Dank einer in der ersten Halbzeit engagierten Leistung und zweier Tore von Nationalstürmer Oliver Neuville besiegte Borussia am heutigen Sonntag den VfL Osnabrück mit 2:1. Der erste Sieg der Saison sollte wieder etwas Ruhe in den Verein bringen, nachdem in den Tagen nach der Niederlage in Mainz von einem Fehlstart gesprochen wurde. Der heutige Sieg war ein verdienter, am Ende vielleicht etwas glücklicher Sieg über einen in der ersten Halbzeit zu ängstlich auftretenden Gegner aus Osnabrück. Ein Arbeitssieg, bei dem die erzielten drei Punkte wichtiger sind als das Zustandekommen.

Wie bereits im Laufe der Woche vermutet, änderte Jos Luhukay für das heutige Spiel die taktische Grundausrichtung und ließ erstmals in dieser Saison im klassischen 4-4-2 auflaufen, in dem Rob Friend und Oliver Neuville für die nötige Torgefahr sorgen sollten. Sharbel Touma stand nach seinem schwachen Auftritt in Mainz erst gar nicht im Kader, im Mittelfeld spielten Patrick Paauwe, Sascha Rösler, Marko Marin und Soumaila Coulibaly. In der Viererkette ersetzte Tobias Levels den verletzten Kasper Bögelund.
Claus-Dieter Wollitz ließ die Gäste in einem 4-5-1-System spielen, Thomas Reichenberger stellte die einzige Spitze mit zwei hängenden Außenstürmern.

Auch wenn die Borussen im Bewusstsein das Spiel begannen, nach der Pleite in Mainz einiges gutmachen zu wollen, versteckten sich die Gäste in den ersten Minuten nicht. Doch mit laufender Spieldauer wurde Borussia in ihren Aktionen aggressiver und zwingender. Als Beispiel sei Tobias Levels genannt, der sich mangels geeigneter Anspielstationen in der 16. Minute den Ball schnappte, gleich mehrere Gegenspieler überlief, um Mitte der gegnerischen Hälfte auf Coulibaly durchzustecken. Dieser spitzelte den Ball weiter auf den in der Mitte durchstartenden Neuville, die Abseitsfalle der Gäste griff nicht. Neuville lief alleine auf Torhüter Gößling zu, umspielte ihn auf Höhe der Sechszehnmetergrenze und schob den Ball mit links ins leere Tor zur 1:0-Führung.

Das Tor gab den Gastgebern den erhofften Auftrieb und kurze Zeit später war es Rob Friend, der aus kurzer Distanz und nach starker Flanke von Sascha Rösler an Frederik Gößling scheiterte, der in dieser Situation sensationell parierte. Das Publikum war geweckt, Borussia war nun die spielbestimmende Mannschaft. Man ging aggressiv in die Zweikämpfe, spielte bereits im Mittelfeld Pressing und eroberte so gegen immer nervöser agierende Gäste mehr und mehr Bälle. Einen solchen Ballgewinn hatte Sascha Rösler in der 24. Minute, der die in der Offensivbewegung befindlichen Osnabrücker störte und sofort auf Rob Friend spitzelte. Der Kanadier bewies Reaktionsschnelligkeit und Technik, als er Oliver Neuville bediente, der erneut durch die Viererkette um Abwehrchef Thomas Cichon stieß und auch hier nicht durch einen Abseitspfiff aufgehalten wurde. Souverän und eiskalt schloss Borussias Kapitän den Konter zum beruhigenden 2:0 ab.

Nach dieser Führung schaltete Borussia einen Gang zurück, der VfL aus Osnabrück brauchte einige Minuten, um sich zu sammeln. So dauerte es bis zur 31. Minute, bis man erstmals gefährlich vor dem Tor von Borussias Torwart Heimeroth auftauchte. Vom linken Flügel der Gäste passte Schäfer den Ball scharf zwischen Abwehr und Torwart, doch Alexander Nouri rutschte am zweiten Pfosten knapp am Ball vorbei.
Wenn man Borussia in dieser ersten Halbzeit einen Vorwurf machen kann, dann den, dass man es verpasste, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. In der 34. Minute war es erneut Rob Friend, der mit einem technisch sauberen Volleyschuss nach Flanke von Tobias Levels nur knapp scheiterte. Marko Marin probierte es noch artistischer, sein Seitfallzieher ging ebenso am Tor vorbei. Der heute läuferisch und kämpferisch starke Friend hatte sich über den linken Flügel durchgetankt und auf Marin geflankt.
Kurz vor dem Halbzeitpfiff prüfte der Osnabrücker Manno mit einem Schuss von der Strafraumgrezne Christofer Heimeroth, der jedoch sicher parieren konnte. Unter großem Beifall ging es dann für beide Mannschaften in die Kabine.

Gästetrainer Wollitz reagierte zur Pause doppelt. Für Tredup und Manno kamen Thomik und Neuzugang Touré, Jos Luhukay nahm keine Wechsel vor. Wollitz schien in der Halbzeitpause die besseren Worte gefunden zu haben, denn die Gäste begannen den zweiten Spielabschnitt deutlich engagierter. Marcel Schuon vergab kurz nach der Pause eine Hereingabe von der rechten Seite etwas lässig, als er Heimeroth mit einem Hackenschuss überwinden wollte (51.). Eine Minute später zirkelte Linksfuß Hennings einen direkten Freistoß genau Richtung Tor des Gastgebers, doch Heimeroth fischte diesen Pall sensationell aus dem Torwinkel. Borussia tat sich in dieser Phase enorm schwer, agierte nicht mehr aggressiv und übte kein Pressing mehr aus. Patrick Paauwe war vor der Abwehr zu beschäftigt gegen stärker aufkommende Gäste, Marin und Coulibaly erwischten heute beide keinen besonders starken Tag und konnten in der Offensive kaum für Entlastung sorgen. So wurde Borussia nur durch Konter gefährlich: Sascha Rösler setzte mit einem schönen Lupfer Rob Friend in Szene, der mit einem angetäuschten Schuss Gegenspieler Schuon ins Leere rutschen ließ, seinen mit dem linken Fuß geschossenen Ball jedoch nicht ausreichend platzieren konnte, sodass Gößling im Tor der Gäste keine Mühe hatte.

Osnabrück drängte in dieser Phase immer mehr, ohne sich klare Torchancen herauszuspielen. Der finale Pass fehlte oder man scheiterte überhastet, so in der 66. Minute, als Borussia den Ball im eigenen Strafraum nicht klären konnte, es aber drei Osnabrücker Angreifer nicht schafften, den Ball zum inzwischen verdienten Anschlusstreffer über die Torlinie zu befördern. In der 69. Minute mal wieder ein Lebenszeichen von Borussia, mal wieder war es ein Konter und mal wieder war es Rob Friend, der aus aussichtsreicher Position vergab und nach Pass von Rösler den Ball Richtung Family-Block drosch.

In der 76. Minute wurden die Offensivbemühungen der Gäste schlussendlich belohnt. Der inzwischen für Neuville eingewechselte Nando Rafael verlor einen Ball im Mittelfeld unnötig, der Ball kam über die linke Osnabrücker Seite in den Strafraum. Über Frommers Hacke kam der Ball zu Alexander Nouri, der aus kurzer Distanz zum 1:2 traf. Zwei Minuten später war es dann Heimeroth, der den Ausgleich verhinderte. Eine scharf geschlagene Freistoßflanke von Hennings wurde von Roel Brouwers ungewollt verlängert, doch Heimeroth lenkte das Spielgerät im letzten Moment über die Latte.
Der Anschlusstreffer ließ Borussia wieder konzentrierter zu Werke gehen, denn klare Torchancen hatte der Gast fortan nicht mehr. Der wie Rafael inzwischen ins Spiel gekommende Ndjeng scheiterte mit einem schönen Schuss aus spitzem Winkel nur knapp (80.), zwei Minuten später wurde Rafael für seinen Heber nicht belohnt, da Gößling den gut platzierten Ball noch über die Latte lenken konnte.

In der Schlussphase rettete Borussia den Sieg ins Ziel, da Osnabrück nicht mehr entscheidende Akzente setzen konnte. Die Fans konnten jubeln und alle Offiziellen bei Borussia atmeten tief durch. Der erste Saisonsieg war unter Dach und Fach.
Borussia brachte sich in diesem Spiel selbst in Schwierigkeiten. Zum einen, weil man in der ersten Halbzeit die klaren Chancen ausließ, das Spiel bereits vor der Pause zu entscheiden. Bereits ein mögliches 3:0 zur Halbzeit hätte das Spiel schon vor der Pause entschieden. So kam der Gast durch engagiertes Spiel wieder in selbiges. Bedingt auch dadurch, dass Gladbach in der zweiten Halbzeit taktisch und spielerisch nachließ und so die tapfer mitspielenden Osnabrücker überhaupt wieder ins Spiel brachte. Die Bälle wurden im zweiten Abschnitt meist motivationslos nach vorne geschlagen, die Zuordnung im Mittelfeld passte nicht mehr. Wenn ein Konter gelang, wurden die Chancen mitunter unglücklich bis fahrlässig vertan.

Auf der Leistung der ersten Halbzeit kann Jos Luhukay weiter aufbauen. Nun folgt eine zweiwöchige Pause vom Spielbetrieb, bevor es zum sehr schweren Auswärtsspiel nach Aue geht. Zu sehr verlassen sollte sich Borussia nicht auf diese Leistung. Die Mannschaft muss, und das gilt saisonübergreifend, endlich in der Lage sein, über 90 Minuten eine Leistung abzurufen, die deutliche und dominante Spiele erlaubt. Gegen qualitativ bessere und konsequentere Gegner hätte schon die heutige Leistung der zweiten Halbzeit vermutlich nicht mehr zu einem Sieg gereicht.

Borussia: Heimeroth - Levels, Brouwers, Gohouri, Voigt - Paauwe - Marin (Svärd 83), Rösler, Coulibaly (Ndjeng 67) - Friend, Neuville (Rafael 67).

Osnabrück: Gößling - Tredup (Touré 46), Cichon, Schuon, Schäfer - Heidrich, Nouri, Aziz, Hennings (Frommer 75), Manno (Thomik 46) - Reichenberger.

Tore: 1:0 Neuville (11.), 2:0 Neuville (24.), 2:1 Nouri (76.).

Gelbe Karten (Borussia): Levels, Gohouri, Coulibaly, Rafael

Zuschauer: 34.795 (64,41 %)

Schiedsrichter: Christian Dingert (Thallichtenberg)

Besondere Vorkommnisse: Bereits zum zweiten Mal in der laufenden Saison trafen beide Teams aufeinander, vor Wochen hatte sie die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde in Osnabrück zusammengeführt. Für Schiedsrichter Dingert aus Rheinland-Pfalz war es der erste Auftritt als Schiedsrichter bei einem Spiel der Borussia, bislang war er stets als Schiedsrichterassistent Borussenbegegnungen zugeteilt worden.

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