einige Spieler, die zuvor untergetaucht waren, zu Höchstleistungen zu pushen. Robert Vittek und Ivan Saenko blühten im Sturm regelrecht auf. Der Slowene schoß sich dabei in der Vorsaison in einen Rausch, mit dem er am allerobersten Rand seines Leistungslimits angekommen war. Ein Niveau, das er in dieser Saison nicht bestätigen konnte. Dennoch ist er weiterhin brandgefährlich und selbst mit bislang nur 2 Saisontoren ein absoluter Qualitätsspieler, was 6 Assists (davon 3 am letzten Wochenende) unterstreichen. 
 

Das Herzstück des Teams liegt aber im defensiven Mittelfeld – eine Position, auf die Hans Meyer nicht ohne Grund immer schon sehr gesteigerten Wert gelegt hat. Wo zu seiner Zeit bei Borussia Peter Nielsen eine herausragende Rolle spielte, sind es jetzt mit Mnari und Galasek gleich zwei Akteure, die vor der Viererkette kompromisslos aufräumen und Borussias Offensivspiel wahrscheinlich ohne große Mühe werden lahm legen können. Diese Stärken im defensiven Mittelfeld sind der Grund, warum Nürnberg mit erst 17 Gegentoren über die beste Defensive der Liga verfügt, obwohl gerade die Innenverteidigung mit Wolf und Glauber kaum mehr als gehobenen Bundesliga-Durchschnitt darstellt. Glauber wird nach Verletzung wahrscheinlich wieder ins Team zurückkehren, nachdem er gegen Stuttgart von Nikl ordentlich vertreten wurde.
 

Hervorragen konnte in der Vorrunde auch Raphael Schäfer, der dafür mit dem Wechsel nach Stuttgart belohnt werden wird. Im Spiel gegen seinen neuen Arbeitgeber tat sich der Keeper aber schwer. Beim Gegentor ließ er einen Weitschuss etwas unglücklich abprallen, was zumindest unterstreicht, dass auch Schäfer nicht unüberwindbar ist. 
 

Ein weiteres Plus für das Team von Hans Meyer ist die Eingespieltheit. Ein weiteres Meyer-typisches Faktum, das ihn schon als Borussen-Trainer auszeichnete. Mit Mintal fehlt nur ein echter Stammspieler, der aber inzwischen so lange schon mit Verletzungen kämpft, dass man sich in Nürnberg daran angepasst hat, ohne ihn auszukommen. 
 

Taktisch agiert der Club im Meyer-typischen 4-3-3, bei dem die beiden wieselflinken Außen Vittek und Saenko flexibel zwischen Mittelfeld und Angriff pendeln. Aus der starken Defensive heraus wird man die Borussia zunächst kommen lassen, um uns dann gezielt mit schnellen Vorstößen auszukontern, wozu sich neben den Außenstürmern insbesondere der gegen Stuttgart starke Gresko verantwortlich zeigen könnte. Meyer weiß wie kein Zweiter, dass gerade diese Taktik für uns Gift ist. Zudem sind wir durch die kritische Lage geradezu gezwungen, offensiv zu Werke zu gehen und dem Nürnberger Trainerfuchs so genau in die Karten zu spielen. Spätestens wenn unsere Elf 30-35 Minuten lang kein probates Offensivmittel eingefallen ist, werden auch die allzu lange leidgeprüften Fans im Borussia-Park unruhig werden und das Team weiter verunsichert, was früher oder später Unkonzentriertheiten und Nürnberger Konterchancen auslösen wird. 
 

Wie so oft in den letzten Jahren werden wir wieder darauf hoffen, dass es dieses Mal bitte anders kommt, dass wir möglichst früh in Führung gehen, dadurch an Sicherheit gewinnen und vielleicht endlich mal wieder einen rundum überzeugenden Sieg einfahren. In den letzten 12 Monaten wurden wir so leider ein ums andere Mal bitter enttäuscht. Doch wer wüsste besser als wir – und das bezeichnenderweise aus den Jahren 1998 und 1999 – dass die Hoffnung immer noch zuletzt stirbt??!
 

Bilanz:
An der Statistik würde der so wichtige Heimsieg Borussias kaum scheitern. In 27 Heim-Pflichtspielen blieb Borussia stolze 19 Mal siegreich. Nur viermal verlor man, wobei sich eine dieser Niederlagen beim letzten Aufeinandertreffen im Dezember 2005 ereignete. In einem trostlosen Spiel, wie es sich im darauf folgenden Kalenderjahr allzu häufig in ähnlicher Weise wiederholen sollte, traf einzig Marek Nikl für die Gäste. Hans Meyer konnte seine Rückkehr nach Mönchengladbach mit 3 letztlich verdienten Punkten krönen. Ebenso 1:0 für Nürnberg endete die Hinrunden-Partie im easycredit-Stadion. Borussia geriet dort schnell in Rückstand und konnte sich anschließend durch Neuville und Insua immerhin zwei hochkarätige Chancen erarbeiten. Gegen defensiv kompakte Nürnberger, die nur selten ihre gefährlichen Konter vortrugen, war Borussia über weite Strecken optisch überlegen, was Optimisten trotz der entgangenen Punkte von einem relativ gelungenen Auswärtsauftritt sprechen ließ.  

Borussia:
Keller – Bögelund, Zé Antonio, Gohouri, Jansen – Degen, Thijs, Insua, Polanski – Sonck, Kahê
Ersatz: Heimeroth – Svensson, Kluge, Baumjohann, Thygesen, Delura, Helveg
Es fehlen: Neuville, Daems (verletzt) 

Nürnberg:
Schäfer – Reinhardt, Wolf, Glauber, Pinola – Galasek, Mnari, Gresko – Vittek, Schroth, Saenko
Ersatz: Klewer – Nikl, Paulus, Polak, Banovic, Sibon, Pagenburg
Es fehlen: Mintal, Beauchamp, Kennedy Engelhardt (verletzt) 

Schiedsrichter:
Babak Rafati (Hannover)
Assistenten: Holger Henschel (Braunschweig), Christoph Bornhorst (Damme)
Vierter Offizieller: Kai Voss (Großhansdorf)

SEITENWAHL-Meinung
 

Michael Heinen:
Meine Hoffnung ist leider schon fast gänzlich gestorben. Es wird leider so kommen, wie es kommen muss. Borussia fällt offensiv nicht viel ein, da Nürnberg sehr gut steht. Irgendwann fällt durch einen schnellen Konter das 0:1. Borussia wird sich mit aller Macht bemühen, sich gegen die Niederlage zu stemmen, dann aber kurz vor Schluss sogar noch das 0:2 kassieren und endgültig in Depression und Panik verfallen.  

Mike Lukanz:
Im Grunde ist es völlig wurscht, was ich hier tippe. Letztlich geht es im Mönchengladbacher Umfeld ohnehin nur noch um die eine Frage. Man ist fast geneigt zu sagen, dass dies schnell vollzogen werden sollte, ansonsten wird sich der Verein samt seiner Begleiter und "kritischen" Beobachter in der Rückrunde selbst zerfressen und somit dem sportlichen Abstieg auch den intellektuellen offiziell folgen lassen, der faktisch schon seit Monaten da ist. Der Vollständigkeit halber tippe ich auf einen 2:1-Heimsieg; Idealismus olé! 

Thomas Zocher:
Diana Ross landete im Jahre 1980 mit "Upside down" einen Nummer 1-Hit in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien und genau eine solche Wellenbewegung vollzieht die Borussia in dieser Saison. Deshalb ist es kein Grund die Borussia am Ende nicht vorne zu sehen. Borussia 2 Nürnberg 1.

Hans-Jürgen Görler:
Wer oder was soll die Talfahrt der Borussia eigentlich noch stoppen? Mittlerweile muss man ja schon auf vollkommen indisponierte Gegner hoffen, um den einen oder anderen Punkt auf die Habenseite zu bringen. In Hamburg wird oft vom GAU geredet, in Mönchengladbach hat man die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt und erfreut sich an 19 oder 31 guten Minuten in einem Spiel, das leider immer noch erst nach 90 Minuten endet. Es ist Ende Januar 2007 - und ich würde nicht einmal mehr einen kleinen Betrag als Wetteinsatz bieten, dass wir nächstes Jahr nicht wieder montags antreten. Daran ändert auch ein 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg nichts. 

Christian Heimanns:
Ob der Pleite in Cottbus verkrampfte Gladbacher treffen auf entspannte Meyers. Die guten Ansätze nach vorne werden weiter von Einzelfehlern nach hinten demontiert und so verkompliziert sich die Borussia das Leben und den Abstiegskampf mit einem 1:1 

Christoph Clausen:
Es macht zwar keinen Spaß, Niederlagen zu tippen, aber die Zeiten, in denen man die Auswärtsschwäche durch Heimstärke kompensieren konnte, ging ja schon in der Hinrunde sang- und klanglos zuende. Gegen die in dieser Spielzeit so starken Nürnberger werden ein paar ansehnliche Kombinationen bis zum Sechzehner nicht reichen, so dass mich schon ein Punktgewinn, geschweige denn ein Sieg der Borussia sehr überraschen sollte. Dass die Niederlage mit 1:2 knapper ausfällt als die vom Wochenende, tröstet nur bedingt. 

Der Gegner im Internet:
http://www.fcn.de/ 
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