Karlsruher SCTatort: Karlsruhe. Tatzeit: 7.3.1998, gegen 16.30h. Borussia Mönchengladbach reist als Tabellenletzter am 25ten Spieltag zum Auswärtsspiel nach Karlsruhe. Die Saison verlief bisher katastrophal, aus den letzten elf Spielen konnte grade mal ein Spiel gewonnen werden. Auswärts lief bis auf den 5:4 Auswärtssieg in Duisburg ebenso wenig zusammen. Dass Trainer Norbert Meier den glücklosen Hannes Bongartz abgelöst hat, hat bisher keine Früchte getragen. Die Lage beim Tabellenvierzehnten ist ebenfalls nicht rosig. Seit sechs Spielen ist man bereits sieglos, doch hat man zuletzt mit einem 0:0 beim Tabellenführer aus Kaiserslautern Morgenluft schnuppern können.

Nicht einmal zwei Stunden später werden sich die Verhältnisse umgekehrt haben. Nach einem 5:2-Erfolg verlässt die Borussia die Abstiegsränge und stürzt den KSC auf einen selbigen. Wie wichtig dieser Sieg war, wird knapp zwei Monate später deutlich, als die Fohlenelf am letzten Spieltag den KSC noch abfängt und den Klassenerhalt nur aufgrund der besseren Tordifferenz schafft. Für die Karlsruher brechen nun lange Jahre in den unteren Klassen an.

Dies war der bislang letzte Bundesliga-Auftritt der Borussia in Karlsruhe. Braucht man weitere Worte, um auf dieses Spiel einzustimmen?

Borussias Defensive

Nach der Hinrunde noch als Schießbude der Nation verlacht, zeigt sich Borussias Defensive in der Rückrunde deutlich stabilisiert. Zwar sind 12 Gegentore in 8 Spielen und der Umstand, dass die letzte „Zu-Null-Begegnung" aus dem November resultiert kein Grund, von einer starken Verteidigung zu reden. Insgesamt haben die bisherigen Neuzugänge aber zu einer deutlichen Stabilisierung beigetragen. Und nun kommt der letzte, der wichtigste, der Heilsbringer aller Neuzugänge. War Dantes Einwechslung gegen Bochum noch etwas überraschend, dürfte eine Berücksichtigung in der Startformation nur noch wenig Verwunderung hervorrufen. Die Generalprobe gegen Heracles Almelo glückte und so darf sich Trainer Hans Meyer wohl über einen weiteren „Neuzugang" in der Defensive freuen. Dies wirbelt die Viererkette vor Logan Bailly naturgemäß etwas durcheinander. Opfer dürfte wohl Tobias Levels sein, der gegen Bochum nicht mehr so stark wie zuletzt spielte, kämpferisch aber keinen Anlass zu Kritik lieferte. Seine Position ist zukünftig mit Filip Daems verplant und sollte dieser nicht offensiver benötigt werden, müsste Levels in diesem Fall wieder auf die Bank. Nach starken Leistungen auf die Ersatzbank - dieser Zustand wäre in der Hinrunde  wohl noch Träumerei gewesen.

Während Paul Stalteri rechts nicht in Frage steht, kann über die zweite Innenverteidigerposition zumindest diskutiert werden. Fakt ist, das Roel Brouwers an seine Verlässlichkeit aus Zweitligazeiten angeknüpft hat. Eigentlich gibt es kaum einen Grund, auch ihn aus der Startelf zu entfernen. Fakt ist aber auch, dass Steve Gohouri vor seiner Verletzung ebenfalls deutlich verbessert spielte. Und gegen den Karlsruher Sturm könnte ein schneller Verteidiger einem Kopfballstarken vorgezogen werden. Aufgrund seiner zuletzt starken Leistungen und der neugewonnen Torgefährlichkeit ist Brouwers weiterhin der Favorit für die zweite Innenverteidigerposition, undenkbar wäre eine weitere personelle Veränderung jedoch nicht.
Im defensiven Mittelfeld sind solche Gedankenspiele hingegen obsolet. Tomas Galaseks Wertigkeit für die Gladbacher Defensive wurde bereits mehrfach aufgezeigt. Michael Bradley gedeiht neben ihm derzeit prächtig. Es gibt keinen Grund, dieses funktionierende Duo zu trennen.

Borussias Offensive

Das alles beherrschende Thema in Gladbachs Offensive lautet: Der Zauberzwerg fehlt. Nein, nicht Hans Meyer zeigt sich für diesen Zustand verantwortlich, auch wenn dies einige Medienvertreter sicherlich immer noch dankbar aufnehmen würden. Vielmehr zwingt seine fünfte gelbe Karte den Jung-Nationalspieler zum Pausieren. Darüber ist Marko Marin selber mehr als unglücklich und haderte auch öffentlich mit seiner Gelbsperre. Doch helfen tut dies nichts, die Sperre bleibt natürlich bestehen. Und damit kommen wir zur Gretchen-Frage: Wer wird Marin ersetzen? Vorgesehen für diesen Fall wäre eigentlich Johannes van den Bergh, doch es ist fraglich, ob er nach seiner Verletzung bereits soweit ist, in den Stamm zu rutschen. Gegen Heracles kam er lediglich nach seiner Einwechslung für Dante kurz zum Einsatz. Filip Daems hat diese Position schon mit durchwachsendem Erfolg gespielt. Nach der Rückkehr von Dante ist er aber auf der linken Verteidigerposition zu Hause. Es stellt sich somit die Frage, ob es Sinn macht, für die Besetzung der Marin-Position den Defensivverbund auseinander zu reißen. Ebenfalls links beheimatet sind Tobias Levels und Christian Dorda. Während ersterer aufgrund fehlender Offensiv-Eigenschaften wohl nicht in Frage kommt, wäre Dorda zumindest denkbar. Ebenso, wie die Rückkehr von Gal Alberman oder Patrick Paauwe, evtl. mit der Maßnahme, Alexander Baumjohann auf die Außenposition zu schicken. Last not least wäre auch eine offensive Variante mit Oliver Neuville oder Moses Lamidi im Rahmen des Möglichen. Die Tatsache, dass fast der gesamte Kader zur Nennung der Alternativen herhalten musste, enthüllt, wie groß die Lücke erscheint, die Marins Sperre reißt. Es macht aber auch deutlich, dass sich im Verlauf der Rückrunde eine „erste Elf" festgespielt hat, wobei jeder Spieler auf seiner Position nun eine größere Wertigkeit besitzt. In der Hinrunde wäre das Ausweichen von Baumjohann auf die Außenpositionen nicht als gravierend erachtet wurden. Mittlerweile würde diese Maßnahme aber wiederum eine Lücke im zentralen Mittelfeld entstehen lassen. Somit ist klar sein, dass er auf jeden Fall spielt.
Der rechten Mittelfeldseite sind solche Überlegungen hingegen fremd. Karim Matmour heißt hier die Stammkraft und es gibt eigentlich keinen Grund, warum sich dies ausgerechnet in Karlsruhe ändern sollte. Eine Änderung gibt es hingegen im Sturm. Rob Friend fällt aufgrund einer Fersenverletzung aus. Für ihn wird Roberto Colautti zu einer neuen Bewährungsprobe kommen. Gegen Almelo war der Stürmer mit israelischem Pass zweimal erfolgreich. Es wäre ihm zu wünschen, dieses Kunststück alsbald in der Bundesliga zu wiederholen.

Bei einem zusätzlichen Einsatz von Neuville für Marin wäre mit Moses Lamidi nur noch eine Offensivkraft auf der Bank verfügbar. Da die Luft hier etwas dünn wird, darf man darauf gespannt sein, wie Trainer-Fuchs Hans Meyer auf diese Misere reagiert.

Der Gegner aus Karlsruhe

Der KSC benötigt einen Bundesligarekord. Noch nie konnte ein Team den Abstieg vermeiden, wenn es nach 25 Spieltagen nur 18 Tore auf dem Konto hatte. Und hier zeigt sich auch bereits, wo der Schuh drückt. Es ist keineswegs so, dass der KSC nicht versuchen würde, sein Spiel offensiver zu gestalten. Wenn aber am Ende der Saison die Chancenverwertungs-Tabelle veröffentlicht wird, spricht schon jetzt vieles dafür, dass der KSC auch hier den letzten Platz innehaben wird. Woche für Woche werden die besten Chancen vergeben. Um diese Misere zu beheben, versuchen es die Karlsruher nun mit einer Taktikänderung. Man rückte von dem bisherigen 4-5-1 ab und opferte eine Mittelfeldposition zu Gunsten eines Stürmers. Das Ganze wirkt ein wenig wie das verzweifelte um-sich-schlagen eines Ertrinkenden. Ob diese Maßnahme die Wende bringt, muss dabei selbstverständlich abgewartet werden.

Hinzu kommt eine interessante Heimbilanz. 13 seiner bisher 17 Punkte holten die Badenser auf dem eigenen Platz. Vier Siegen und einem Unentschieden stehen dabei sieben Niederlagen gegenüber. Dies ist für eine Mannschaft im Abstiegskampf noch nichts Ungewöhnliches. Interessant ist hingegen, gegen wen man die Punkte holte und gegen wen man verloren hat. Mit dem HSV, Wolfsburg und Bremen konnte gegen vermeintliche Spitzenteams gewonnen werden, gegen Leverkusen konnte man daheim sogar einen 0:3 Rückstand aufholen. Gegen vermeintlich schwächere Gegner wie Bielefeld, Frankfurt oder Köln setzte es hingegen Niederlagen. Dies ist besonders aus dem Blickpunkt erwähnenswert, dass mit Mönchengladbach, Cottbus und Hannover noch drei Abstiegskandidaten empfangen werden. Insofern haben es die Karlsruher theoretisch noch in der eigenen Hand, den Abstieg zu vermeiden. Dazu müssten sie aber wiederum vor allem eines tun - das Tor treffen. Was so einfach klingt scheint in der Realität hingegen schwierig. Zieht man die oben erwähnten Spiele ab, gelang den Badensern in den übrigen acht Spielen noch genau ein Treffer. Den zum 1:0 Erfolg gegen den VfL Bochum am ersten Spieltag.

Karlsruhes Defensive

Mit großer Hoffnung wartete man in Karlsruhe in der Winterpause auf die „Quasi-Neuverpflichtung" Maik Franz. Der Kapitän wurde im Verlauf der Hinrunde durch ein Fersenödem außer Gefecht gesetzt. In Folge dessen glich die badische Defensive immer mehr einem Hühnerhaufen, da sein Ersatz Martin Stoll Franz zu keinem Zeitpunkt ersetzen konnte und sich auch der zweite Innenverteidiger Tim Sebastian in einer Formkrise befand. Entsprechend groß war der Schock, als sich Franzs Verletzung als hartnäckig erwies und der Verteidiger nach einer Operation auf unbestimmte Zeit ausfällt. Für Ersatz wurde schnell gesorgt. Mit Dino Drpic wurde vom amtierenden kroatischen ein Innenverteidiger bis Saisonende ausgeliehen. Ganz risikolos war dieser Transfer nicht, war Drpic doch von seinem alten Arbeitgeber wegen „wiederholter Disziplinlosigkeit" fristlos gekündigt wurden. Doch der böse Junge aus Kroatien entpuppte sich schon schnell als echte Verstärkung und konnte der zwischenzeitlich doch arg anfälligen Karlsruher Abwehr wieder neue Stabilität verleihen. Neben ihm dürfte sich der 21jährige Sebastian Langkamp in der Innenverteidigung festgespielt haben, der im Verlauf der Rückrunde von einem Bänderanriss des langjährigen Stammverteidiger Tim Sebastian profitierte und seine Chance durchaus gut zu nutzen wusste. Die Viererkette wird komplettiert durch Christian Eichner auf der linken und Andreas Görlitz auf der rechten Abwehrseite. Statt Görlitz könnte aber auch Stefano Celozzi seine angestammte Position wieder einnehmen, nachdem seine Fersenverletzung ausgestanden ist.

Sollte die Abwehr überwunden werden, steht mit Markus Miller der (un)heimliche Star der Karlsruher zwischen den Pfosten. An ihm liegt die Karlsruher Talfahrt sicherlich nicht, zählt er doch mit konstant guten Leistungen zu den wenigen Hoffnungsträgern im Team. Zwei vorzeitige Auswechslungen aufgrund von Verletzungen zeugen aber davon, dass auch er die volle Härte des Abstiegskampfes zu spüren bekommt.

Abgesichert wird die Verteidigung von zwei Sechsern. Da ist zum einen Neuzugang Marko Engelhardt. Der in der Winterpause von Nürnberg an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrte Ex-Nationalspieler konnte bisher allerdings die in ihn gelegten Erwartungen nicht erfüllen und konnte bisher bis auf eine Gelb-Rote Karte keine Akzente setzen. Ihm zur Seite steht mit Michael Mutzel ein solider Mittelfeldspieler, der schon bereits in der Aufstiegssaison zu den Stammkräften gehörte und in Karlsruher gewachsen ist. Sein Einsatz ist allerdings noch gefährdet. Ersetzen könnten in Antonio da Silva oder Massimilian Porcello. Denkbar ist auch, dass Trainer Becker einen der beiden defensiven Mittelfeldspieler zu Gunsten einer offensiveren Aufstellung opfert. Dies birgt ein Risiko, wurde dieser Versuch doch bereits erfolglos zum Ende der Hinrunde unternommen. Im Verlauf der Rückrunde besann sich Becker und verschaffte der Defensive so die benötigte Stabilität.

Karlsruhes Offensive

18 Tore in 25 Spielen, seit nunmehr 540 Bundesligaminuten ohne Treffer, dass heißt im Monat März traf der KSC nicht einmal in des Gegners Tor. Es ist nicht schwer zu erraten, wo bei dem KSC der Schuh drückt. Das hat man natürlich auch in Karlsruhe erkannt und sich somit im letzten Heimspiel gegen Bielefeld zu einer Taktikänderung mit zwei Stürmern entschlossen. Gebracht hat es bekanntlich nichts, gegen die Westfalen wurde unglücklich mit 0:1 verloren. Es spricht jedoch einiges dafür, auch gegen Mönchengladbach mit zwei Spitzen zu beginnen. Der Grund ist leicht erklärt. Schon jetzt zählen für die Badenser nur Siege, wollen sie noch die Klasse halten. Ein Unentschieden wäre eindeutig zu wenig.
Aufgrund der zu erwartenden offensiveren Ausrichtung stehen Trainer Edmund Becker mehrere Varianten bezüglich seines Mittelfelds zur Verfügung. Geht man davon aus, dass der Sturm-Misere durch das Aufbieten eines zweiten Stürmers  begegnet wird, wäre zunächst die Auflösung einer defensiven Position im Mittelfeld eine Alternative. Der KSC würde dann mit einem Dreier-Mittelfeld hinter den Spitzen beginnen. Kandidat für die Position hinter den Spitzen wäre dann der Brasilianer Antonio da Silva. Er ist so etwas wie der Tausendsassa im Karlsruher Mittelfeld, hat er doch in dieser Saison dort schon jede Position inne gehabt. Interessanterweise immer mit einer ansprechenden Leistung. Torgefahr versprüht jedoch auch er kaum. Mit zwei Toren ist er der zweitgefährlichste Karlsruher. Bisher hatte diese Position der zweite Winter-Rückkehrer Giovanni Frederico inne. Er konnte aber die Erwartungen an seine Personalie bisher nicht erfüllen und schloss nahtlos an seine Leistungen in Dortmund an. Zuletzt wurde er für die Außenpositionen berücksichtigt. Dort kam es zuletzt zu stärkerer Rotation. Dabei konnten sich aber weder Lars Stindel, noch Frederico oder Christian Timm  wirklich empfehlen. Dem aktuellen Trend folgend wären Frederico und Timm auf den Außenbahnen hier die wahrscheinlichste Alternative. Diese Variante wäre allerdings eine sehr offensive. Insofern wäre eine zweite Überlegung, die funktionierende Defensiv-Ausrichtung zu belassen und die zentrale Mittelfeldposition zu opfern. Dann würde da Silva nach links rücken. Frederico oder Timm wären für das rechte Mittelfeld prädestiniert. Der Georgier Alexander Iashvili sollte bei allen Varianten allenfalls als Ersatzspieler in Frage kommen.

Bei der Auswahl seiner Stürmer hat Trainer Becker buchstäblich die Qual der Wahl. Niemand konnte sich bisher aufdrängen. Da ist zum einen Sebastian Freis. Sieben Tore sind durchaus nicht zu verachten. Sieht man aber von seiner Glanzleistung gegen den HSV am 19ten Spieltag ab, kann man seine Krise seit nunmehr fünf Monaten kaum wegdiskutieren. Die Umstellung aus dem rechten Mittelfeld in den Sturm bekam Karlsruher Eigengewächs nicht und so konnte er an seine durchaus gefälligen Leistungen der Vorsaison nicht mehr anknüpfen. Spielen wird er aber voraussichtlich dennoch, da schlichtweg die Alternativen fehlen. Ihm zur Seite stehen könnte der albanische Nationalspieler Edmond Kapllani, der wie kein anderer den Unterschied zwischen erster und zweiter Liga verkörpert. War er vor fast zwei Jahren noch der Aufstiegsheld, konnte er schon in der letzten Saison nicht mehr an seine Leistungen anknüpfen. In dieser Saison steht ein Tor im DFB-Pokal gegen die SpVgg Ansbach auf seinem Konto. Das er zuletzt wieder vermehrt Einsatzchancen bekam, liegt nicht zuletzt daran, dass der im Winter auf Leihbasis von Wolfsburg gewechselte Mahir Saglik ebenso den Nachweis schuldig bleibt, eine Verstärkung darzustellen. Eigentlich könnte auch Christian Timm neben Freis stürmen. Da aber im Mittelfeld ebenfalls keine Stammformation besteht, ist damit eher nicht zu rechnen. Keine Alternative stellt hingegen der Australier Joshua Kennedy dar, der nach einem Zerwürfnis mit Edmund Becker wohl nicht mehr für den KSC auflaufen wird.

Schiedsrichter

stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest

Bilanz

Sechs Auswärtssiegen in der Bundesliga stehen sechs Unentschieden und acht Niederlagen gegenüber. Dazu kommen noch je ein Sieg und eine Niederlage im DFB-Pokal und eine Niederlage in der zweiten Liga. Keine Frage, es gibt schlechtere Pflaster für die Borussia als das Wildpark-Stadion. Dabei kam es dort immer wieder zu erwähnenswerten Ereignissen. So kreuzten sich nach einer 0:3 Niederlage im bislang letzten Duell im Wildpark erstmals die Wege von Hans Meyer und Borussia Mönchengladbach. 1989 kam es zu Gladbachs erstem Wiederholungsspiel in der Bundesliga, als der Karlsruher 3:1-Sieg annulliert wurde, da Christian Hochstätter von einem geworfenen Gegenstand verletzt wurde (eine Begebenheit, die fast fünf Jahre später im DFB-Pokal mit umgekehrten Vorzeichen seine Wiederholung fand). Das Spiel endete damals 2:2, nachdem ein gewisser Günther Thiele in der 90min. zum Ausgleich traf.
Gegen keinen Verein traf der KSC in der Bundesliga so oft, wie gegen die Fohlenelf. Ein 0:0 gab es in den 23 bisherigen Begegnungen noch nie. Ach ja! Gegen Karlsruhe konnte die Elf vom Niederrhein übrigens 1960 mit dem DFB-Pokal ihren ersten nationalen Titel gewinnen. Aber das war ja in Düsseldorf.

Aufstellungen

Karlsruhe: Miller - Görlitz, Drpic, Langkamp, Eichner - Engelhardt, Mutzel - da Silva, Frederico - Freis, Kapllani
Ersatz: Kornetzky - Celozzi, Sebastian, Stoll, Aduobe, Stindl, Porcello, Timm, Iashvili, Saglik
Es fehlen:  Franz, Buck, Carnell (verletzt), Kennedy (nicht berücksichtigt)

Borussia: Bailly - Stalteri, Brouwers, Dante, Daems - Galasek, Bradley - Matmour, Baumjohann, Neuville - Colautti.
Ersatz: Heimeroth - Dante, Gohouri, Dorda, Kleine, van den Bergh, Paauwe, Jantschke, Alberman, Lamidi.
Es fehlen: Jaurès, Friend (verletzt), Marin (gesperrt), Gospodarek, Touma, Coulibaly (nicht berücksichtigt)

Schiedsrichter: stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest
Schiedsrichterassistenten: stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest
Vierter Offizieller: stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest

SEITENWAHL-Meinung

Thomas Häcki: Es geht für Karlsruhe um alles und das wurde auch bereits im Vorfeld so geäußert. Solche Vorgaben können einen unbändigen Kampfgeist fördern - oder eben lähmen. Weil Karlsruhe auch in diesem Spiel vor dem Tor kein Glück hat, weil sie schließlich hinten noch Pech haben und besonders weil ich Zweckoptimist bin, gewinnt die Borussia knapp und glücklich mit 1:0. Einigkeit besteht aber darin, dass dies ein „Schweine-Spiel" war und der Weg zum Klassenerhalt weiterhin ein langer ist.

Thomas Zocher: Üblich wäre, wenn ich auf einen Auswärtssieg der Borussia tippen müsste, die insbesondere mit Marko Marin und Rob Friend ein Team bilden würde, das ich für stärker halte als den Karlsruher SC. Da Friend verletzt ist und Marko Marin sich eine deutlich vermeidbare Gelbsperre eingehandelt hat, bleibt es für die Borussia in Karlsruhe unter dem Strich bei einem 2:2.

Michael Heinen: Der Zweckpessimismus muss ein Ende finden. Borussia findet durch den 2:1-Sieg in Karlsruhe in die Erfolgsspur zurück.

Christoph Clausen: Es bleibt dabei: Karlsruhe trifft trotz erneut ansehnlichem Spiel derzeit einfach das Tor nicht. Borussia macht das zumindest ein Mal besser, so dass die Partie mit dem Ergebnis endet, das Ede Becker hassen wird wie kaum ein anderes: 1:0 für den Gast.

Christian Spoo: Dem engagierten Auftritt bei der Heimniederlage gegen Bochum ist es zu verdanken, dass der Optimismus in Gladbach ungebrochen ist. Jedoch hat das Spiel am vorvergangenen Wochenende gezeigt, dass Borussia gerade gegen eher passiv agierende Gegner weiter Probleme hat. Vor allem die gegen Hamburg und Köln so beeindruckende Effizienz geht in solchen Spielen verloren. Und ein "solches Spiel" wird es auch in Karlsruhe werden. Nach dem 1:1 wird allen klar, dass der Abstiegskampf bis zum Ende der Spielzeit dauern wird und dass ein erfolgreicher Abschluss keineswegs schon ausgemacht ist.

Christian Heimanns: Zu einem Spiel bei dem klarsten Mitbewerber für die zweite Liga muss man nicht viel sagen. Dass Friend ausfällt, muss man positiv sehen: Wenn wir schon nicht wissen, wer für uns die Tore schiesst, wissen es die Karlsruher erst recht nicht und werden nicht wissen, wen sie decken sollen. Der, von dem wir es noch nicht wissen, wird dann für uns zum 0:1 Sieg treffen.

Hans-Jürgen Görler: Nach der vergeigten Partie gegen den Abstiegskonkurrenten aus Bochum muss gegen den KSC ein Sieg her. Dann dürfte der erste Absteiger feststehen. Eigentlich wäre das Aufeinandertreffen wie geschaffen für die Borussia, sich mal wieder als Aufbaugegner zu betätigen, aber der 1:0-Auswärtssieg wird dafür nicht geeignet sein. Sofern an diesem Spieltag noch Schalke (in Bielefeld) mitspielt, gelingt endlich mal wieder der Sprung ans rettende Ufer. Stuttgart drücken wir ebenfalls ausnahmsweise die Daumen. Und nach diesen Minirechenspielen erinnere ich mich plötzlich an die Fahrt zum letzten Auswärtsspiel der Spielzeit 1989/1990 nach Krefeld. Vor mir fuhr ein Mercedes. Auf einem Aufkleber stand zu lesen: "Wer in der 1. Liga bestehen will, darf Platz 16 nicht fürchten." So ist es ...

Mike Lukanz: Ich sehe einen bemerkenswerten Zusammenhalt der Redaktion, bis auf einen, der in Fußball-Fragen selbst unter Pessimisten als Pessimist gilt, sehen also alle einen Sieg. Ich denke an den armen Edmond Kapllani, der seit Monaten von den Kollegen der 'Süddeutschen Zeitung' durch den Kakao gezogen wird, weil er in dieser Saison partout das Tor nicht trifft. Der (ehemalige) Fußballer in mir hat Mitleid und sagt einen 1:0-Sieg für den KSC, mit Torschütze Kapllani. Der Borusse in mir sagt 0:2, denn damit wäre ein ersten Absteiger de facto fix. Der Journalist in mir trägt aber weder schwarz-weiß-grün noch blau-weiß. Das 1:1 wird am Ende keinem so wirklich schmecken.

Der Karlsruher SC im Internet: http://www.ksc.de/, http://supporters-karlsruhe.de/

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