TSG Hoffenheim 1899Nein, es geht nicht um Schadenfreude. Obwohl es schon bemerkenswert ist wie chancenlos die Borussia bei ihrem erst zweiten Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim nun eingestuft wird. Es spielt ja immerhin der Tabellenletzte gegen den Tabellenführer, oh oh oh! Dabei war das vor achtzehn Monaten noch ganz anders: da war das Spiel in Mönchengladbach das Duell des "Etatriesen" gegen den "Dorfklub" und für die gern mit den Fan-Emotionen spielenden Medien war schon jedes Übertreten der Mittellinie von Seiten eines Hoffenheimers eine schlagzeilentaugliche Riesensensation.

Borussias Defensive

Apropos „Übertreten der Mittellinie". Nicht wesentlich über diese Markierung war beim Auftritt der Borussia gegen den VfB Stuttgart in Baden-Württemberg am vergangenen Spieltag Neuzugang Tomas Galasek hinausgekommen. Der erfahrene tschechische Ex-Nationalspieler hatte sich insbesondere in der ersten Halbzeit ausschließlich in den eigenen Gebieten aufgehalten und mit seinen noch vorhandenen Fähigkeit dafür gesorgt, dass die Borussia gerade in der Abwehrbewegung sehr viel stabiler wirkte. Stabiler, als man dies von ihr in dieser Saison bislang gekannt hat.

Dieses Fernbleiben der gegnerischen Spielhälfte, untermalt von einigen flapsigen Aussagen des Nationalstürmers Mario Gomez nach der Partie, hat die Presselandschaft in Fußball-Deutschland sogleich dankend aufgenommen und jene Artikel wieder aufflammen lassen, die auf Liebkosungen zurückgreifen mit der die Sportredaktion der Rheinischen Post im Winter 2005 die Spieltaktik des 1. FC Nürnberg unter dessen damaligem Neu-Trainer Hans Meyer bei einem Auswärtssieg in Mönchengladbach aufgewartet hatte: die so genannte „Opa-Taktik"! Der Versuch sich in einer prekären Tabellensituation zunächst über eine möglichst stabile Deckung jene Selbstsicherheit zu verschaffen, um darauf aufbauend anschließend konstruktiven Kombinationsfußball spielen zu können.

Für die Historiker in diesem Zusammenhang hier eine Frage: Welche Rolle spielte eigentlich der 1999 nach dem Bundesligaabstieg vom SC Freiburg zur Borussia gestoßene Damir Buric nach der Amtübernahme von Hans Meyer in derselben Saison über jene Wochen bis hin zur Winterpause? Das war in großen Teilen eine dieser Rolle ähnelnde Funktion. Und der heute zum Freiburger Trainerstab zählende war damals auch schon 35 Jahre alt (Galasek ist derzeit 36), dennoch las man damals andere Erhebungen über die Spielweise der Borussia als „Opa-Taktik" oder auch „das Fossil des Tages".

Möglicherweise ändert sich für die Begegnung gegen Hoffenheim 1899, deren Offensive mutmaßlich stärker ist als die der Stuttgarter Omas, der Defensivverbund Borussias im Vergleich zur Vorwoche. Zumindest am Anfang dieser Woche begannen Thomas Kleine und Neuzugang Dante Bonfim wieder mit dem richtigen Mannschaftstraining. Um da auch die Ähnlichkeit zur Situation von 1999 zu suchen: wenn Dante Bonfim auf Anhieb die Qualität mitbringt - die ein Sladjan Asanin dereinst erst nach dreimonatigem Training unter Hans Meyer zu zeigen begann - hätte sich die versammelte Journalistenschar diese Woche völlig umsonst bei der Volkshochschule für den Aufbaukursus in Fußballtaktik eingeschrieben.

Selbst in diesem Fall wird sich an der Funktion und an der Ausrichtung von Tomas Galasek für das Spiel der Borussia nicht wesentlich etwas verändern. Es ist ja doch absolut unverständlich, weshalb landauf und landab in den Hinrundenrückblicken die „Schießbude" aus Mönchengladbach Würdigung fand und andererseits nun Entsetzen aufkeimt, bloß weil sich Tomas Galasek anders als etwa ein Patrick Paauwe in der Hinrunde eben nicht dazu verleiten lässt mit in die Offensive aufzurücken. Sondern darauf bedacht ist die Anzahl der Spieler hinter dem Ball(führenden) stabil zu halten.

Borussias Offensive

Die mit einem 4-5-1 absolut hochmodernen Fußball spielende Bielefelder Arminia hat am vergangenen Sonntag bei ihrem Auswärtssieg in Bremen bewiesen, dass auch in Spielauffassungen mit vordergründig defensivem Einschlag der Torerfolg nicht zwingend ausbleiben muss. Beeindruckend aus wie wenig Chancen Bielefeld dabei zwei Tore kreierte. Es war so imposant, dass wenn es sich um (sagen wir) Bayern München gehandelt hätte, anschließend das geflügelte Wort vom so genannten Bayerndusel das Trinkspiel in den Sportredaktionen der Republik geworden wäre.

Es ist möglich, dass sich die Borussia von ihrem zuletzt gezeigten und absolut antiquierten 4-5-1 in der Partie gegen die Hoffenheimer TSG von 1899 komplett lossagt und stattdessen jenes hochmoderne 4-5-1 Bielefelder Prägung auf den Rasen abbilden könnte. Wer allerdings nun glaubt das wäre die zentrale Frage, der muss wissen, dass die zentrale Frage in der Offensive der Borussia längst nicht mehr die nach der Torgefahr ist, sondern vor allem die nach dem Aufenthaltsort von Marko Marin bei Spielbeginn; wenn der Nationalspieler beim Anpfiff in der Startformation stehen sollte, dann natürlich bloß, weil Cheftrainer Hans Meyer dem unglaublichen Druck von Außen nicht mehr trotzen konnte und nicht etwa, weil der spieltaktisch noch am ehesten in der Fördergruppe beheimatete Mittelfeldspieler der Borussia vor heimischem Publikum einen Nutzen bringen könnte.

In Bezug auf Mittelstürmer Rob Friend wird es derweil spannend zu sehen sein in welcher Form der in der letzten Saison enorm treffsichere kanadische Nationalspieler jetzt und in den restlichen Wochen der Saison wieder vermehrt Zuspruch und Unterstützung von den eigenen Anhängern bekommt. Also in erster Linie jenen, die sich noch bis zum Montag dieser Woche  um cirka 11.59 Uhr „völlig sicher" waren, dass die Borussia in jedem Fall „noch etwas" im Angriff machen werde und die klaren Aussagen der Verantwortlichen über die Winterpause hinweg ein „riesiger Bluff" waren.

Ja, ja - nebenbei bemerkt: ist der größte Bluff der laufenden Saison nicht eigentlich irgendwie die Unterstützung der Borussenfans? Ein 2:2 gegen Bayern München bejubeln und gegen Werder Bremen die Mannschaft zum 3:2 tragen.

Auch dies sind umgerechnet eher 11 als 38 Punkte.

Die TSG von 1899

Das Jahr 2009 könnte im Kraichgau womöglich als ein besonderes Jahr in die Vereinsgeschichte der TSG von 1899 eingehen, allerdings sollte statt vom neuen Stadion dort viel eher über das Jahr 2008 als das größte Jahr der Vereinsgeschichte gesprochen und geschrieben werden. Wer sich nämlich innerhalb von 12 Monaten mit eindrucksvollem Fußball von Platz 8 der Zweitligatabelle auf Platz 1 der Erstligatabelle vorschiebt, der hat einen vollkommenen Quantensprung erzielt, neben dem sämtliche anderen Verdienste anderer deutscher Profivereine im selben Zeitraum so angestaubt wie ein müdes Altherrenwitzchen erscheinen.

Man muss nun kein Freund solcher strategisch durchgestylten Projekte wie Hoffenheim 1899 sein - obwohl selbst die SEITENWAHL-Redaktion sich diesbezüglich mittlerweile klar in Pro und Kontra gespalten hat - allein aber die Leistung muss man würdigen: Mäzen Dietmar Hopp räumt ganz offen ein, in den letzten Jahren zusammen cirka 175 Millionen Euro Investitionen in Beine und Steine getätigt zu haben; Hoffenheim steht nun dadurch mit einem wohl proportionierten neuen Stadion mit Vorsprung an der Tabellenspitze der 1. Bundesliga.

Vielleicht kann man das nicht so herunterbrechen, und manch ein Fußballfreund bemüht sich sicher nun herauszufummeln, dass man bei Vereinen wie Energie Cottbus, dem VfL Bochum, dem 1. FC Kaiserslautern, der Bielefelder Arminia oder den Offenbacher Kickers auch gern einmal so viel Geld in kurzer Zeit hätte „verprassen" dürfen. Ja, sicher. Das sind dann aber meistens auch jene Fußballfreunde, die einst die Meinung eingeführt hatten, dass allein Resultate Basis für Argumente bilden dürfen. Man würfelt sich in Fußball-Deutschland die Argumente halt gern zusammen, je nach Tagesform und Gesinnung.

Von daher wird man ganz gewiss auch in diesem Winter aus solchen Ecken wieder einmal hören können, dass die Hoffenheimer durch die Neuzugänge Timo Hildebrand (FC Valencia; ablösefrei), Boubacar Sanogo (Werder Bremen; ausgeliehen) und Fabricio Silva Dornellas (Flamengo Rio de Janeiro; ausgeliehen) ihre so genannte Jugendphilosophie auf das Niederträchtigste „verraten" hätten. Womöglich garniert mit dem Vorwurf die Rückholaktion von Stürmer Kai Herdling vom nahezu bankrotten Lokalrivalen SV Waldhof Mannheim, wo dieser in der Hinrunde in vierzehn Partien zehn Tore erzielt hatte, sei der ultimative Beweis dafür wie hundsgemein sie lange schon anderswo „wildern".

Die Defensive der TSG von 1899

Wäre SEITENWAHL dem Boulevard zuzurechnen, würden wir an dieser Stelle möglicherweise erneut darauf hinweisen, dass wir bereits im Sommer 2005 ein Interview mit Borussias ehemaligem Juniorennationalspieler Marvin Compper führten, in dem sich der heutige A-Nationalspieler als tauglicher Innenverteidiger für die Bundesligaelf der Borussia sah. Wir würden das dann auch sicher mit den kreischenden Parolen in einer Form ausschlachten, wie es eben dort typisch ist. Stattdessen hoffen wir, dass sich der eine oder andere Boulevardjournalist vielleicht doch besser daran erinnert, dass er mit einem völlig asozialen Verhalten im Vorfeld der Winterpause 2006/07 dem heute gern als Kronzeugen für eine verfehlte Personalpolitik bei der Borussia aufgelisteten Tübinger annähernd die Karriere versaut hätte. Auch damals galt es für diese Verantwortungslosen ja schon den amtierenden Cheftrainer mit klebrigen Artikelchen und dusseligen Geschichtchen möglichst als geistig umnachtet darzustellen.

Nun ist Marvin Compper eine feste Größe im Defensivverbund der TSG Hoffenheim von 1899 und seit dem Englandspiel in Berlin auch Nationalspieler. Dies ist der neue Torwart der Elf aus dem Kraichgau, Timo Hildebrand, seit dem vergangenen Sommer nicht mehr. Möglicherweise wird der frühere Schlüsselspieler des VfB Stuttgart gegen die Borussia fehlen, aber das wird sich kurzfristig noch entscheiden müssen. Am vergangenen Samstag hatte sich der einst als Synonym für den mitspielenden Torwart „der deutschen Torwartschule" an sich entgegenstehende Hildebrand während der Partie gegen Energie Cottbus verletzt und war zur Sicherheit medizinisch untersucht worden. Sollte er für das Spiel gegen die Borussia ausfallen, dürfte Daniel Haas den TSG-Kasten hüten. Das ist ein im Torwartspiel Christofer Heimeroth gewissermaßen gleichender Ex-Juniorennationaltorwart, der in der zurückliegenden Hinrunde den Beweis erbringen konnte, dass es bei der Frage nach dem Erfolg nicht allein auf einen möglichst grimmigen Gesichtsausdruck oder gar furchteinflößendes Image des jeweiligen Stammtorwarts ankommt.

Weniger überraschend als die Entwicklung von Hoffenheims rechtem Außenverteidiger Andreas Beck ist im verbleibendem Defensivgefüge schon die Entwicklung des linken Außenverteidigers Andreas Ibertsberger, der als vielseitig verwendbarer Außenbahnspieler zu Freiburger Zeiten nicht als konzentrationsstarker Spieler ohne (unter Umständen spielentscheidende) Flüchtigkeitsfehler aufgefallen war. Er wird sich im Rennen um seinen Stammplatz in der nahen Zukunft zwar mit dem nun ausgeliehenen Linksfuß Fabricio Silva Dornellas auseinandersetzen müssen und außerdem wissen, dass auch der derzeit vor der Abwehr zum Einsatz kommende Luiz Gustavo Dias (der mitunter ein wenig zu robust in den Zweikampf findet) potentiell links verteidigen könnte, sollte er aber kurzfristig ausfallen dürfte momentan eher noch Andreas Beck ihn links vertreten.

Die Defensive der TSG von 1899 wird auf der Position neben Marvin Compper im Zentrum wohl Matthias Jaissle einnehmen, ein anderer früherer Juniorenspieler des VfB Stuttgart, der die Entwicklung des so genannten Dorfvereins seit 2 Jahren hautnah miterlebt und sich etwa mit seiner Geflissentlichkeit im Zweikampf besonders in dieser Saison an und für sich die Aufmerksamkeit verdient hätte, die man heutzutage leider nur noch dann erlangt, wenn man möglichst mit Pauken und Trompeten jeden Tag dafür sorgt, dass die Medien zurecht vom „Zirkus Bundesliga" sprechen dürfen.

Die Offensive der TSG von 1899

Hätte man Ralf Rangnick am Anfang des zurückliegenden Sommers gesagt, seine Mannschaft würde in der Bundesliga nach dem Aufstieg von Erfolg zu Erfolg eilen und dabei mit Demba Ba, Chinedu Obasi, Carlos Eduardo Marques  und  Vedad Ibisevic spielen, Rangnick hätte dieser Behauptung keinen Glauben geschenkt. So ließ sich der Fußball-Lehrer im Verlauf der Hinrunde mehrfach zitieren. Mit diesem Statement zielte er darauf ab, wie phantastisch insbesondere sein erwähntes Offensivquartett sich in die Verteidigungsarbeit einbinde. Richtigerweise! Wer zum Beispiel die Hoffenheimer Mannschaft im Heimspiel gegen den Hamburger SV, der förmlich überrannt wurde, gegen Schalke 04 oder im Auswärtsspiel bei Bayern München gesehen hat, der wird Rangnick in diesem Gesichtspunkt Recht geben (müssen).

Ohne eine strukturierte Bewegung zum Zwecke der Torverteidigung bei gegnerischem Ballbesitz wäre es auch der TSG von 1899 öfter so ergangen wie vielen Teams, in denen sich manche Offensivspieler nicht nachdrücklich bei der Balleroberung engagieren. Und mutmaßlich hätte die Elf aus dem Kraichgau dann nicht so erfolgreich sein können wie bisher, weil auch Trainer Rangnick schließlich kein Hasardeur ist und natürlich auch seine Augen darauf haben muss, dass seine Mannschaft den Gegner nicht förmlich zum Torerfolg einlädt, weil sie bei Ballverlust lieber vierblättrige Kleeblätter sucht als den Ball so zügig wie möglich zurück zu erobern.

Aus Hoffenheims vierblättrigem Offensiv-Kleeblatt bleibt für die Partie in Mönchengladbach höchstwahrscheinlich aber nur Demba Ba übrig, der im Hinspiel beim 1:0-Erfolg über die Borussia ein Privatduell mit dem glänzend aufgelegten Christofer Heimeroth abhielt und ein ums andere Mal seinen Torjubel noch herunterschlucken musste. Während Vedad Ibisevic mit seinem Kreuzbandriss unpässlich ist, fehlt Chinedu Obasi aufgrund der Auswirkungen seines im Heimspiel gegen Schalke 04 erlittenen Muskelfaserrisses. Carlos Eduardo Marques, eine Triebfeder des Angriffswirbels der Elf, wird gegen die Borussia noch ein letztes Mal dafür büßen, dass er in der Rückrundenvorbereitung den Hamburger Ivica Olic in einem Freundschaftsspiel mit seiner Faust traktierte - Trainer Rangnick ist die Aussage abzunehmen, dass niemand ernsthaft erwarten könne, dass die Mannschaft ohne diese Fehlenden mit derselben Brillanz wie in der Hinrunde durch die Bundesliga gleiten werde.

Nichtsdestotrotz probieren wird die TSG von 1899 dies, womöglich in derselben Spielausrichtung wie beim Heimsieg über Energie Cottbus, als Rangnick ein rautenförmiges 4-4-2 auf den Rasen brachte, in dem der fußballerisch feine Freistoßspezialist Sejad Salihovic und der pfeilschnelle Tobias Weis zwischen Offensive und Defensive pendelnd den zentral offensiv agierenden Selim Teber bei dem Versuch unterstützte der Angriffsformation Demba Ba und Boubacar Sanogo eine Hilfestellung zu geben; während auf Demba Ba bei den letzten beiden Vorberichten im Zuge von Spielen der Borussia gegen Hoffenheim bereits nachdrücklich eingegangen worden war, sollte an dieser Stelle möglicherweise das eine oder andere Wort über Leihstürmer Sanogo verloren werden.

Dieser verdankt seine Bundesligalaufbahn dem früheren Nationalspieler Olaf Marschall, der ihn über Umwege für den 1. FC Kaiserslautern in der asiatischen Champions League ausgegraben hatte, wo Sanogo für den Al-Ain Sport Club aus den Vereinigten Arabischen Emiraten auf Torejagd ging. In der Bundesliga gelandet, war Sanogo daraufhin Sturmpartner vom heutigen Schalker Halil Altintop und bildete mit diesem den einzig wirklich furchterregenden Mannschaftsteil der Kaiserslauterer Mannschaft in der Saison 2005/06. Die Saison 2006/07 verbrachte Sanogo daraufhin beim Hamburger SV, wo er seine Anfälligkeit für Formschwankungen unter Beweis stellte und sich zur Saison 2007/08 beim Nordrivalen Werder Bremen wiederfand. Hier schien er zunächst den nach München abgereisten WM-Torschützenkönig Miroslav Klose beerben zu können, erzielte in seinen ersten 12 Bundesligapartien gleich 7 Tore, doch befiel ihn bereits ein halbes Jahr vor dem Rest der Werderelf ein tiefes Leistungsloch. Diesem entkam der Stürmer an der Weser nicht mehr, doch ist dem Ivorer absolut zuzutrauen, dass er an seine alte Form anknüpfen kann, wenn er ein Umfeld findet, dass sich voll und ganz auf ihn einlassen kann. Dies schien in Bremen zuletzt nicht mehr so der Fall. In so einem Umfeld, bei so einer Mannschaft, kann der schuss- und spurtstarke Stürmer mit dem beachtenswerten Kopfballspiel und dem sensibel bis labilen Gemüt jedoch zu einem Torjäger werden.

In Anbetracht der Attribute, die man etwa Trainer Rangnick seit jeher zuordnet, ist es vorstellbar, dass sich zum Beispiel der in den letzten Monaten vor allem von der Hoffenheimer Spielweise immens profitierende Vedad Ibisevic, der im Vergleich eher ein Abstauber ist, nach seiner Genesung einen längeren Weg zurück zum Stammplatz haben müsste. Und somit die Offensivqualität Hoffenheims vielleicht temporär gesunken, mittelfristig aber sicher imposanter geworden ist.

Schiedsrichter

Der aus dem Hessischen anreisende Lutz Wagner, ein langjähriger Leiter von Bundesligapartien, wird die Partie beaufsichtigen. Der Fertigungsleiter von SV 07 Kriftel ist mit über 14 Dienstjahren einer der erfahrendsten Referees, den der Deutsche Fußball-Bund in seinem Repertoire führt. Für den im Mai 46-jährigen Hofheimer ist der Einsatz an der Hennes-Weisweiler-Allee in dieser Saison der erste Einsatz in der Bundesliga mit Borussia, zuletzt leitete Wagner das Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth im April, welches die Borussia mit 3:0 (2x Marko Marin) für sich entschied. In dieser sehr rasanten Zweitligapartie hatte Wagner nur einmal mit einer Karte eingreifen müssen, er zeigte die gelbe Variante seiner Sammlung Ex-Borusse Daniel Felgenhauer.

Bilanz

Erst einmal trafen beide Mannschaften im Ligaalltag in Mönchengladbach aufeinander. Bei jenem torlosen Remis vom 19. August 2007, in dem die Gäste aus dem Kraichgau eine tolle Anfangsphase erwischten und die Borussia insbesondere in den ersten 45 Minuten vor manche kniffelige Aufgabe stellten, auf die vor allem Christofer Heimeroth im Tor manche passende Antwort bereithielt. Dass die Borussia nach dem Halbzeittee dann immer sukzessiver die Oberhand gewann und in der Schlussphase mehrfach gute Chancen hatte den ersten Saisonsieg zu sichern, im Nachhall der Partie wurde das mit dem Klassenunterschied gerechtfertigt, den eine damals noch nicht in Form spielende Borussenmannschaft gegenüber einem damals noch nicht „aufgebohrten" „Dorfverein" stets haben müsse.

Aufstellungen

Borussia: Bailly - Stalteri, Brouwers, Gohouri, Daems - Bradley, Galasek, Baumjohann - Matmour, Friend, Marin.
Ersatz: Heimeroth - Callsen-Bracker, Kleine, Levels, Alberman, Dorda, Paauwe, van den Bergh, Colautti, Neuville
Es fehlen: Dante, Jaurès (beide Rehabilitationstraining), Coulibaly, Gospodarek, Touma (nicht berücksichtigt).

Hoffenheim: Haas - Beck, Jaissle, Compper, Ibertsberger - Luiz Gustavo - Weis, Salihovic - Teber - Sanogo, Ba.
Ersatz: Özcan - Janker, Nilsson, Vorsah, Strifler, Terrazino, Herdling, Wellington
Es fehlen: Ibisevic (Kreuzbandriss), Hildebrand (Schambeinprellung), Carlos Eduardo (gesperrt), Obasi (Muskelfaserriss)

Schiedsrichter: Lutz Wagner (Hofheim)
Schiedsrichterassistenten: Tobias Welz, Tobias Stieler
Vierter Offizieller: Thomas Metzen

SEITENWAHL-Meinung

Thomas Zocher: Am 10. Februar 2008 um 14.50 Uhr hätte man mit einem Tipp auf die heutige Tabellenkonstellation in der 1. Bundesliga eine Traumquote erzielen können, sehr viel weniger gibt es zur Zeit auf das 2:2 vom 7. Februar 2009.

Hans-Jürgen Görler: Es ist zwar noch nicht fünf vor zwölf, aber es sollte auch keine Zitterpartie bis zum Saisonende werden. Deshalb muss gegen Hoffenheim Sieg Nr. 4 der laufenden Saison gelingen. Erste gute Ansätze waren in Stuttgart zu entdecken. Gegen Hoffenheim wird mit einer Leistungssteigerung, den Fans im Rücken und trotz eines "60 Jahre alten Systems" ein 1:0 gelingen.

Michael Heinen: Spätestens der Bielefelder Sieg in Bremen sollte dem letzten klar gemacht haben, dass wir keine Zeit mehr zu verlieren haben. Klar, ein 1:1 klingt realistischer und würde dem objektiven Beobachter immer noch optimistisch vorkommen. Aber Samstag geht es daheim gegen einen Mitaufsteiger, dem 3 der besten Offensivkräfte und der neue Stammtorhüter fehlen. Da muss das Team jetzt einfach mal zeigen, dass es in dieser Rückrunde zu einer echten Steigerung in der Lage ist. Mit 2:1 gewinnt man mühsam das Spiel, was von einigen Fans bereits wieder als "sichere Rettung" gefeiert wird.

Christian Heimanns: ...folgt...

Christoph Clausen: "Hatten sie schon mal ein Déjà vu?", fragt Bill Murray im Film übers täglich grüßende Murmeltier. "Ich kann ja mal in der Küche nachfragen", antwortet nervös die Bedienung (wir sind in der Provinz). Ein Déjà vu gibt es für die Borussia am Samstag: Wieder spielt man durchaus engagiert, geordnet und vorne wie hinten torjubelminimierend. Das geht lange gut, irgendwann aber wieder schief, so dass am Ende erneut ein 0:2 steht. Dem Publikum lässt das wenig attraktive Spiel dabei Zeit, sich anderen Dingen zuzuwenden. Es kann zum Beispiel über die Frage nachsinnen, was herauskommt, wenn man die Anfangsbuchstaben von "Geld schießt Tore" von hinten nach vorne liest.

Christian Spoo: Mir fehlen ein wenig die Argumente, aber ich will will will, dass Borussia Hoffenheim weghaut (soviel zum im Vorbericht erwähnten Schisma innerhalb der SW-Redaktion). Und deswegen tippe ich wider alle Vernunft auf einen 4:1 Sieg.

Thomas Häcki: Ratlosigkeit wird das beherrschende Gefühl nach diesem Spiel sein. Das 1:1 gegen den Mitaufsteiger wird sowohl das unruhige Umfeld, als auch die Fachleute spalten. War dies nun ein Gewinn oder eine verpasste Chance? Doch in einem Punkt werden sich wieder alle einig sein: Die Spiele gegen die direkten "Konkurrenten" werden umso entscheidender werden.

Die TSG Hoffenheim 1899 im Internet: http://www.tsghoffenheim.de

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