„Das war ein dreckiger Sieg!" Mit wenigen Worten umschrieb der Mainzer Trainer Jürgen Klopp am Rande der Pressekonferenz deutlich, was sich zuvor in spannnenden 90 Minuten auf dem Platz des BorussiaParks zugetragen hatte. Mit 0:1 verlor Borussia das Heimspiel gegen den FSV Mainz 05, kassierte die insgesamt dritte Saisonniederlage, die zweite gegen die Mainzer und bleibt damit im vierten Ligaspiel in Folge ohne Sieg. Das „FohlenEcho" titelte vor diesem Spiel: „Ihr feuert uns an. Und wir feuern aufs Tor." Selten sollte sich eine dieser kernigen Sprüche auf dem Titel des Stadionheftes so sehr bewahrheiten wie am gestrigen Abend.

Steve Gohouri ersetzte Neuzugang Thomas Kleine in der Innenverteidigung, Sascha Rösler kehrte nach seiner Gelbsperre zurück in die Startelf. Roel Brouwers konnte erst wenige Tage vor dem Spiel wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, war jedoch im Kader. Ansonsten gab es von Jos Luhukay keine weiteren Überraschungen in der Aufstellung.

Das Spiel war keine drei Minuten alt, da fiel das Führungstor für die Gäste aus Mainz. Karhan hatte einen der sogenannten „zweiten Bälle" erobert, lupfte diesen gegen aufrückende Gladbacher in den Strafraum, wo Felix Borja mit einem Kunstschuss volley ins linke untere Eck traf. Dass dieses Tor nicht nur den Enstand markieren, sondern ebenso sämtliche taktische Varianten aussetzen würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand. Nachdem sich Borussia, schon in dieser Phase angefeuert vom Publikum, eine kurze Phase des Sortierens erlaubt hatte, übernahm sie ab der 15. Minute das Spielgeschehen. Die Mainzer zogen sich nach der frühen Führung weit in die eigene Hälfte zurück, agierten mit zwei tief stehenden Viererketten und ihren zwei schnellen Stürmern Borja und Boakye.

Borussia tat sich trotz deutlicher spielerischer Überlegenheit schwer, ein gefährliches Offensivspiel aufzuziehen. Die Mainzer machten die Räume geschickt eng, so dass Rösler, Coulibay und Ndjeng sich immer wieder weit zurückfallen lassen musste, um durch die Verteidiger angespielt werden zu können. Durch die Defensivreihen der Mainzer, die circa 20 Meter voneinander entfernt agierten und klug verschoben, war die letzten 35 Meter vor dem Tor förmlich versperrt. So bildeten bereits in der ersten Halbzeit Standards die einzige Möglichkeit, für Torgefahr zu sorgen. Aus dem Spiel heraus agierte man auf Seiten Borussia meist mit langen Bällen auf Rob Friend, der seine unglaubliche Dominanz im Luftkampf am gestrigen Abend erneut eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte, da er - gefühlt - nicht ein einziges Kopfballspiel verlor.

Ab der 20. Minute kam Borussia zu ihren ersten Torchancen, doch weder Ndjeng noch Gohouri oder Paauwe, der kurze Zeit später verletzungsbedingt gegen Eugen Polanski ausgewechselt werden musste, konnten den inzwischen verdienten Ausgleich erzielen. Zudem wurde Borussia nach einem Foul an Steve Gohouri im Strafraum der Gäste ein klarer Elfmeter von Knut Kircher verwehrt, was die TV-Bilder eindeutig belegten. Da die Gäste bei jeder Standardsituation der Borussia mit allen (!) Feldspielern im Strafraum verteidigten, war es in diesen Momenten entsprechend unübersichtlich vor dem Tor von Daniel Ischdonat. In dieser Phase wurde das Spiel von beiden Seiten zudem sehr hart geführt. Viele Fouls unterbrachen den Spielfluss und ließen die Emotionen der Zuschauer aufkochen. Schiedsrichter Kircher verteilte allein in der ersten Halbzeit vier gelbe Karten, und unter den Journalisten auf der Pressetribüne wurden erste Wetten angenommen, welchen Mannschaft als erste wegen eines Platzverweises einen Spieler zum Duschen schicken muss. Die Gemüter beruhigten sich gegen Ende der ersten Halbzeit ein wenig, der FSV Mainz hatte durch Boakye eine gute Konterchance (38.), die Heimeroth jedoch souverän vereiteln konnte. Auf der Gegenseite war Borussia Ton angebend, wirklich zwingende Torchancen kamen jedoch nicht heraus. Dennoch, das Spiel hatte in der ersten Halbzeit ordentlich Fahrt und die nötige Portion Feuer.

Kurz nach Beginn des zweiten Spielabschnitts war es dann Boakye, der mit einer Direktabnahme nach einer Flanke von der rechten Seite das 2:0 für sein Team auf dem Fuß hatte, sein Schuss ging jedoch genau in die Arme von Christofer Heimeroth. Dies sollte bis zum Schlusspfiff die letzte nennenswerte Offensivaktion der Mainzer gewesen sein, denn von diesem Zeitpunkt agierte nur noch eine Mannschaft: Borussia. Zwischen der 60. und der 80. Minute trieben Borussias Spieler die Torschussstatistik zu Gunsten ihres Teams deutlich in die Höhe. Innerhalb weniger Minuten probierten es nacheinander Rösler (62.), Levels (66.), Coulibaly (67.), Ndjeng (69.) und Polanski (76.) mit Distanzschüssen, doch alle Schüsse flogen am Tor vorbei, wurden durch die Abwehr der Gäste abgeblockt oder vom Mainzer Keeper Ischdonat geklärt. Dazu probierten sich Filip Daems mit einem Kopfball an die Latte (71.) und Rob Friend mit einem platzierten Kopfball Richtung linker Torwinkel (78.), doch auch hier konnte Ischdonat klären. Es war das viel zitierte Spiel auf ein Tor. Jos Luhukay hatte durch die Einwechslungen von Marin und Rafael für Levels und Voigt längst alle defensiven Fesseln aufgegeben und setzte voll auf Offensive, sein Kollege Klopp zog ihm nach und warf weitere Defensivspieler aufs Feld. Die Nordkurve honorierte das leidenschaftliche, wenn auch oft planlose Anrennen ihrer Mannschaft mit guter Unterstützung, doch der hoch verdiente Ausgleich wollte nicht fallen. Kircher pfiff überpünktlich ab, und die erste Heimniederlage der Saison war besiegelt.

Der Statistikbogen, der nach dem Spiel an die Journalisten verteilt wird, sprach eine deutliche Sprache: 25 - 10 Torschüsse für Gladbach, dazu 12 - 3 Ecken, 56 (!) - 15 Flanken bei 62% Ballbesitz und 57% gewonnenen Zweikämpfen. Doch ganz oben auf diesem Bogen stand das Endergebnis von 0:1 gegen Borussia. So endete ein Spiel, bei dem man Borussia im Grunde keinen Vorwurf machen kann. Man dominierte Mainzer Gäste, die sich ebenso leidenschaftlich gegen ein Unentschieden oder gar Niederlage gestemmt hatten wie es Borussia in umgekehrter Richtung tat. So wurden Borussia nach diesem Spiel von der Nordkurve zurecht gefeiert. Im Wissen, dass die gestrige Leistung in einem Großteil der übrigen Begegnungen, auch und speziell der ersten beiden Rückrundenpartien, zu souveränen Siegen gereicht hätte.

Borussia: Heimeroth - Levels (Marin 70), Gohouri, Daems, Voigt (Rafael 81) - Ndjeng, Paauwe (Polanski 33), Coulibaly - Rösler - Neuville, Friend.

Mainz: Ischdonat - Hoogland, Subotic, Noveski, Rose - Daghfous, Karhan (Svensson 90), Pekovic, Vrancic (Demirtas 85) - Boakye (Jovanovic 85), Borja.

Tore: 0:1 Borja (3.).

Zuschauer: 33.151 (61,36 %)

Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)

Gelbe Karten (Borussia): Voigt, Rösler; Polanski (nach Ablauf der Partie)

Besondere Vorkommnisse: Borussia verlor ihr drittes Saisonspiel, zugleich war es die zweite Niederlage in Folge und die erste Heimniederlage der aktuellen Saison. Zuletzt daheim verloren hatte die Borussia am 34. Spieltag der zurückliegenden Saison, als der VfL Bochum 2:0 gewann. Im 7. Spiel bei der Borussia gewann der FSV Mainz 05 zum ersten Mal in Mönchengladbach gegen die Borussia. Der rheinhessische Verein bezwang die Borussia somit in beiden Saisonspielen der aktuellen Runde.

... lade FuPa Widget ...
Borussia Mönchengladbach auf FuPa
... lade FuPa Widget ...
Borussia Mönchengladbach auf FuPa

Twitterfeed

  • @12Mannbmg Stege, man(n)!
  • @guek62 Unentschieden ist das neue Gewinnen?
  • @guek62 Der Siegertrainer darf sich aussuchen, ob er in München oder Dortmund unterschreibt. #S04FCA #endspiel
  • Petersen mag sich dumm fühlen. So blöd wie der #effzeh wird er aber selbst nach 20 Jahren Profifußball nie werden können. #KOESCF
  • @Pilzeintopf Er wirft immer alles rein!
  • @fums_magazin Laufweganalysen, die nicht von Erik Meijer gezeichnet werden, sind ungültig!
  • @Pilzeintopf Ein Glück, daß Amine Harit kein Deutsch kann.

Folge uns auf Twitter