SV Werder BremenIn einer Zeit, in der die verdrießliche Schmutz- und Hetzkampagne einzelner Medienvertreter gegenüber Borussias Trainer Hans Meyer zielstrebig ihre nächste Stufe erklommen hat, reist die Mannschaft in der Bundesliga zu einem Auswärtsspiel nach Bremen, wo sie beim gastgebenden SV Werder mittlerweile seit über 20 Jahren sieglos ist. Dort, anders als in vielen Jahren zuvor, fährt allerdings die derzeit zehnplatzierte Elf von der Weser selbst auch keine guten Ergebnisse ein und wirkt, sechs Tage vor dem ersten von zwei Europapokalduellen mit dem italienischen Spitzenklub AC Mailand, alles andere als in Bestform.

Borussias Defensive

Und plötzlich wurde sie kolossal unerheblich, die bundesweite Diskussion um die „Opa-Taktik" aus der Vorwoche. Auslöser dafür boten die ersten fünfundachtzig Minuten des Heimspiels der Borussia gegen die TSG Hoffenheim 1899. Es war ja immerhin der von der Fußball-Öffentlichkeit liebkoste Tabellenführer und Sensationsherbstmeister mit dem Hang zum schnellen „vertikalen Spiel", wie das Bayerntrainer Jürgen Klinsmann zu seiner Zeit als Nationaltrainer umriss, der da in Mönchengladbach seine Visitenkarte abgeben wollte, dessen Trainer Ralf Rangnick aber im Anschluss an die Begegnung einräumen musste, dass seine Elf nur sporadisch jene Situationen kam, bei denen sie sich in dieser Saison besonders erfolgreich gezeigt hatte.

Auch in dieser Woche wird sich übrigens erst im Vorfeld des Spiels erweisen, inwieweit Hans Meyer auf den weiterhin auf sein Borussendebüt wartenden Dante Bonfim zurückgreifen kann. In jedem Fall sind die Chancen, dass aus Lüttich nachverpflichtete Linksfuß mit dem Lockenkopf erst am kommenden Spieltag gegen Hannover 96 debütiert, zur Stunde erheblicher. Somit könnte Hans Meyer versucht sein gegen Bremen in identischer Defensivformation wie in der Vorwoche aufzulaufen. Also auch mit Jungprofi Christian Dorda auf der linken Seite, der durch seinen Einsatz gegen Hoffenheim begründend unterstreichen konnte, weshalb die Borussia im Dezember ihrem letztjährigen Stammspieler Alexander Voigt einen Wechsel zu einem anderen Klub empfohlen hatte. Agiert Dorda auf der linken Außenbahn, wird Filip Daems wiederholt im Abwehrzentrum spielen. Dort könnte auch Steve Gohouri eine weitere (seine dritte am Stück!) Bewährungsmöglichkeit von Hans Meyer erhalten. Es steht allerdings dennoch zu befürchten, dass auch jetzt die beklemmend umtriebige Beratertraube des ivorischen Nationalspielers weiter treuen (Irr-)Glaubens an ihrer Ende Januar vervielfachten Ansicht festhält, der Trainer habe Gohouri die Zusammenarbeit gekündigt.

Auf der rechten Abwehrseite und im defensiven Mittelfeld gibt es unterdessen wenig Fragezeichen, sollten die Winterneuzugänge Paul Stalteri und Tomas Galasek die Anreise nach Norddeutschland verletzungsfrei überstehen. Beide haben in ihren ersten beiden Pflichtspielen bewiesen, dass sie der Borussia mit ihren Fähigkeiten helfen können und sich bis auf Weiteres die zugehörigen Stammplätze erobert. Da es sich um ein Auswärtsspiel handelt und man mutmaßen darf, dass Hans Meyer seine Anfangsformation im Vergleich zum Heimspiel deshalb doch ändert, dürfen sich neben dem sich immer besser an die Bundesliga gewöhnenden Michael Bradley auch Patrick Paauwe und Gal Alberman Hoffnungen auf einen Einsatz von Beginn an machen.

Borussias Offensive

Eine gravierende Veränderung wird die Borussia vornehmen müssen. Weil sich Stammstürmer Robert D. Friend am vergangenen Wochenende bei einem Duell mit seinem Gegenspieler eine Gelbe Karte, seine fünfte der Saison, eingehandelt hatte, steht der Torjäger an diesem Wochenende nicht zur Verfügung. An seiner Stelle könnte Roberto Colautti eine Chance von Beginn an erhalten, auch wenn es für den israelischen Nationalstürmer extrem undankbar sein wird gerade in einem Auswärtsspiel eine Bewährungsmöglichkeit von Beginn an zu erhalten. Allzu viele Torchancen werden sich dem jetzt mit einer Kurzhaarfrisur ausgestatteten Stürmer hierbei jedoch nicht bieten.

Die Tatsache in dieser Woche auf fremdem Platz anzutreten, sie wird es auch unterbinden, dass Alexander Baumjohann und Marko Marin (wie noch gegen Hoffenheim) gemeinsam in der Anfangsformation stehen werden. So gefestigt, dass die Borussia daheim und auswärts ihr Spiel mit demselben Personal wird spielen können, so weit ist die begonnene mannschaftliche Entwicklung noch nicht fortgeschritten. Den Ausschlag für Alexander Baumjohann, als dem der Startelf zugehörigen, und den Ausschlag für Marko Marin, als dem der Reservebank zugehörigen, gibt hier die Leistung beider Protagonisten in der Vorwoche. Während Baumjohann insbesondere in der ersten Halbzeit jener Begegnung eine gute Form auf den Rasen abgebildet hatte, wusste Marin über seine sechzig Einsatzminuten kaum mehr als in einer einzigen Situation während des ersten Spielabschnitts seine unbestrittenen Fähigkeiten für die Mannschaft zur Anwendung zu bringen. Das ist zu wenig für den Erhalt seiner „Starterlaubnis" und der Nationalspieler täte gut daran, wenn er in der Zwischenzeit jedem zitategierigen Medienvertreter einen Herzenswunsch abschlagen würde.

Der Gegner vom SV Werder Bremen

Es ist ganz offensichtlich, dass der in den letzten fünf Jahren regelmäßig in der Champions League gastierende SV Werder von der Weser in dieser Saison weniger erfolgreich ist als noch in den Jahren zuvor. Es ist auch völlig offensichtlich, dass die Werderaner mit dieser Saison nicht glücklich sein können und dies, obwohl sie zu Beginn der Spielzeit ganz anders als in den Vorjahren eben nicht massiv an Kadersubstanz eingebüßt haben, sondern für ihre Verhältnisse „lediglich" Nationalspieler Tim Borowski an den FC Bayern München eingebüsst hatten. Und es ist genauso offensichtlich, dass sie an der Weser mit diesem aktuellen zehnten Tabellenplatz nicht einverstanden sein können - dennoch ist es bedauerlich bis geradezu ärgerlich, dass man am Beispiel des öffentlichen Umgangs mit den in dieser Saison ausbleibenden Erfolgen der Werdermannschaft gut erkennen kann wie argumentativ missgestaltet besonders auch der Sportjournalismus in Deutschland mittlerweile ist.

Wenn jemand wie Werders Trainer Thomas Schaaf im zehnten Jahr Cheftrainer einer Bundesligamannschaft ist, die sich aufgrund eines natürlichen Standortnachteils in den vergangenen Spielzeiten innerhalb ihres Lizenzspielerkaders sehr oft personell wandeln musste, und dabei über neun Jahre hinweg eine fast stetige Aufwärtsentwicklung sozusagen „produzieren" konnte, dann verdient man es nicht, dass bei exakt der ersten zeitlich etwas länger andauernden Schwächephase richtiggehend penetrant suggeriert wird man habe nicht die Begabung diese Mannschaft weiter erfolgreich zu betreuen. So etwas ist eine Ungeheuerlichkeit in außergewöhnlicher Form.

Nun weiß man ja zur Genüge, dass dies nicht zum Wohle von Werder passiert, sondern einzig zum Wohle derer, die mit dem Leid und dem Wehe der mit einem Klub verbundenen Fans ihre Auflage oder ihre Einschaltquoten machen. Und man kann sich auch ausmalen, dass es exakt dieser Personenkreis wäre, der im Moment einer eingetretenen Trennung zwischen Trainer Schaaf und Werder Bremen auf das Scheinheiligste sofort den eben gegensätzlichen Standpunkt einnehmen würde und über mehrere Wochen die vermeintliche Brutalität des Tagesgeschäfts Fußball-Bundesliga, und die nachgewiesene Undankbarkeit des Präsidiums von Werder Bremen im Besonderen, sozusagen anprangern würde. Heuchelnd, heischend, zum Narren haltend. So wie man es eben braucht.

Deshalb ist es sehr fein und extrem erfreulich, dass in Bremen ein Wort und ein Vertrag immer noch ein Wort und ein Vertrag ist und sich die Verantwortlichen nicht aufwiegeln lassen und stattdessen klar und deutlich unterstreichen, dass zwar die Ergebnisse nicht wunschgemäß sind, man aber dennoch weiterhin den Blick für das große Ganze nicht außer Acht lässt und es deshalb keine andere Antwort auf die Situation geben kann. Keine andere als die, dass der Verein in der momentanen Konstellation auf der Ebene der Verantwortlichen optimal aufgestellt ist und mit dieser Konstellation auch die Zukunft bestreiten wird.

Es ist ein Irrglaube im Fußball Unkundiger, zu meinen es sei möglich eine im Mittelmaß begonnene Entwicklung immer stetig so fortzusetzen, so dass sich Rückschläge und Niederlagen nie zeigen. Wenn jemand sich durch kontinuierliches Arbeiten über Jahre in die Top 3 der Bundesliga vorgearbeitet und etabliert hat, dann ist es nur logisch, dass er in einem beschränkten Wettbewerb - der die Bundesliga nun einmal ist - anschließend in derselben Zeit auch die vermeintliche Stagnation auf diesem Niveau als Weiterentwicklung zu sehen hat. Mehr als in der Bundesliga Deutscher Meister werden, jedes Jahr, ist schließlich auch für den vermeintlichen „Klassenprimus" Bayern München nicht möglich.
Ungeachtet dessen: natürlich gibt es Gründe für die Schwäche der Bremer in dieser Saison und ganz sicher ist es so, dass etwa die stadtbekannten Kapriolen ihres besten Fußballers, Diego Ribas da Cunha, keinen positiven Effekt für den Saisonverlauf ausgestrahlt haben. Es ist auch mit Sicherheit so, dass die Mannschaft aus disziplinarischen Gesichtspunkten betrachtet die eine und auch andere Anfälligkeit sehr wohl nachgewiesen hat und besonders auch eben darunter leidet, dass ihre Führungsspieler sich mehr mit sich selbst befassen (müssen), wo sie früher noch das Teamgefüge stärkten. Und somit, wie das etwa Borussias Trainer Hans Meyer ausdrückt, „weniger coachbar" erscheinen als etwa noch letztes oder vorletztes Jahr.

Selbstverständlich hat eine Mannschaft Defizite in der so genannten Motivation, wenn sie in der einen Woche den Deutschen Meister in dessen eigenen Stadion mit 5:2 in die Kabine schießt und in der anderen Woche im eigenen Stadion einem vermeintlichen Underdog mit 1:2 den Vortritt lassen muss. Auch wenn das jetzt eine arg verkürzte Zusammenfassung der Bremer Spielzeit 2008/09 darstellt.

Bremens Defensive

Einunddreißig Gegentore musste der SV Werder in dieser Saison hinnehmen und es ist darob nicht schwer zu konstatieren, dass diese Bremer Mannschaft in der Abwehrarbeit anfällig ist. Dies zeigte sich im vorangegangenen Heimspiel gegen Arminia Bielefeld (1:2), als die Norddeutschen personell dezimiert mit dem eigentlich eher als Außenverteidiger oder im defensiven Mittelfeld heimischen Peter Niemeyer als Innenverteidiger begannen, beim ersten Gegentor eine hanebüchene Abwehrarbeit bewiesen und beim zweiten Gegentor eine beachtliche Pomadigkeit an den Tag legten; gegen die Borussia darf man im Vergleich dazu allerdings erwarten, dass mit Ronaldo Aparecido Rodrigues „Naldo" wieder einer der noch gegen Bielefeld fehlenden Spieler zur Verfügung steht.

Analog zur Borussia hatte sich auch in Bremen im Verlauf der Hinrunde die Außenverteidigung als eine Achillesferse des Werderspiels gezeigt. Hier besitzt der SV Werder für das von ihm angestrebte Niveau wesentlich zu wenig qualitative Lösungsmöglichkeiten. Allenfalls Nationalspieler Clemens Fritz auf der rechten Abwehrseite, der in dieser Saison auch nicht alle Spiele bestreiten konnte und zudem nicht in Bestform scheint, ist hier über den Zweifel erhaben und der finnische Nationalspieler Petri Pasanen, der des öfteren auf einer der beiden Außenbahnen zum Einsatz kommt, ist insbesondere auf der linken Außenverteidigerposition eher eine Notlösung. Die jedoch im Vergleich zu den dort üblicherweise ansässigen Dusko Tosic und Sebastian Boenisch als eine sichere Option erscheint. Der in Polen geborenere frühere Schalker Boenisch, der als Rechtsfuß auch auf der rechten Außenverteidigerposition zum Einsatz kommen kann, ist ohne Zweifel ein Talent. Das hindert den laufstarken und schnellen Juniorennationalspieler allerdings nicht, sehr häufig kopflos zu erscheinen und taktisch nicht akkurat vorzugehen. Er verfängt sich gern einmal in der Offensivarbeit und kann dabei in der Vorwärtsbewegung den Überblick vermissen lassen, den er zeitgleich in seinem Rücken bei Ballverlust einem Gegenspieler sozusagen zu Füßen legt. Aber Boenisch ist mit seinen 22 Jahren noch lernfähig und kann mit Sicherheit mittelfristig ein guter Bundesligaspieler sein.

Diese Fähigkeiten sind dem Serben Dusko Tosic zumindest auf diesem Niveau abzusprechen und die Leistungen des frühere Spielers des FC Sochaux - für den die Norddeutschen 2007 fast zwei Millionen Euro nach Frankreich überwiesen - mag deshalb all jenen Leuten große Genugtuung sein, die in den ganzen Jahren voller Neid auf die gute Spielersichtung des SV Werder geblickt hatten. Tosic ist zwar mit der notwendigen Schnelligkeit gesegnet, aber fernab dessen ist der kräftige Nationalspieler allenfalls noch robust. Schon in direkten Zweikämpfen (und in der Wahl seiner Mittel dafür), im taktischen Verständnis und in Sachen Konzentrationsfähigkeit ist bis hierher er nicht über die rudimentärsten Ansätze hinaus gekommen. Da verwundert es nicht, dass der Olympiateilnehmer 2008 in Bremen bisher nur ein Kaderspieler ist und man im Zweifel eher lieber den auf der Position ungelernten Pasanen („die Notlösung") aufstellt.

Einer von dem man aber garantiert weiß, dass er besser spielen kann als während vielen Teilen des abgelaufenen Kalenderjahres ist der ehemalige Komet am deutschen Abwehrspielerhimmel, Per Mertesacker. Wer sich den Mertesacker des Jahres 2008 ansehen konnte und wer zugleich noch den Mertesacker im Gedächtnis hatte, der in Hannover und auch in Bremen und der Nationalmannschaft (WM-Dritter 2006) zurecht sehr flink eine wichtige Rolle im Abwehrverbund zugedacht bekam, der kann für den Spieler nur hoffen, dass der allerdings gerade einmal 24-jährige alsbald wieder jene Form erreicht, die ihn zu einem der beachtenswertesten jungen Verteidiger des Kontinents gemacht hatte. Es war zum Teil eklatant wie Mertesacker auch gerade im Hinrundenverlauf das von ihm gewohnte Niveau kontinuierlich unterschritten hatte.

Bremens Offensive


„Wenn noch einer geht, muss noch einer kommen," so pflegte sich Werders Trainer in der zweiten Januarhälfte zitieren zu lassen und meinte damit einfach nur die Anzahl der Stürmer, die er gerne für den Rest der Saison zur Verfügung haben würde. Im Endeffekt wurde ihm dieser Wunsch auch genehmigt, selbst wenn es bis zum letzten Tag der Wechselfrist benötigte, ehe der mehrfache Deutsche Meister von der Weser mit dem Ungarn Marko Futacs aus der Reservemannschaft des französischen Erstligisten AS Nancy einen Ersatzmann für den in der letzten Woche mit Hoffenheim gegen die Borussia spielenden Boubacar Sanogo präsentieren konnte - Futacs könnte gegen die Borussia erstmals zum Kader der Elf von Thomas Schaaf zählen, nachdem er in der Zwischenzeit aus Frankreich nach Norddeutschland übergesiedelt hat.

Insgesamt dringender jedoch erwartet Schaaf für die bevorstehende Partie den von den Werderverantwortlichen einstmals in Südamerika entdeckten Claudio Pizarro zurück, der mit dem Ende dieser Woche seine Sperre für die Rote Karte im vorletzten Hinrundenspiel beim Karlsruher SC (0:1) abgesessen hat und aller Voraussicht nach gegen die Borussia wieder in der Anfangsformation der Werderelf vertreten sein dürfte. Die Wichtigkeit der Rückkehr des zur Zeit vom FC Chelsea an den SV Werder ausgeliehenen früheren Angreifer des FC Bayern für den Mannschaftserfolg der Norddeutschen zementiert allein die Torausbeute, die der Peruaner in dieser Saison vorzuweisen hat: in 13 Bundesligaeinsätzen traf Pizarro zehnmal das Tor und ist damit der zur Zeit erfolgreichste Bremer Torschütze; knapp vor Mittelfeldspieler Diego Ribas da Cunha, der gegen die Borussia allerdings noch ein weiteres Mal für seinen Würgegriff aus dem angesprochenen Auswärtsspiel in Karlsruhe aus dem Dezember pausieren wird.

Durch Pizarros Rückkehr stehen Thomas Schaaf jetzt wieder drei vollwertige Angriffsspieler in der vordersten Front zur Verfügung, der in Hamburg gebürtige österreichische Nationalspieler Martin Harnik dabei nicht eingerechnet. Neben Pizaaro sind dies der agile schwedische Internationale Markus Rosenberg und der robuste portugiesische Hugo Almeida, der beim zurückliegenden Heimspiel gegen die Bielefelder Arminia die Elf von Werder zwischenzeitlich mit einem fulminanten Freistoßtor auf mehr als eine Niederlage in jenem Spiel hatte hoffen lassen. Vor seiner Zeit beim SV Werder beim FC Porto engagiert, ist der großgewachsene und zugleich kräftige Südeuropäer in dieser Saison bei seinen Torschussversuchen allenfalls von außerhalb des Strafraums erfolgreich gewesen - neben dem besagten Freistoßtor gegen Bielefeld gelang ihm das zweite seiner lediglich drei Saisontore im November im Heimspiel gegen den 1. FC Köln (3:1), als er den an ihm vorbeireisenden Spielball mit Vollspann aus gut zwanzig Metern zentraler Torentfernung an Kölns Faryd Mondragon vorbei in die Maschen des Tores hämmerte.

Auf dem Weg zu einem Äquivalent des in dieser Woche bei SEITENWAHL thematisierten Jörgen Pettersson befindet sich derweil der erwähnte Markus Rosenberg, der anstelle von Hugo Almeida neben Claudio Pizarro hier nun aufgeboten werden könnte. Der zwischenzeitliche Angreifer von Ajax Amsterdam, der seit zwei Jahren in Bremen engagiert ist, ist ein schneller und beweglicher Angriffsspieler und fähig sehr gezielt in Ballstafetten seinen Anteil zu einem gern so bezeichneten Kombinationsfußball beizutragen. Aber auch er befindet sich in der laufenden Saison nicht in der Verfassung, die er durch 22 Tore in seinen ersten 44 Bundesligaeinsätzen zuvor restlos angedeutet hat. Vielmehr ist bei dem bei Halmstads BK ehemals von Sharbel Touma mit Torvorlagen gefütterten Stürmer seit geraumer Zeit eine Tendenz zu erkennen, die zu seinen Zeiten bei der Borussia eben auch dem erwähnten Jörgen Pettersson einen guten Teil seiner erworbenen Reputationen wieder gestohlen hatte. Frei heraus gesagt ist Rosenberg mittlerweile durchaus gern schnell dabei sich dem grünen Rasen an den Hals zu werfen, wenn er in aussichtsreicher Position einen nach seinem Empfinden allzu starken Körperkontakt mit einem Gegenspieler spürt; stellt Rosenberg diese Feinfühligkeit ab und konzentriert sich wieder deutlicher auf seine skizzierten Stärken, wird er seine Karriere eines Tages mutmaßlich nicht vor der Zeit als Halbprofi in der Heimat beschließen müssen.

Schiedsrichter

stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Bilanz

Im Frühjahr 1987 erzielte eine von Jupp Heynckes betreute Borussenmannschaft beim Auswärtsspiel in Bremen das berüchtigte 7:1 über den SV Werder, den weiterhin letzten Auswärtssieg der Borussia in der Stadt an der Weser. Auch zum damaligen Zeitpunkt war dies schon überraschend, gewann die Borussia zuvor zuletzt in der Saison 1981/82 in Bremen (1:0, Torschütze Kurt Pinkall) und davor letztmalig am letzten Spieltag der Meisterschaftssaison 1974/75 (4:1 durch 2x Heynckes, Bonhof und Horst Köppel). Insgesamt siegte die Borussia in Bremen fünfmal und holte bei 24 Niederlagen zehn Remis (42:71 Tore), das letzte unter Ewald Lienen am 2. Spieltag der Saison 2003/04 durch einen Treffer von Joris van Hout, eines von weiterhin lediglich vier (!) Borussentoren im Weserstadion in all jenen letzten 18 Jahren. Die anderen drei Torschützen: Sladjan Asanin in der Saison 1998/99, sowie Martin Dahlin in der Saison 1993/94 und Heiko Herrlich vom Elfmeterpunkt in derselben Saison.

Aufstellungen

Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Boenisch - Baumann - Frings, Tziolis - Özil - Pizarro, Hugo Almeida.
Ersatz: Vander - Pasanen, Prödl, Tosic, D. Jensen, Niemeyer, Vranjes, Harnik, Rosenberg.
Es fehlen: Diego (Rotsperre), Hunt (Knieverletzung), Futacs (Trainingsrückstand), Armann, Pellatz, Kruse, Perthel (jeweils U23)

Borussia: Bailly - Stalteri, Gohouri, Daems, Dorda - Matmour, Bradley, Galasek, Paauwe, Baumjohann - Colautti.
Ersatz: Heimeroth - Brouwers, Kleine, Levels, Alberman, Jantschke, Marin, van den Bergh, Neuville.
Es fehlen: Friend (Gelbsperre), Coulibaly, Touma, Gospodarek (jeweils nicht berücksichtigt), Lamidi, Löhe, Schachten (jeweils U23), Jaurès, Dante (jeweils Rehabilitationstraining), Callsen-Bracker (Kapselriss im Sprunggelenk).

Schiedsrichter: stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.
Schiedsrichterassistenten: stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.
Vierter Offizieller: stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

SEITENWAHL-Meinung

Thomas Zocher: Drei Mal ist Bremer Recht, diese Weisheit ist geläufig. Dreimal noch wird die Borussia nach diesem 0:2 bei Werder die Chance haben eine dann 25 Jahre lange Serie der Sieglosigkeit in der norddeutschen Stadt abzuwenden.

Hans-Jürgen Görler: Am kommenden Sonnabend tritt vermutlich Werders aktueller Wunschgegner in Bremen an. Wenn jemand es versteht, kriselnde Gegner aufzubauen, dann ist es die Borussia, die nach der gefühlten Niederlage gegen Hoffenheim nun endgültig mit dem Rücken zur Wand steht. Traurig aber wahr: Nach dem 0:4 im Weser-Stadion beginnt für Gladbach die dritte Abschiedstournee durch Deutschlands Erstliga-Arenen.

Michael Heinen: Trotz der leichten Aufwärtstendenz in der Rückrunde müsste schon vieles zusammen kommen, damit wir aus Bremen etwas mitnehmen. Dank der Rückkehr von Claudio Pizarro gewinnt Werder gegen eine solide verteidigende Borussia mit 2:0 und zementiert unseren letzten Tabellenplatz. Einziger Trost bleibt, dass die direkte Konkurrenz an diesem Wochenende nicht wieder so stark punktet wie zuletzt.

Christian Heimanns: ...folgt...

Christoph Clausen: Sich ausbreitende Verzweiflung, Auflösungserscheinungen, immer vernehmlichere Kritik am Trainer: Am Samstag wächst sich die Krise zur mittleren Katastrophe aus. Denn wer selbst gegen das Tabellenschlusslicht verliert, gegen wen will der überhaupt noch was holen? Trotz der Rückkehr Claudio Pizarros unterliegt Werder Bremen zum ersten Mal seit dem dreißigjährigen Krieg der Gladbacher Borussia. Die verblüfften Gladbacher wissen nach dem 3:1 selbst nicht so recht, wie ihnen das nur gelungen ist.

Christian Spoo: Schon seit Jahren hat Borussia in Bremen nicht mehr gewonnen. Daran wird sich auch am Samstag nichts ändern. Allerdings wird der Mannschaft ein Teilerfolg gelingen. Weil die Defensive abermals sicher steht und gegen verunsicherte Bremer dann doch ein Treffer gelingt endet die Partie 1:1.

Thomas Häcki
: Bremen steckt in der Krise, der Rückrundenauftakt ging völlig in die Hose. Nun war dieser auch in Gladbach alles andere als berauschend, jedoch stimmte zumindestens die Leistung. Fahrlässig wäre es aber, die derzeitigen Kräfteverhältnisse nicht zu beachten. So kämpft Gladbach zwar durchaus anerkennend gegen den Untergang an, am Schluss wird man aber mit 0:2 erneut ohne Punkte den Heimweg von der Weser antreten müssen.

Der SV Werder Bremen im Internethttp://www.werder.de/ , http://www.dasgreenteam.de/ , http://www.werdertrikot.de/ .

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