SpVgg Greuther FürthMit einem effizienten 3:0-Erfolg über die tapfere Spielvereinigung Greuther Fürth hat die Borussia am heutigen Sonntagnachmittag einen wichtigen Erfolg im Hinblick auf ihr Saisonziel, den Wiederaufstieg, erzielt. Schon früh ging sie durch das erste Saisontor von Marko Marin in Führung, und auch wenn die Gäste im Spielverlauf mehrfach das Torgestänge trafen, so gelang Oliver Neuville kurz nach der Pause das vorentscheidende zweite Tor. U21-Nationalspieler Marin war es dann vorbehalten, das dritte und entscheidende Tor des Tages im Stadion an der Hennes-Weisweiler-Allee zu erzielen. Somit steht die Borussia nach dem Schlußpfiff des heute nicht geforderten Schiedsrichters Lutz Wagner nunmehr mit einem Punktevorsprung von neun Zählern auf den Tabellenvierten Mainz optisch unangefochten an der Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga.

Durch den Feldverweis des Roel Brouwers gegen den 1. FC Köln, und die anschließende Sperre des Abwehrspielers für die heutige Partie durch den DFB, war Trainer Jos Luhukay zu einer Umstellung in der Anfangsformation im Vergleich zum Spiel in Köln am letzten Montag gezwungen, er entschied sich Brouwers durch Gohouri zu ersetzen. Ferner entschied er sich für eine Umstellung im rechten Mittelfeld, Sharbel Touma kehrte für Marcel Ndjeng in die Startelf zurück. Allerdings musste Luhukay bereits in der 4. Spielminute erstmals wechseln, Steve Gohouri hatte sich bei einer Aktion verdreht und musste mit dem Verdacht auf eine Verletzung von Feld genommen werden. Für den ivorischen Internationalen nahm der im Winter zur Borussia gestoßene Ex-Mannschaftskapitän des heutigen Gegners, Thomas Kleine, den etatmäßig von Brouwers besetzten Posten in der Verteidigung ein.

Zum Zeitpunkt der Auswechselung von Steve Gohouri hatte die Borussia ihrerseits noch nicht ein zählbares Mal wirklich konstruktiv die Mittellinie überschritten, sondern sich starken Anfangsminuten der ersatzgeschwächten Gäste ausgesetzt gesehen. Diese Minuten förderte für die von Bruno Labbadia betreuten Gäste zwar keine klare Torchance hervor, doch es war abzusehen, dass die durchaus noch mit Aufstiegsambitionen gesegneten Gäste hier anders auftreten wollten als so manche Gastelf in den vergangenen Monaten. Anders etwa als TuS Koblenz, deren Elf sich im vorigen Heimspiel Borussias gleich von Spielbeginn an um ihren Sechzehnmeter postierte. Um diesen wollten sich die Fürther nicht gruppieren, dies kam durchaus der offensiven Aufstellung der Borussia entgegen. So ergaben sich, sobald sie selbst nach vorne spielte, in der Fürther Spielhälfte Räume, die Borussenspieler dann nutzen konnten. Ja, mit denen sie arbeiten konnten.
Eine Kostprobe ergab sich in der fünften Spielminute, als die Borussia erstmals geordnet den Fürther Strafraum attackierte und dabei durch einen Versuch Rob Friends, den Fürths Schlussmann Kirschstein noch im letzten Moment zur Ecke lenken konnte, zu ihrer ersten Torchance des Spiels gelangte. Das erste Tor des Nachmittags fiel gleich im Anschluss an diese Eckballsituation, als die Borussia den diese Ecke abwehrenden Schlag der Fürther an der Mittellinie prompt abfing und über einen fantastischen Diagonalball ihres strategischen Mittelfeldspielers Patrick Paauwe eine Situation entstehen ließ, die Marko Marin zu seinem ersten Treffer in einem Bundesligamatch zu nutzen wusste.

Herrlich war schon Paauwes einleitender Pass gewesen, doch Marin krönte diesen Spielzug, in dem er den Ball auf dem Flügel unter seine Fittiche nahm und von der linken Flügelposition in Richtung Strafraum zog. Im richtigen Moment dann schlenzte der U21-Nationalspieler den Ball und verfolgte zu seiner großen Freude die anschließende Flugbahn, die dem Fürther Schlussmann keine Abwehrchance genehmigte und den Ball in die von Marin aus gesehen rechte Ecke des Tornetzes befördete. Der frühe Führungstreffer für die Borussia, die sich damit eine Nasenlänge vor die Fürther zu setzen schien - auch, weil sie in der Folgezeit immer wieder Gelegenheiten zum Tempogegenstoß bekam, die jedoch nicht nutzen konnte (vor allem: Touma).

Das schon angeklungene Lob für die Gastmannschaft aus Fürth verdiente sich diese auch trotz der Borussenführung, denn die Franken versteckten sich weiterhin nicht und hatten nach rund einer Viertelstunde ihrerseits eine erste wirkliche Gelegenheit, doch Adlungs Ball nahm Heimeroth in Empfang. Dennoch, spätestens die 19. Spielminute unterstrich die Gefährlich- und die Gefälligkeit des Spiels der Gäste am heutigen Tag. Tobias Levels hatte sich ein Fehlabspiel erlaubt und das folgende Foul quittierte Schiedsrichter Wagner mit dem fälligen Freistoß. Dieser, getreten von dem vormals für die Borussia aktiven Daniel Felgenhauer, klatschte an die Querlatte des Borussentores. Christofer Heimeroth wäre, so das Gestänge nicht geholfen hätte, bei diesem Versuch machtlos gewesen.

Fast im Gegenzug jedoch hatte die Borussia auch eine sehr gute Tormöglichkeit, doch Fürths Torwart konnte diese durch Oliver Neuville ausgeführte Kontersituation mit einem Reflex fernab der Torlinie entschärfen. Und so trudelte der Ball so gebremst der Torlinie entgegen, dass die rechtzeitige Ballaufnahme der zurückkehrenden Verteidigung der Gäste keine Mühe bereitete.
Nicht nur in diesen Minuten war auffällig gewesen, dass die Borussia, sobald sie es schaffte geordnet in Richtung Strafraum der Gäste zu ziehen, immer wieder zu Situationen kam, aus denen gute Tormöglichkeiten hätten entstehen können. Allerdings war ihr Aufbauspiel immer wieder fehlerbehaftet geblieben und so verpuffte manche mögliche Situation im Nichts. Im direkten Defensivspiel, also im Duell, ließ die Borussia hier indes weniger Fehler zu, so dass es ihr gelang die Angriffe der Gäste meist noch rechtzeitig vor dem Sechzehnmeterraum abzufangen. Thomas Kleine und Filip Daems spielten in dieser Hinsicht eine erwähnenswert gute Partie, dennoch war es der Abwehr Borussias nicht immer möglich jeden Angriff der Fürther noch vor dem Torschuß zu ersticken und so gelangten die im Kombinationsspiel eine sehr feine Abstimmung andeutenden Gäste gelegentlich zu ihren Möglichkeiten; diese entschärfte, so sie das Tor nicht deutlich verfehlten, Christofer Heimeroth allesamt.

Aus der Halbzeitpause startete die Borussia mit einer Veränderung, Soumaila Coulibaly ersetzte Sharbel Touma, der sich im zweiten Heimspiel in Folge in der Anfangsformation wiederholt nicht entscheidend in Szene gesetzt hatte und die nötige Balance zwischen Abwehrarbeit und Angriffsbewegung vermissen ließ. Keinesfalls spielte er so unter seinen Möglichkeiten wie noch gegen Koblenz, aber nachhaltiges Verteidigungsspiel zum Wohle der Mannschaft sieht auch dann anders aus, wenn man berücksichtigen will, dass er in der Offensive streckenweise gefällig am Passspiel teilnahm. Durch Coulibaly rückte nun Marin von links vermehrt auf die rechte Mittelfeldposition und Coulibaly ordnete sich dementsprechend ein. Mit ihm stand die Borussia den Fürthern in der Folgezeit defensiv besser präpariert entgegen.

Wie schon in der ersten Halbzeit, so hätte die Borussia auch in der zweiten recht früh ein Tor schießen können. Es gelang ihr nicht, weil der gelernte Bäcker im Kasten der Spielvereinigung, Sascha Kirschstein, den Ball (48.) im Fallen im letzten Moment vor dem Überqueren der Torlinie von dieser schlug. Dahin war das Spielgerät geraten, weil Fürths Verteidiger Biliskov im Fünfmeterraum angesichts des lauernden Neuville Felgenhauer angeschossen hatte und Kirschstein geistesgegenwärtig seine eigene Bewegung zum Ball hin verändern konnte. Der mutmaßlich folgende Eckball verblieb, weil Rob Friend den von der Linie gekratzten Ball in das Tor rammen wollte, ihn allerdings nur in den Orbit des Stadions drosch.

Während sich die Fürther auch mit Anbeginn der zweiten Hälfte weiter offensiv am Spielbetrieb beteiligten, nutzte die Borussia ihre nächsten beiden Situationen vor dem Gehäuse der Gäste für die Entscheidung in diesem Spiel. Zunächst gelang Nationalstürmer und Mannschaftskapitän Oliver Neuville die Verdopplung der Borussenführung. Der Routinier präsentierte sich in der 50. Spielminute, in der er das 2:0 erzielte, als noch präziser treffend als Marko Marin fünfundvierzig Minuten früher: Neuville zog aus cirka 18 Metern Torentfernung von etwa halblinks mit dem rechten Fuß ab und der Ball schlug - umgehend wie unhaltbar - im wiederum vom Schützen gesehen rechten äußeren Tornetz des Gästetores ein. Ein Schuss wie gemalt, profitierend von der eigenen Flugbahn ebenso wie von der Körperbeherrschung des gleich daneben stehenden Coulibaly, der einen etwas zu hoch geratenes Zuspiel vom rechten Flügel mit der Brust für Neuville auflegte.

Marko MarinNur sechs Minuten später dann die Entscheidung, wiederholt auf Vorlage Coulibalys und wiederholt mittels eines Schlenzers von U21-Nationalspieler Marin. Borussias Jüngster wurde in einem Tempospiel genau im richtigen Moment von Coulibaly mit einem Zuspiel auf die rechte Seite bedacht und zugleich vor einer Abseitsposition bewahrt. Marin brachte den Ball umgehend unter Kontrolle und zog mit diesem leichtfüßig nach links vorne in Richtung des Strafraums der Fürther. Während Marin das tat, verschoben sich die mitgelaufenen Borussenspieler wie Rob Friend und Oliver Neuville in hoffnungsvolle Positionen für ein Zuspiel, doch der dadurch entstandene Platz wurde von Marin ohne Unterlass selbst genutzt und mit dem gefühlvoll links ins Tor geschossenen Ball erfolgreich abgeschlossen. Die Borussia führte, gerade 10 Minuten nach der Halbzeit, jetzt mit drei Treffern!

Und sie verlegte sich in den Folgeminuten wieder stärker auf die Tiefenkontrolle einer Partie, in der die Gäste weiterhin munter ihren Weg in Richtung Borussenstrafraum suchen wollten. So musste der zum wiederholten Mal fehlerfreie Heimeroth nach gut einer Stunde einen blitzsauberen Distanzversuch von Daniel Felgenhauer stoppen, zwischen den Borussentreffern 2 und 3 hatte Stürmer Kotuljac Heimeroth mit einem brachialen Kracher beinahe auch schon herausgefordert. Selbst wenn das Tempo der Teams zwischen der 60. und der 80. Minute sukzessive begann nachzulassen, vom rein spielerischen Aspekt wurde auch dann noch längst keine Magerkost geboten. Daran hatten die Gäste, die in der 78. Spielminute durch Kotuljac den Außenpfosten und in der 80. Spielminute durch Achenbach zum zweiten Mal in der Partie die Querlatte trafen, weiterhin ihren Anteil. Ihnen fehlten lediglich im Abschluss die letzten stets nötigen Prozentpunkte zum Erfolg. Dies wurde ganz augenscheinlich, als in der 85. Minute der frühere Magdeburger Kotuljac in einer Kontersituation mit einem bedachten Lupfer das durch den prompt erfolgten Rettungsversuch von Christofer Heimeroth verwaiste Borussentor verfehlte.

Die Borussia hatte, auch nach der Hereinnahme von Roberto Colautti zehn Minuten vor Schluss für Oliver Neuville, ihrerseits nicht mehr die wirklich größten Gelegenheiten das Ergebnis weiter in die Höhe zu schrauben, doch immer wenn sie wirklich wollte (und sich nicht an übertriebenem Kombinationsspiel berauschen wollte), bekam sie weitere Tormöglichkeiten. Zu nennen wäre hier die Chance von Rob Friend, der etwa eine Viertelstunde vor Schluss auf halblinks frei vor Kirschstein an diesem scheiterte. Der Keeper bremste Friend wie in der ersten Halbzeit schon Neuville, mit einem Reflex.

Alles in allem und unter dem Strich erzielte die Borussia einen sicherlich verdienten Erfolg in einem optisch sehr ausgeglichenen Zweitligaspiel auf zeitweilig beachtlichem spielerischen Niveau. Die Gastmannschaft ist dabei im Recht, wenn sie beklagt, dass der Sieg der Borussia um ein oder gar zwei Treffer zu hoch ausgefallen ist, weil der Endstand die generelle fußballerische Potenz in dieser Begegnung eben nicht reflektiert. Dies jedoch sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass zu einem guten Fußballspiel eben zwei Teams gehören und die Borussia unzweifelhaft ihr Scherflein zum guten Gelingen der Partie beitrug. Individuell wäre deshalb ganz sicher Marko Marin zu erwähnen, der sein außergewöhnliches Talent erstmals in der Liga auch in eigene Torerfolge ummünzen konnte und so natürlich noch wertvoller für Borussia ist. Allerdings müsste man neben den Konstanten wie zum Beispiel Filip Daems oder Torwart Christofer Heimeroth auch Thomas Kleine nennen. Der zwischenzeitliche Hannoveraner kam gegen seine alten Teamkollegen schon nach vier Spielminuten als Einwechselspieler in die Partie und unterstrich mit seiner Darbietung an der Seite seiner drei Gefährten in der letzten Verteidigungsreihe seine Qualitäten. Wie auch der ebenfalls im Spielverlauf eingetauschte Coulibaly, es ist eine Ausgeglichenheit, die die Borussia in ihrem Lizenzspielerkader für diese Zweitligasaison besitzt - eine breite Basis, die überdies prächtig harmoniert und stetig für die harte Arbeit der letzten Monate belohnt wird.

Nicht nur auf der Pressekonferenz nach dem Spiel ließen Borussias Verantwortliche klarstellen, dass sie nicht gedenken diese fokussierte Vorgehensweise fortan zurückzufahren. Vor allem die Mannschaft hatte sich nach dem brisanten Lokalderby gegen Köln mitsamt der damit verbundenen Unruhe im Umfeld auf den Punkt genau präsentiert und bewiesen, dass sie wache Augen und den klaren Blick auf das Wesentliche hat. Es ist zwar richtig, dass durch die Ergebnisse der Konkurrenz um den Erstligaaufstieg nunmehr enthusiastisch machende neun Punkte in Form eines unmittelbaren Polsters vorhanden sind, dennoch sind weiterhin ja sechs Partien zu spielen und dementsprechend Punkte zu verteilen. Folgerichtig warten eben noch ausreichend Herausforderungen auf eine Mannschaft, die mittlerweile seit präzise 20 Spieltagen an der ersten Position der diesjährigen Zweitligatabelle steht.

Borussia: Heimeroth - Levels, Gohouri (Kleine 4), Daems, Voigt - Paauwe - Touma (Coulibaly 46), Rösler, Marin - Neuville (Colautti 80), Friend.

Fürth: Kirschstein - Felgenhauer (Bertram 83), Biliskov, Mauersberger, Achenbach - Adlung, Burkhardt, Lanig, Ilicevic (Schröck 57) - Kotuljac, Reisinger.

Tore: 1:0 Marin (5.), 2:0 Neuville (50.), 3:0 Marin (56.).

Schiedsrichter: Lutz Wagner (Hofheim)

Zuschauer: 37.032 (68,55 %)

Gelbe Karten (Borussia): -

Rote Karten: -

Besondere Vorkommnisse: Durch den Erfolg im heutigen Spiel blieb die Borussia im achten Spiel in Folge ohne Niederlage (5 Siege, 3 Remis, 10:4 Tore), sie steht nunmehr nach 20 aufeinander folgenden Spieltagen an der Spitze der Tabelle der 2. Bundesliga. Durch den Erfolg gewann die Borussia wie schon in der Hinrunde das Spiel gegen die Fürther, die Franken sind mittlerweile  das fünfte Team der Liga (außerdem: Erzgebirge Aue, FC Augsburg, FC St. Pauli, TuS Koblenz) gegen das die Borussia beide Saisonspiele gewann. Das letzte Gegentor an der Hennes-Weisweiler-Allee kassierte die Borussia am 18. Februar 2008 beim 0:1 gegen Mainz 05 durch deren Stürmer Felix Borja. Das Spiel war das fünfte Spiel der Rückrunde, das die Borussia ohne Gegentor bestritt. Jedes dieser Spiele gewann sie. In den 17 Partien der Hinrunde spielte die Borussia ebenfalls fünfmal „zu Null" (3 Siege, zwei Remis). Während Stürmer Oliver Neuville sein 37. Punktspieltor für die Borussia gelang, erzielte Marko Marin mit seinen Treffern zum ersten Mal Tore in einem Punktspiel für die Borussia. Marin erzielte mit seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:0 auch den 50. Saisontreffer der Borussia, die letztmals in der Zweitligasaison 2000/2001, in der sie in die 1. Bundesliga zurückgekehrt war, fünfzig oder mehr Tore in einer Saison erzielte. In den bisher 28 Saisonspielen dieser Saison hat die Borussia durch den heutigen Erfolg mit 55 Punkten außerdem bereits einen Punkt mehr errungen, als sie während ihrer kompletten ersten Zweitligaspielzeit (1999/00) in den gesamten 34 Saisonspielen auf sich vereinen durfte.

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