HSVJe älter die Saison wird, desto unwohler wird dem Borussenfreund beim Blick auf die Tabelle. Denn trotz unverkennbarer Leistungssteigerung nach der Winterpause bleiben die Gladbacher Letzter. Zudem wächst der Abstand zum rettenden Ufer schrittchenweise an. Solange es die Konkurrenz schafft, gelegentlich unerwartete Punkte, Dreier gar, einzufahren, Borussia aber lediglich die Pflichtaufgaben siegreich absolviert, wird sich daran nichts ändern. Ein Sieg gegen den Meisterschaftsaspiranten Hamburger SV gehört nicht zu diesen Pflichtaufgaben. Umso wichtiger, schöner und zuversichtstärkender wäre es, wenn am Samstag um 17 Uhr 20 wirklich 19 Punkte auf der Habenseite der Borussia stünden.


Borussia


In der Rückrunde spielt Borussia besser als zuvor. Die Neuzugänge haben ihren Wert, sofern sie schon gespielt haben, bewiesen. Zudem ist mit Michael Bradley ein in der Hinrunde noch enttäuschender Spieler in die ihm zugedachte Rolle hineingewachsen. Gerade die Leistung in der zweiten Halbzeit beim Tabellenführer Hertha BSC am vergangenen Wochenende zeigt, dass man auch gegen eine Spitzenmannschaft bestehen kann.

Borussia-Defensive

Vor dem auch in Berlin überzeugenden Torwart Logan Bailly wird vermutlich die gleiche Abwehrformation beginnen, die das Heimspiel in Hannover beendet und das Auswärtsspiel in Berlin begonnen hat.

In der Innenverteidigung hat sich für manchen überraschend Steve Gohouri zuletzt deutlich stabilisiert, gehörte in den vergangenen Spielen zu den besten Borussen. Dank seiner vormals obligatorischen regelmäßigen groben Schnitzer gepaart mit seiner stets vorbildlichen Einsatzbereitschaft polarisierte er die Anhänger in der Vergangenheit wie kaum ein Zweiter im aktuellen Kader. Spielt er aber so, wie in den vergangenen beiden Partien, dürfte es keine zwei Meinungen über den Wert Gohouris geben.
Filip Daems dagegen zeigte gegen Berlin bis dahin ungekannte Schwächen. Dass der Kapitän kein Kopfballungeheuer ist, ist bekannt. Aber die ihm sonst eigene Konzentration fehlte im Olympiastadion. Trotzdem wird Hans Meyer natürlich am Belgier festhalten, zumal der als Abwehrchef vorgesehene Dante Bonfim weiter fehlt. Eine Prognose, wann der Brasilianer endlich mitmischen kann, wagt bei Borussia derzeit niemand mehr, angesichts der Ursprungsdiagnose „Muskelfaserriss“ wundert sich so mancher, was denn bitteschön mit dem mit viel Hoffnung geholten Dante los ist. Es steht zu hoffen, dass er nicht erst fit wird, wenn es für Borussia womöglich schon zu spät ist.

Ähnlich wie Filip Daems hatte Paul Stalteri in Berlin nicht seinen stärksten Tag. Dass der Ex-Bremer aber grundsätzlich eine Verstärkung ist, hat er schon bewiesen. Er ist auf seiner Position unumstritten. Der Mann, den Stalteri verdrängt hat, hat dagegen ein völlig unerwartetes Comeback gefeiert. Gegen Hannover für den an diesem Tag indisponierten Christian Dorda eingewechselt, konnte Tobias Levels auf der ihm bis dahin fremden Linksverteidigerposition überzeugen. Auch in Berlin bekleidete der Mann aus Tönisvorst diese Position und wieder machte er ein ordentliches Spiel. Daran, dass Levels fußballerisch grundsätzlich limitiert ist, ändert das alles nichts. Wohl aber kann er jetzt mit Fug und Recht behaupten, ein Defensivallrounder zu sein. Einen zuverlässigen und jederzeit einsatzfreudigen Verteidiger, der alle Positionen in der Abwehr mindestens ausreichend zu bekleiden vermag, kann Borussia immer brauchen. Ein gutes Argument, den auslaufenden Vertrag mit Tobias Levels unabhängig von der Ligazugehörigkeit unbedingt zu verlängern.

Vor der Abwehr fehlte in Berlin Tomas Galasek. Und er fehlte wirklich. Es lag wohl nicht zuletzt an seiner Abwesenheit, dass die defensive Ordnung bisweilen nicht stimmte, die Abwehrreihe zeitweise über Gebühr gefordert war und auch das Aufbauspiel krankte. Patrick Paauwe konnte den Tschechen an diesem Tag nicht annähernd ersetzen. Dem Niederländer geht derzeit fast alles ab, was ihn noch in der vergangenen Saison so unersetzlich zu machen schien. Da Galasek seine Magen-Darm-Infektion überwunden hat, wird er ohne Zweifel wieder in der Startelf stehen.

An der Schnittstelle zwischen Defensive und Offensive agiert der oben schon erwähnte Michael Bradley. Nach der Hinrunde mit einigem Recht schon unter Fehleinkaufsverdacht stehend, hat er seit der Winterpause eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. In Abwesenheit von Galasek schwang er sich in Berlin vor allem in der zweiten Spielhälfte zur bestimmenden Figur im Gladbacher Spiel auf. Schon in den Spielen zuvor agierte Bradley bissig im Defensiv- und strategisch klug im Offensivverhalten. Der US-Amerikaner spielt kluge Pässe und tut ansatzweise sogar das, was dem eindimensionalen Angriffsspiel der Borussia ansonsten fehlt. Er rückt beim „Hoch-und-weit-auf-Friend“ nach und versucht mögliche Ablagen zu verwerten. Womit wir schon mitten im Thema...

Borussia Offensive

...wären.

Vier Positionen, drei Probleme. So stellt sich das vor dem Hamburg-Spiel dar. Zwei Mann angeschlagen, einer nicht in zufrieden stellender Verfassung. Allein am Einsatz von Alexander Baumjohann besteht kein Zweifel. Der zuletzt auch torgefährliche Mittelfeldmann hatte in Berlin nicht seinen besten Tag, spielt aber grundsätzlich seit der Winterpause stabil und lässt zumindest ansatzweise erahnen, was ihn für seinen neuen Arbeitgeber Bayern München hat interessant wirken lassen.

Marko Marin plagt sich noch mit einer Gastroenteritis, sollte er am Samstag fit sein, wird er aber spielen. Am Donnerstag schien seine rechtzeitige Genesung wahrscheinlich, allerdings hieß es genau das eine Woche vorher auch bei Tomas Galasek. Dass Hans Meyers Optimismus im Bezug auf den Einsatz von Marin echt ist, zeigt, dass der mögliche Ersatz Johannes van den Bergh gar nicht im Kader steht. Ein Ausfall Marins hätte also fast zwangsläufig einen zumindest leichten Systemwechsel zur Folge. Moses Lamidi könnte anstelle des Jungnationalspielers auflaufen, würde aber im Gegensatz zu Marin einen echten Außenstürmer mit Zug nach innen darstellen.

 Das gleiche gälte auf der rechten Seite für den Fall, dass Oliver Neuville Karim Matmour ersetzt. Matmour ist zwar fit, war in Berlin aber ein Totalausfall. Schon in den Spielen zuvor waren viele Borussenanhänger nicht zufrieden mit der Leistung des Algeriers, der sehr bemüht aber ebenso ineffektiv seine Seite beackerte. Seinen Trainer schien das bis dahin nicht anzufechten. Dass Hans Meyer Matmour am vergangenen Samstag schon nach 45 Minuten aus dem Spiel nahm und durch Oliver Neuville ersetzte, zeigt aber, dass die Position im rechten offensiven Mittelfeld nicht per se vergeben ist.

Dass Rob Friend als einziger echter Stürmer im Borussenspiel eine undankbare Rolle spielen muss, ist weithin bekannt und akzeptiert. Sicher kann der Kanadier auch aus dieser Rolle durchaus noch mehr machen, allerdings bewies der einzige in Frage kommende Ersatz, Roberto Colautti, noch zu keinem Zeitpunkt, dass er irgendetwas besser kann, als Friend. Sollte Letzterer seine Rückenbeschwerden bis Samstag auskuriert haben oder aber gewillt sein, auf die Zähne zu beißen, wird er auch wieder spielen – und das wohl zurecht.
 
Der Gegner aus Hamburg

Der HSV hat eine Spitzenmannschaft. Das sollte vor dieser Partie jedem klar sein, der auf einen Erfolg der Borussia hofft. Für den Sprung nach ganz oben fehlt noch die Konstanz, wie der überraschende Aussetzer gegen Wolfsburg am vergangenen Sonntag zeigt. Vor allem die Offensive der Hamburger gehört aber eindeutig zum Besten, was die Bundesliga in dieser Saison zu bieten hat. Der Weggang von Topstar Rafael van der Vaart vor dieser Saison hat dem HSV-Spiel nicht geschadet, im Gegenteil: weniger abhängig von einer Führungsfigur zeigt sich die Mannschaft insgesamt  deutlich stärker als in den Vorjahren, wenngleich der nominelle van der Vaart-Ersatz Tiago Neves komplett enttäuschte und den Verein zum Ende der Transferperiode noch verließ. Und auch der Abgang von Nigel de Jong zu Manchester City hat den HSV erweist sich in der Defensive als Schwächung, aber nicht als die von Skeptikern befürchtete Katastrophe.
Der HSV hat in dieser Saison noch die realistische Möglichkeit, drei Titel zu gewinnen, diese Tatsache allein spricht für sich. Dass der Sieg im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den SV Wehen-Wiesbaden mit 2:1 recht knapp ausfiel, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Hamburger das Spiel jederzeit im Griff hatten und Spitzenkräfte wie Pjotr Trochowski zur Schonung draußen geblieben waren.
 
Hamburg Defensive


In der Abwehr vor dem unumstrittenen Torwart Frank Rost plagen Personalprobleme den HSV. Mit Bastian Reinhardt, Guy Demel, Thimotée Atouba und Michael Gravgaard und vermutlich auch Alex Silva fallen gleich fünf Defensivkräfte aus. Es spielt quasi das letzte Aufgebot, allerdings besteht das immer noch aus mehr als ordentlichen Akteuren.

Abwehrchef Joris Matthijsen hat bislang alle Spiele in allen drei Wettbewerben von der ersten bis zur letzte Minute bestritten und zeigt in der Rückrunde bisher eine konstant gute Leistung. Neben ihm spielte zuletzt Michael Gravgaard, und das nicht besonders gut. Wegen der Handverletzung des Dänen rückt wohl Jerome Boateng wieder in die erste Elf. Der Bruder des Dortmunder Raubeins Kevin Prince hatte sich zum Ende der vergangenen Saison einen Stammplatz erkämpft. In dieser Spielzeit konnte er sich trotz der zahlreichen Ausfälle in der Hamburger Abwehr nicht etablieren und pendelte zwischen Startelf und Ersatzbank. Er ist sicher der Schwachpunkt in der Viererkette des HSV.

Auf der rechten Abwehrseite dürfte der Ausfall von Guy Demel HSV-Trainer Martin Jol einiges Kopfzerbrechen bereiten. Einen „echten“ Rechtsverteidiger hat er nicht mehr im Kader, infolge dessen wird voraussichtlich wie schon im Pokal gegen Wehen mit Colin Benjamin ein eher im defensiven Mittelfeld beheimateter Spieler diese Position übernehmen.
Auf der linken Abwehrseite hat sich ebenfalls ein gelernter Mittelfeldspieler etabliert. Dennis Aogo, vor der Saison vom SC Freiburg gekommen, ersetzte den verletzten Atouba bislang recht ordentlich, allein bei der Heimniederlage gegen Wolfsburg hatte er einen schlechten Tag. Die mögliche Alternative Marcell Jansen sieht Jol weiter vorne, der Ex-Gladbacher spielt im linken Mittelfeld eine starke Saison und wird wohl nur im Notfall wieder auf seine angestammte Position zurückgezogen.

Im defensiven Mittelfeld steht gleich neben beiden eigentlich vorgesehenen Spielern ein Fragezeichen. Sowohl David Jarolim als auch Alex Silva sind angeschlagen, womöglich entscheidet sich erst am Spieltag, ob sie mitmischen können. Gegen Wehen agierte vor der Abwehr der Franzose Mickael Tavares. Der Neuzugang von Slavia Prag hat in der Bundesliga bisher nur zwei Kurzeinsätze absolviert. Der wie Tavares als de-Jong-Ersatz verpflichtete Venezolaner Thomas Rincon spielte bisher noch keine Rolle. Gegen Wehen wurde der 14-fache Nationalspieler erstmals eingewechselt, dennoch dürfte sich Rincon auch in Gladbach mit einem Platz auf der Bank begnügen müssen.

Hamburg Offensive

Einen echten Ersatz für Rafael van der Vaart hat der HSV nicht gefunden, er scheint ihn aber auch gar nicht zu benötigen. Die spielbestimmende Rolle hat in dieser Saison Pjotr Trochowski übernommen. Der Jungnationalspieler hat seine enormen Formschwankungen weitgehend abgestellt. Seine Rolle auf dem Platz entspricht dabei keinesfalls der des nach Spanien abgewanderten Niederländers. Trochowski spielt selten zentral, sondern wahlweise auf der rechten oder linken Mittelfeldseite. Da Marcell Jansen auf die Linke festgelegt ist, kommt Trochowski nun regelmäßig über rechts.

Jansen hat der Positionswechsel wie angedeutet sehr gut getan, vor allem beim Sieg in Leverkusen überzeugte der Lürriper, nicht zuletzt natürlich durch seine beiden Treffer, die den 2:1 Sieg des HSV bedeuteten. Dank der starken Auftritte des Duos Jansen/Trochowski und der allgemein guten Qualität im Hamburger Mittelfeld bleibt für Neuzugang Albert Streit vorerst nur der Platz, mit dem er sich schon auf Schalke nicht arrangieren wollte: der auf der Bank. Das gleiche gilt für den zweiten Ex-Gladbacher und zweiten Marcel(l) in Reihen der Hamburger: Dass Marcel Ndjeng in dieser Mannschaft maximal Bankdrücker sein würde, wird er sich aber nicht anders ausgemalt haben. Sollte sich Martin Jol in Gladbach entscheiden, wie gegen Wehen nur mit einem defensiven Mittelfeldmann zu agieren, dürfte Jonathan Pitroipa davon profitieren. Er könnte die rechte Mittelfeldseite bekleiden, Trochowski würde in die Mitte rücken.

Vor Jansen und Trochowski ist Martin Jol am Samstag die Qual der Wahl genommen. Paolo Guerrero muss wegen der fünften gelben Karte passen, deswegen läuft es im Angriff auf das kroatische Duo Mladen Petric und Ivica Olic hinaus. Dabei wird Olic in vorderster Front spielen, und Paolo Guerrero kommen für den HSV-Angriff in Frage. In vorderster Front wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Olic spielen. Etwas hängend agiert der frühere Dortmunder Petric, der nach abgesessener Rotsperre gegen Wolfsburg wieder eine Halbzeit dabei war und im Pokalspiel am Mittwoch das vorentscheidende 2:0 erzielte – die Flanke dazu kam von Marcell Jansen.

Bilanz

Die Gesamtbilanz spricht für den Hamburger SV. Von 81 Begegnungen in der Bundesliga entschieden die Hanseaten 34 für sich. Borussia gewann 26-mal und 21 Partien endeten remis. Die Heimbilanz fällt erfreulicher für die Gladbacher aus. 18-mal konnte Borussia am Bökelberg gegen den HSV gewinnen. Die Hamburger nahmen zehnmal zwei bzw. drei Punkte aus Gladbach mit nach Hause, dazu kommen zwölf Unentschieden. Wie so oft erweist sich die Statistik als schlechter Ratgeber für einen möglichen Tipp für das kommende Spiel, insofern dass die Erfolge lange oder gar sehr lange zurückliegen. Den letzten Sieg gegen den HSV feierte Borussia am 20. März 2004. 3:0 hieß es damals, die Tore am Bökelberg fielen allesamt in den letzten 30 Minuten. Jeff Strasser, Vaclav Sverkos und Thomas Broich trafen für die von Holger Fach trainierten Gladbacher. Sehr unschön sind die Erinnerungen an das letzte Aufeinandertreffen am Niederrhein. Das 1:0 für den HSV durch Paolo Guerrero in der 90. Minute zerstörte am 13. April 2007 die letzten Hoffnungen auf den Klassenerhalt. Bester Borusse an diesem denkwürdigen Tag war übrigens Marcell Jansen. Aus der jetzigen Borussenmannschaft waren nur Steve Gohouri und Oliver Neuville im Einsatz.

Schiedsrichter

Der erst 26-jährige Michael Kempter aus Sauldorf hat Borussia in dieser Saison schon zweimal gepfiffen und dabei gehörig geärgert. Das lag weniger an seiner von außen oft arg arrogant wirkenden Art, sondern vielmehr an einer schon bemerkenswerten Lust am Auf-den-Punkt-Zeigen. Sage und schreibe sechs Strafstöße verhängte Kempter binnen weniger Wochen gegen die Gladbacher. Beim 0:3 im Pokalspiel in Cottbus entsprangen alle Treffer Elfmetern. Bei der 0:3-Bundesliganiederlage in Wolfsburg pfiff Kempter zwei Strafstöße gegen die Mannschaft von Hans Meyer, die beide zum Torerfolg führten. Allerdings gab es an allen fünf Elfmeterentscheidungen objektiv wenig auszusetzen.

Aufstellungen

Borussia: Bailly – Stalteri, Gohouri, Daems, Levels – Galasek, Bradley - Matmour (Neuville), Baumjohann, Marin - Friend
Ersatz: Heimeroth, Brouwers, Kleine Dorda, Paauwe, Jantschke, Colautti, Lamidi
Es fehlen: Dante (verletzt), Jaurès (rekonvaleszent), Löhe, Schachten, van den Bergh, Callsen-Bracker (alle bei der U23).

Hamburg: Rost – Benjamin, Boateng, Mathijsen, Aogo – Tavares (Silva), Jarolim – Trochowski, Jansen – Petric, Olic
Ersatz: Hesl, Schulz, Rincon, Streit, Pitroipa, Ndjeng, Torun
Es fehlen: Reinhardt, Gravgaard, Demel, Atouba, Castelen, Choupo-Moting (verletzt), Guerrero (gesperrt)

SEITENWAHL-Meinung

Christoph Clausen
: Auch ohne Guerrero ist der HSV-Sturm exquisit besetzt, und auch ein Logan Bailly kann uns nicht im Alleingang raushauen. Betont zweckoptimistisch tippe ich dennoch, dass die Borussia den zwei Gegentoren zwei eigene entgegensetzen können. Das Unentschieden ist ein Achtungserfolg, bringt uns im Abstiegskampf aber nicht groß weiter.

Hans-Jürgen Görler
: Da bereits der Relegationsplatz vier Punkte entfernt liegt, muss gegen den HSV ein Sieg gelingen. Die Hanseaten werden nicht nur aufgrund der Heimpleite gegen Wolfsburg die drei Punkte fest eingeplant haben und sie wohl auch aus Gladbach entführen. Nach dem 1:2 bleibt es bei 16 mageren Punkten für die Borussia. In der Saison 2006/2007 hatte man zum gleichen Zeitpunkt sogar 21 Zähler erkämpft, stand trotzdem auf Platz 18 - und stieg ab. Wer in der aktuellen Situation noch an den Klassenerhalt glaubt, muss schon sehr optimistisch sein.

Thomas Häcki: Auch wenn die Punkte erwartungsgemäß in Berlin blieben, machte der Auftritt dort Mut. Doch kaufen kann man sich dafür bekanntlich nichts, Punkte müssen her. Und genau damit muss die Borussia an diesem Wochenende anfangen, will man sich noch eine Chance auf den Klassenerhalt bewahren. Daher halte ich es mit dem "Herr der Gedanken" aus der "Next-Uri-Geller-Show" und sage den Fohlen einen 2:0-Sieg über den HSV voraus. Gelingt dies, spricht der zweite Teil der Prophezeiung vom Klassenerhalt. Zweckoptimistisch wie ich bin, kann ich also gar nicht anders.

Christian Heimanns
: folgt

Michael Heinen: Borussia wird den Abstiegskampf gegen den HSV leidenschaftlich annehmen und dank ihres hohen Engagements sehr gut mithalten. Aber leider trifft man auf einen Gegner, der in der Offensive mit dem Duo Petric/Olic eine hohe Effizienz aufweist. Daher wird es ein hartes Stück Arbeit, um am Ende immerhin noch ein 1:1 nach Hause zu retten, was in unserer aktuellen Situation eigentlich zu wenig ist.

Mike Lukanz: Wenn ich hier Woche für Woche meinen Tipp abgebe, schlüpfe ich kurz in die Haut eines Regisseurs und stelle mir die Frage: Wie soll das 1:0 der Borussia gegen den HSV ab besten ablaufen, dass es eine entsprechende Wirkung zeigt? Ich habe mich dafür entschieden, dass diese Begegnung im Sommer als "Wendepunkt" bezeichnet werden wird. Borussia wird als das bessere Team zwischen Spielminute 85 und 90 für ihren Einsatz mit einem Tor erlöst. Optimismus ist mitunter ein so herrlich leichtes Gefühl.

Christian Spoo: Ein Erfolg, mit dem man nicht gerechnet hat. So etwas ist Borussia in dieser Saison mit gutem Willen beurteilt zweimal gelungen. Der Heimsieg gegen Bremen fällt in diese Kategorie, wie auch der Auswärtserfolg in Bielefeld. Um die Klasse zu erhalten benötigt die Mannschaft aber mehr von solchen Siegen. Der erste gelingt dank konzentrierter und engagierter Leistung gegen einen keineswegs enttäuschenden HSV. Borussia zittert eine 2:1-Führung über die letzten Minuten und darf weiter auf den Klassenerhalt hoffen.

Thomas Zocher
: Es wird eines dieser Spiele, die allen Kardiologen gefallen. Die Borussia bemüht sich dabei zwar eine ähnliche Situation wie gegen Hannover zu vermeiden, allerdings gelingt es ihr nicht. Jedoch gewinnt sie das Spiel trotzdem mit 2:1, weil sie es dieses Mal besser macht als beim Hinrundenspiel und weil sie immer noch auf das Glück für das Pech wartet, das im vorangegangenen Heimspiel gegen den Nordklub ihr in den Schlußsekunden einen lähmenden Knockout versetzt hatte.

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