Hertha BSC BerlinZu Beginn eine kleine Anekdote: Nachdem die Borussen als guter Gast die Punkte wieder einmal in Berlin gelassen hatten, versuchte der Schreiber dieser Zeilen dem Ort des Grauens so schnell wie möglich zu entfliehen, sprang, ohne groß nachzudenken, in den nächsten abfahrtbereiten S-Bahn-Waggon und fand sich mitten in einem Pulk überraschter Hertha-Fans wieder. Die Türen schlossen sich und in der Gewissheit meines baldigen unrühmlichen Ablebens entschied ich mich für die Taktik „Frechheit siegt“ worauf es zu folgendem Dialog kam: „Was willst du denn hier, mach das du raus kommst.“ – „Weißt du, mein Guter, was der Unterschied zwischen deinem Trikot und meinem ist? Auf meinem kann man Titel erkennen.“ – „Na und? WIR waren auch schon deutscher Meister!“ – „Stimmt, aber da war Hindenburg noch Reichspräsident“ … worauf ein älterer Herthaner hinter mir raunte „Na ja, Jungs, wo er recht hat, hat er recht“. Ich war gerettet und wir wurden alle gute Freunde…für die nächsten 6 Stationen.

So ist Berlin: Immer ein bisschen großspurig, immer ein bisschen verrückt, immer ein bisschen chaotisch, immer ein bisschen mehr - einfach unberechenbar. Und so ist auch unser heutiger Gegner Hertha BSC Berlin. Mittelmaß ist hier verpönt. Lieber posaunt man große Visionen raus („2010/11 ist die Qualifikation zur Champions League das Ziel – dauerhaft“), um dann in einer fast schon niedlichen Regelmäßigkeit in einem Tal der Tränen zu versinken, wenn man feststellt, dass die Wundereinkäufe aus einem anderen Brasilien stammen und es wieder mal nichts mit dem Anschluss an die deutsche Top-Spitze wurde. Doch Vorsicht! Wer nun glaubt, dass die Hertha stetig ihren Erwartungen hinterher hinkt, unterliegt einem gefährlichen Trugschluss. Berlin ist launisch und so auch oft zu großen Leistungen fähig, besonders, wenn man sie nicht auf der Rechnung hat. Die Borussia empfängt somit eine echte Wundertüte. 

Borussias Defensive
 

Eine Wundertüte ist auch die Defensive der Borussia. Christopher Heimeroth ist dabei momentan nicht zu beneiden. Nach einem wirklich schwarzen Tag beim Saison-Eröffnungsspiel zeigte er im Anschluss mit einem deutlichen Leistungsanstieg, dass er sehr wohl ein fähiger Bundesliga-Torhüter ist. Doch diese starken Leistungen sind auch ein Ergebnis der eklatanten Lücken im Defensivverbund. Gegen Hannover traten sie nur besonders deutlich zu Tage und wurden gnadenlos ausgenutzt. Diese zu schließen muss als die momentan oberste Priorität im Spiel der Borussia gelten. Den Spekulationen über die Defensivtaktik der Fohlen sowie den daraus resultierenden personellen Veränderungen sind somit Tür und Tor geöffnet. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen Jos Luhukay diesmal aus dem Hut zaubert.
 

Behält die Borussia die bisherige Viererkette bei, dürfte der Platz auf der rechten Außenverteidigerseite an Marcel Ndjeng gehen, der seine Aufgabe bisher vielleicht nicht optimal, aber durchaus ordentlich erledigt hat. In der Innenverteidigung hat Callsen-Bracker die besten Aussichten auf eine Berücksichtigung in der Startelf. Seine Leistung in Hannover darf man zwar getrost als „grün“ bezeichnen, aber bisher hat er in der wackligen Verteidigung noch den besten Eindruck vermitteln können. Für Roel Brouwers scheint das Tempo in der Bundesliga indes momentan zu hoch zu sein. Es ist daher gut möglich, das Jos Luhukay ihm eine Verschnaufpause gönnt und Thomas Kleine eine Bewährungsprobe erhält. In diesem Fall würde Filip Daems links verteidigen. Denkbar ist aber auch, dass Daems wieder in die Innenverteidigung rückt. In diesem Fall ist Sebastien Jaures ein Kandidat für die linke Seite, doch auch ein Comeback von Alex Voigt wäre durchaus möglich. 

Vieles spricht aber auch dafür, dass Jos Luhukay zu der gegen Bremen bewährten Dreierkette zurückkehrt. In diesem Fall würde Callsen-Bracker rechts und Filip Daems links verteidigen. Brouwers/Kleine würde dann ins Zentrum rücken. Marcel Ndjeng würde ins rechte defensive Mittelfeld rücken und könnte doch seiner Kreativität größere Freiheiten gewähren. 

Egal welche Taktik Luhukay wählt, bei den derzeitigen Abwehrschwächen wird er nicht um die Installation zwei weiterer defensiver Mittelfeldspieler herumkommen. Das favorisierte Duo heißt hierbei ganz klar Alberman/Paauwe. Sind sie fit, werden sie spielen. Doch gerade dies ist bei Patrik Paauwe fraglich. Eine Zerrung wird seinen Einsatz bis zum Schluss offen lassen. Für die Fohlen wäre dies ein herber Verlust, zeigte sich doch gerade in Hannover welchen Stellenwert der Iceman im Gladbacher Defensivverbund hat. Da kommt es grade gelegen, dass mit Sebastian Svärd eine Alternative rechtzeitig von seiner Verletzung genesen ist. Er wäre erste Wahl, wobei auch hier ein Alex Voigt durchaus eine Option darstellen könnte. Seine Bissigkeit fehlte dem Gladbacher Spiel zuletzt oft. Das Experiment mit Soumaila Coulibaly als zweiten Sechser dürfte man hingegen getrost als gescheitert ansehen.
 

Doch Halt! War da nicht ein amerikanischer Neuzugang, in dem viele schon den neuen Heilsbringer erhoffen? Welche Rolle Michael Bradley spielen wird, bleibt abzuwarten. Jos Luhukay ist sicherlich kein Trainer, der einen Spieler in krisenhaften Zeiten verheizt. Auf der anderen Seite war es aber schon oft das berühmte Kaninchen aus dem Zylinder, das in einer Krise die Wende brachte. Seine Chancen für ein Bundesligadebüt stehen gut, ob er sich aber bereits in der Startformation wiederfinden darf, muss abgewartet werden. Denn es ist, wie bereits erwähnt: Die Defensive ist diesmal eine Wundertüte. 

Borussias Offensive
 

Die große Frage, die sich stellt, lautet: Spielt Oliver Neuville von Anfang an? Sein Fitness-Rückstand sei aufgeholt, nun fehle nur noch die Spielpraxis, hieß es. Und ein erster Härtetest gegen Charleroi verlief äußerst vielversprechend. Als aber nach dem Anschlusstreffer Rob Friends in Hannover die Möglichkeit der Einwechslung eines zweiten Stürmers zur Erhöhung des Drucks bestand, verzichtete Jos Luhukay auf diese Option. Der Einsatz von Roberto Colautti in der Startformation scheint nach frisch überstandener Verletzung indes noch zu früh. Vieles spricht also dafür, dass die Fohlen zunächst auch gegen Hertha BSC mit Friend als einzige Spitze agieren werden. Ebenso gibt es nur wenige Anzeichen dafür, dass sich im offensiven Teil des Mittelfelds etwas ändern könnte. Alexander Baumjohann konnte zwar in Hannover nicht an seine überragende Leistung gegen Bremen anknüpfen, doch gehört er zu den Akteuren, denen man kaum einen wirklichen Vorwurf für die Klatsche an der Leine machen kann. Abgesehen von viel Leerlauf sticht seine Balleroberung, die zum Ehrentreffer führte, heraus. Er dürfte erneut die Position des klassischen 10ers bekleiden. Flankiert wird er dabei einmal mehr von Karim Matmour auf rechts, der bislang zu den stärksten Gladbacher Akteuren zählt, sowie von Marko Marin auf links. Letzterem täte es allerdings gut, sich mehr in die Defensivarbeit einzuschalten. So sind seine Dribblings zwar schön für die Galerie und zudem oft gefährlich, doch fällt auch auf, das durch die offensive Interpretation seiner Rolle gerade die linke Defensive sehr anfällig für Tempogegenstöße des Gegners sind. Alternativen gibt es allerdings wenige. Coulibaly gehörte in Hannover zu den schlechteren Akteuren und dürfte sich kaum für einen Platz in der Stammformation aufgedrängt haben. Sascha Rösler steht zur Zeit klar im Schatten von Baumjohann und Sharbel Touma stand zuletzt nicht mal im Kader.  

Der Gegner aus Berlin
 

Es sollte der große Neubeginn werden, den sich die Verantwortlichen der Hertha von der Verpflichtung des Schweizer Erfolgstrainers Lucien Favre zu Beginn der Saison 07/08 erhofften. Und sie wurden nicht enttäuscht. Kaum in Berlin angekommen, befand dieser direkt knapp die Hälfte des Spielermaterials als unbrauchbar und begann ein gnadenloses Aussieben. Mehr als 25! Spieler verließen den Verein seitdem, darunter in der Vergangenheit hoch gelobtes Personal wie die Gebrüder Boateng, Gilberto, Fathi oder Mineiro. Das „Kaufhaus des Ostens“ wäre hingegen ein unpassender Begriff, hielten sich Transferausgaben und -einnahmen doch ungefähr die Waage. Hertha spielt seitdem durchwachsen, was aber aufgrund eines Umbruchs dieser Größenordnung nicht verwunderlich ist. 
 

Lucien Favre bevorzugt die Arbeit mit jungen hungrigen Spielern. Unter den Zugängen sind somit Spieler, die älter als 23 Jahre sind, eher die Ausnahme. Dabei wilderte er zunächst bei seinem ehemaligen Arbeitgeber FC Zürich so intensiv, dass sich deren Präsident Canepa schon fragte, wann denn nun er ein Wechselangebot aus Berlin erhalten würde. Die Stammelf besteht somit aus einer gesunden Mischung aus erfahrenen Routiniers und jungen Heißspornen. Den in Mönchengladbach hochgelobten Team-Spirit sucht man in Berlin jedoch vergebens. Die Mannschaft zerfällt in verschiedene Gruppierungen und dieser Zwist kommt in schöner Regelmäßigkeit immer wieder zum Ausbruch, was vom Berliner Boulevard auch dankbar aufgenommen wird. Im Gegensatz zu früher, als die Meldungen zu Hertha von Diven wie Marcelinho, Alex Alves oder Kevin-Prince Boateng bestimmt wurden, halten sich die Auswüchse mittlerweile jedoch merklich in Grenzen. Zudem pflegt Lucien Favre einen autoritären Führungsstil und straft Mätzchen sofort ab.
 

Wenn es gut läuft, kann Hertha sehr starke Leistungen abrufen, die jeden Gegner in Bedrängnis bringen. Zudem verfügt man über starke Individualisten, die ein Spiel alleine entscheiden können. Läuft es hingegen mal nicht, fällt auch direkt das gesamte Team in ein tiefes Loch. Der Fußball wirkt dann lustlos und uninspiriert, und nicht selten kommen dann Enttäuschungen, wie z.B. Heimniederlagen gegen Cottbus, zu Stande. Hertha BBSC ist ein Team, den man durchaus den Schneid abkaufen kann. Lässt man sie hingegen spielen, kann man mit einem bösen Erwachen rechnen. 

Herthas Defensive
 

Im Tor steht der ehemalige Bochumer Jaroslav Drobny. Er ist zwar in der Öffentlichkeit nicht ganz unumstritten, doch da dies in Berlin noch bislang für jeden Torhüter galt, folgt er damit nur einer guten Tradition. Tatsächlich können seine Leistungen bislang als sehr solide bezeichnet werden und es gibt keine Anzeichen dafür, dass die sportliche Leitung dies anders sieht. Vor ihm spielt eine klassische Viererkette, welche für gewöhnlich von zwei Sechsern abgedeckt wird. Die beiden Außenverteidiger dürften, sollten sie sich nicht kurzfristig verletzen, gesetzt sein. Arne Friedrich ist als rechter Außenverteidiger und Führungsspieler aus dem Abwehrverbund eh nicht wegzudenken. Der ehemalige Rostocker Marc Stein spielte als linker Außenverteidiger bislang zu solide, als dass hier ein zwingender Wechselbedarf bestehen würde. Dieser könnte eher in der Innenverteidigung zum tragen kommen. Der Schweizer Steve von Bergen stand bislang zwar immer in der Stammformation, doch geben seine derzeitigen Leistungen nicht nur dem Boulevard zu denken. So war er maßgeblich an 4 der letzten 6 Gegentreffer beteiligt, wobei  sein unnötiger Ballverlust in der 90ten Minute gegen Wolfsburg, welcher zum Ausgleich führte, den momentanen Höhepunkt darstellt. Seinen Platz könnte der Brasilianer Kaká einnehmen, dessen Leistungen in dieser Saison allerdings auch getrost als durchwachsen bezeichnet werden können. Ebenso denkbar wäre aber auch der Einsatz von Sofian Chahed von Beginn an. Weniger wahrscheinlich dürfte hingegen das Aufrücken des in Polen gefundenen Brasilianers Rodnei sein. Den zweiten Platz in der Innenverteidigung sollte indes Josip Simunic sicher innehaben. Er hatte in dieser Saison die Ehre, das Berliner Sommertheater zu eröffnen. Nach einem recht ordentlichen Start mit einem Auswärtssieg in Frankfurt erkannte sein Trainer Fitnessrückstande und ließ Simunic zu einem Opfer der Rotation werden. Der Australo-Kroate, nicht grade als ein Vertreter der leisen Töne bekannt, gab seine Verwunderung für seine Verhältnisse noch recht moderat zum Ausdruck. Dies besorgte dann sein Mannschaftskollege Patrick Ebert besser, als er nach einem enttäuschenden 1:1 gegen Bielefeld direkt vor laufender Kamera sein Unverständnis äußerte. Ein Affront gegen die sportliche Leitung. Diese zeigte sich wiederum not amused und so war bereits nach 2 Spieltagen der erste Krach da. Die Presse freut sich und der Fan kann nur den Kopf schütteln. Diese Episode scheint jedoch ausgestanden und gegen Wolfsburg war Simunic wieder in der Startformation zu finden. 

Vor der Abwehr hat Lucien Favre mit dem Brasilianer Cicero und dem Serben Gojko Kacar zwei defensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler installiert. Beide geben ihm durch ihre bisherigen Leistungen eigentlich keinen Grund, sie nicht für die Startelf zu berücksichtigen. Alternativ könnte hier auch der Schweizer Fabian Lustenberger spielen, der seine Rolle allerdings etwas offensiver interpretiert. Bisher hat er es allerdings nicht schaffen können, sich in der ersten Elf von Hertha fest zuspielen, so dass für ihn erst einmal der Platz auf der Bank die wahrscheinlichste Option ist. Ebenso wäre ein Wiedersehen mit Pal Dardai möglich, der mittlerweile der dienstälteste Herthaner ist. Doch dies wäre eine echte Überraschung, hat er doch bisher noch keine Minute in dieser Saison gespielt.
 

Herthas Offensive
 

Kurz vor Ende der Transferfrist gelang es Manager Dieter Hoeneß dann doch, einen „echten Kracher“ aus dem Hut zu zaubern. Mit dem Ex-Gladbacher Andrej Voronin scheint man tatsächlich einen Spieler gefunden zu haben, der ins Anforderungsprofil passt. In Liverpool allenfalls zweite Wahl, wusste er jedoch in der Vergangenheit in der Bundesliga von seiner Qualität zu überzeugen. Das Leihgeschäft war allerdings auch dringend von Nöten. In der Offensive ist Hertha BSC zwar qualitativ gut, quantitativ jedoch eher dünn aufgestellt. Mit dem Ausfall des Tunesiers Amine Chermiti, auf den man in Berlin große Hoffnungen setzt, war man quasi zum Handeln gezwungen. Voronin kann sowohl als zweiter Stürmer, als auch als hängende Spitze hinter seinem Sturmpartner Marko Pantelic agieren. Der serbische Goalgetter ist aus dem Berliner Sturm nicht wegzudenken. Im Sommer drohte er mit seinem Weggang, doch Herthas Verantwortlichen war der Wert dieses Spielers letztendlich klar. Marko Pantelic gehört zu der Kategorie von Spielern, die man nicht ausschalten kann. 89 Minuten nicht sichtbar, aber im entscheidenden Moment dann doch noch da. Er dürfte die Gladbacher Defensive vor einige Probleme stellen, solange er keine Elfmeter schießt. Gegen Wolfsburg verschoss er seinen vierten in Folge und sorgte damit für Unmut bei der sportlichen Leitung. Alle Beteiligten bewahrten natürlich die Ruhe und tauschten sich direkt über die Presse aus. Für Dieter Hoeneß war klar, das „Marko ein- für allemal klargestellt hat, dass er keine Elfmeter mehr schiessen wird“. Dieser sieht das anders und ließ öffentlich verkünden, dass er beim nächsten mal gerne wieder bereitsteht, mit der griffigen Begründung „du bist kein Tiger, wenn du keine Eier hast“. Ja, Berlin hat Unterhaltungswert. Es bleibt somit für Gladbach zu hoffen, das nun keine Trotzreaktion folgt und man den Tiger allenfalls am gestreiften Schwanz erkennt.
 

Durch Voronins Verpflichtung würde vermutlich Favres „Lieblingsspieler“ Raffael von seiner bisherigen Position als hängende Spitze verdrängt werden und ins linke Mittelfeld rücken. Genau dort drückt den Berlinern auch der Schuh, konnte man bisher doch noch keine Idealbesetzung finden. Raffael ist ein schneller wendiger Spieler, der zudem Torgefahr verströmt. Er hat zwar noch nicht die Wunderdinge geleistet, die man sich von ihm erhoffte, aber auch keineswegs enttäuscht. Am Dienstag ist er übrigens Papa geworden und es bleibt zu hoffen, dass ihm das nicht den Schub für ein ganz großes Spiel gibt. Im rechten Mittelfeld ist eigentlich das Eigengewächs Patrick Ebert gesetzt. Doch bei ihm ist es unklar, ob er in Mönchengladbach überhaupt spielen kann, da er noch an einer Leistenzerrung laboriert. Derzeit stehen die Zeichen eher auf pausieren. Favorit für seine Position wäre der Pole Lukas Piszczek, der diese Saison bereits zweimal in der Startelf stand. Denkbar ist aber auch der erstmalige Beginn von Anfang an für einen alten Gladbacher Bekannten der letzten Saison. Der ehemalige Wehener Maximilian Nicu scharrt bereits mit den Füssen, um zu zeigen was er kann. Sein Tor im UEFA-Cup gegen St. Patrick´s dürfte ihm beste Argumente geliefert haben. Mit Fabian Lustenberger kommt auch noch ein dritter Spieler für die Bekleidung dieser Position in Frage. Seine Chancen sollten aber von den genannten Spielern am geringsten sein. 

Schiedsrichter


Dr. Felix Brych ist einer der zahlreichen Belege dafür, dass Leistung nicht unbedingt erbracht werden muss, um den Status eines FIFA-Schiedsrichters zu erhalten. Dem Münchener darf aber zugute gehalten werden, in dieser Saison bei seinen bislang zwei Erstligaeinsätzen nur Heimsiege begleitet zu haben, was er am kommenden Samstag möglichst fortsetzen sollte. Bei den Niederlagen der beiden Mitaufsteiger aus Köln (1:2 in Wolfsburg) und Hoffenheim (2:5 in Leverkusen) hatte er einen insgesamt relativ geruhsamen Nachmittag, wenn man einmal von der übersehenen Tätlichkeit von Wome absieht. Dies war im Vorjahr anders, als er in der 1. Runde des DFB-Pokals im Spiel zwischen Wehen und Stuttgart gleich 7 Gelbe und 4 Rote Karte verteilte. 

Sein letztes Erstligaspiel mit Borussen-Beteiligung pfiff er bei der inzwischen vorletzten Auswärtsniederlage in Hannover 2007 (0:1), als sich die Gastgeber seiner Mithilfe gewiss waren und Borussia einige aussichtsreiche Chancen zu Unrecht wegen Abseits abgepfiffen wurden. Beim letztjährigen 3:0-Auswärtssieg am Millerntor half er uns wiederum durch den berechtigten Platzverweis für den Paulianer Boll.
 

Freunde der Statistik werden dennoch nicht über die Ansetzung erfreut sein. In 7 Erstligapartien unter seiner Leitung ging Borussia fünf Mal als Verlierer vom Platz (davon zweimal daheim). Der einzige Sieg gelang – man höre und staune – auf fremdem Platz, als Borussia im September 2005 für einen Nachmittag lang in Bielefeld seine Auswärtsphobie vergaß.


Bilanz


Vierzehn Siege – Zwölf Unentschieden – Achtzehn Niederlagen, dazu jeweils zwei Siege und Niederlagen im DFB-Pokal. Die Bilanz gegen Hertha BSC ist somit leicht negativ. Berücksichtigt man aber, dass die Borussia meist mit leeren Händen aus der Spree-Stadt heimkehrte, sieht das Bild doch direkt positiver aus. Zehn Heimsiegen stehen in der Bundesliga acht Unentschieden und vier Niederlagen entgegen. Im jetzigen Borussen-Park ist man sogar noch ungeschlagen. Das letzte Aufeinandertreffen geriet dabei zur Gala für den aus Berlin nach Gladbach gewechselten Nando Rafael, der mit zwei Toren beim 3:1 Sieg seinem alten Arbeitgeber noch einmal seine Wertigkeit beweisen konnte. Mit diesem Sieg beendeten die Fohlen auch eine Serie von vier Heimspielen ohne Sieg. Erwähnenswert ist auch das Heimspiel am 19.12.97, als Gladbach bereits nach 7 Minuten mit 0:2 hinten lag um dann mit 4:2 zu gewinnen. Beteiligt an diesem Kraftakt war ein gewisser Andrej Voronin. Und noch ein kleines Schmankerl am Rand: Nach ihrem ersten Wiederaufstieg konnte die Borussia nur zweimal zu Hause gegen Hertha gewinnen – in ihrer ersten und letzten Saison. Wer abergläubisch ist, dürfte hier also ein gutes Zeichen sehen.
 

Aufstellungen


Borussia: Heimeroth – Callsen-Bracker, Kleine, Daems, - Ndjeng, Paauwe, Alberman, Matmour, Baumjohann, Marin - Friend,.
Ersatz: Gospodarek - Brouwers, van den Bergh, Svärd, Voigt, Bradley Coulibaly, Touma, Neuville, Colautti.
Es fehlen: Gohouri (nicht berücksichtigt)

Hertha BSC: Drobny – Friedrich, Simunic, Kaká, Stein – Piszczek, Kacar, Cicero, Raffael – Voronin, Pantelic
Ersatz: Gäng – von Bergen, Chahed, Rodnei, Dardei, Nicu, Lustenberger, Domovchiyski
Es fehlen: Fiedler, Hartmann, Ebert, Lucio Chermiti (alle verletzt)

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Schiedsrichterassistenten:
Robert Hartmann, Marco Achmüller
Vierter Offizieller: Sönke Glindemann


SEITENWAHL-Meinung
 

Thomas Haecki: Wundertüten haben die Angewohnheit, Überraschungen zu beinhalten. Somit ist dieses Spiel ganz schwer zu bewerten. Ich werfen daher mal einen Blick in meine Vereinsbrille und hoffe, das Gladbach sein Heimgesicht zeigt, kämpft und den Hauptstädtern den Schneid abkauft. Sollten sie das schaffen, sehe ich verschwommen ein knappes 2:1.
 

Thomas Zocher: Es hat den Anschein, dass Borussia derzeit wieder einmal nur in Heimspielen richtig konkurrenzfähig ist. Und an und für sich wäre das Spiel gegen die Berliner Hertha ein ideales Match für einen Heimsieg. Wenn die Berliner in vorderen Reihen nicht mehrere Spieler hätten, die für Borussias schwer zu spielen sind. Daher rührt meine Vermutung über den Spielausgang, ein 2:2.
 

Hans-Jürgen Görler: Ein Sieg, drei Niederlagen - Platz 15. Das kann ja eine "heitere" Spielzeit werden. Zwischen den Sieg und die Niederlagen quetscht sich ab Sonnabend ein Unentschieden. Das 1:1 wird jedoch keine Mannschaft so richtig zufrieden stellen. 
 

Mike Lukanz: Was muss ich da gestern im "Express" lesen? Das Fanprojekt "rät" Voronin, besser nicht im Kader zu sein? Wo leben wir eigentlich? Natürlich wird er spielen und ebenso natürlich wird er treffen (remember Leverkusen, remember Schlaudraff, remember Uwe Rahn, remember jeden verdammten Ex-Borussen?). Mit dem feinen Unterschied, dass sein(e) Tor(e) nicht dazu beitragen wird (werden), dass Borussia ihr Spiel verliert. Das 2:2 an einem sonnigen, aber kühlen Nachmittag wird zumindest nett anzuschauen sein, aber keinen so richtig weiterbringen. Denn dann steht die nächste Auswärtsfahrt an. Das Murmeltier ist wieder da...

Michael Heinen: Auch wenn es ein Heimspiel wird. Zu mehr als einem Punkt wird es gegen die Hertha nicht reichen, die dank des ersten Treffers von Andrej Voronin bei einem Gegentreffer von Neuville per Elfmeter zu einem gerechten 1:1-Unentschieden kommen.
 

Christoph Clausen: Ein eifriger Leser stellte unlängst eine "deutlich negative Korrelation" zwischen der wöchentlichen Kaffeesatzleserei an dieser Stelle und den tatsächlichen Ergebnissen am Wochenende fest. In der Hoffnung, dass dies auch weiterhin funktionieren möge, tippe ich somit eine 0:2-Heimniederlage der Borussia. Um die Unheilprognose vollzumachen: Das Ergebnis wird bewirkt durch einen weiteren Doppelpack eines weiteren ehemaligen Borussenstürmers. 
 

Christian Spoo: Das kleine Debakel von Hannover dürfte noch in den Köpfen mancher Spieler herumegistern und nicht gerade für Sicherheit sorgen. Außerdem wird der unsägliche Andrej Voronin sein obligatorisches Tor gegen Borussia schießen. Trotzdem zeigt sich Borussia gegenüber dem vergangenen Wochenende gefestigt, lässt hinten "nur" zwei Tore zu und macht vorne selbst genau so viele. Sprich: das Spiel endet 2:2.

... lade FuPa Widget ...

Borussia Mönchengladbach auf FuPa

... lade FuPa Widget ...

Borussia Mönchengladbach auf FuPa