Ein Siegtor in der 90. Minute hat ein Pendant im Kampfsport: den Knockout-Schlag. Der eine entscheidende Treffer, der entweder den schon vorher unterlegenen Kämpfer endgültig auf die Bretter befördert oder den vermeintlich Überlegenen überraschend zum Verlierer macht. Borussias Gegner in diesen Wochen, das Abstiegsgespenst, wackelt und taumelt nach den Treffern von Colautti und Dante bedenklich, aber es steht noch. Wenn am Samstag mehr als 20.000 Gladbacher Fans das „Auswärtsspiel" in Düsseldorf gegen Bayer 04 Leverkusen zum Heimspiel machen werden, kann der finale Treffer folgen. Und dennoch: Dass das Abstiegsgespenst durchaus in der Lage ist, in letzter Sekunde zurück zu schlagen, hat es in der Vergangenheit ausreichend oft bewiesen. Es ist in diesen Tagen zehn Jahre her, als Günther Koch am 34. Spieltag in der wohl spannendsten ARD-Schlusskonferenz der Bundesligageschichte mit den Worten aufwartete: „Hallo, das ist Nürnberg, wir melden uns vom Abgrund ..."

 

Sicher, ein Saisonfinale wie das 1999 passiert womöglich nur alle 50 Jahre einmal. Es unterstreicht jedoch, dass der Fußball insbesondere in seinen wichtigsten Spielen nie vor Überraschungen gefeit ist. Ohne Frage hat sich Borussia mit den Siegen über Schalke 04 und Energie Cottbus eine äußerst günstige Ausgangsposition geschaffen. Es verwundert jedoch nicht, wenn die Presseabteilung Borussias unmittelbar nach dem Sieg in der Lausitz die mahnenden Worte der Spieler (Paauwe: „Wir müssen höllisch aufpassen", Brouwers: „Wer rechnen kann, der weiß, dass wir noch nicht durch sind.") auf der Vereinshomepage publizierte. Der Verein ist bemüht, nicht in den Tenor derer einzustimmen, die der Elf vom Niederrhein bereits zum Klassenerhalt gratulieren.

Borussias Defensive

Logan Bailly erlebte am Mittwoch einen vergleichsweise ruhigen Abend. Zu harmlos waren die Offensivbemühungen der Cottbuser an diesem Abend. Das, was er zu halten hatte, hielt er ohne Probleme. Dass der Belgier in den vergangenen Spielen weniger Gelegenheit erhielt, sich auszuzeichnen, ist auch der verbesserten Leistung seiner direkten Vorderleute zu verdanken. Das Duo Brouwers / Dante scheint sich gefunden und damit die Defensive stabilisiert zu haben. Zwei Spiele in Folge ohne Gegentor sprechen eine Sprache, gleichwohl sich auch in den Partien der vergangenen 96 Stunden der ein oder andere Aussetzer einschlich. Insgesamt ist jedoch zu konstatieren, dass der Abwehrverbund mit der nötigen Konzentration zu Werke geht. Erfüllen Dante & Co. auch gegen Leverkusen und Dortmund ihre Aufgabe mit Präzision und Konzentration, sind die Weichen für ein weiteres Jahr Bundesliga gestellt.

Die größte positive Überraschung lieferte dabei Tobias Levels. Der aus Viersen stammende Rechtsverteidiger wurde von Hans Meyer aufgrund des kurzfristigen Ausfalls Tomas Galaseks ins defensive Mittelfeld neben Patrick Paauwe beordert, wo er seine Sache nach anfänglichen Schwierigkeiten mehr als ordentlich erledigte. Dabei bewies Levels vor allem, dass er aufgrund seiner körperlichen Dynamik und Laufstärke durchaus für Impulse in der Offensive sorgen kann, wenngleich Raum öffnende Pässe nicht von ihm zu erwarten sind. Sofern der Tscheche Galasek am Samstag wieder zur Verfügung steht, dürfte er vor der Abwehr beginnen. Ob Meyer gegen die technisch und spielerisch versierten Leverkusener auf die größere Erfahrung des Duos Paauwe / Galasek setzt oder Levels aufgrund seines starken Spiels eine weitere Chance auf dieser Position gibt, ist ungewiss.

Borussias Defensive

Das Geschrei wäre wieder groß gewesen: Warum sitzt Marko Marin in einem wichtigen Abstiegsspiel auf der Bank? Weil es ein wichtiges Abstiegsspiel war! Die Qualitäten des jungen Marin stehen außerhalb jeglicher Diskussion, seine nach wie vor vorhandenen Schwächen in der Defensive und im Zweikampf jedoch auch. In Anbetracht des äußerst spielstarken Leverkusener Mittelfelds könnte sich Marin erneut auf der Bank wiederfinden, denn Baumjohann und der beim HSV hoch gehandelte Nationalspieler Marin gemeinsam sorgen für oft zu große Lücken, die eine Mannschaft wie Bayer schnell und effektiv ausnutzen könnte. Da der Gegner jedoch meist mit einem traditionellen 4-4-2 agiert, könnte eine Aufstellung Marins dafür sorgen, dass das Mittelfeld des Gegners durch erhöhten Abwehrbedarf in der Defensive gebunden wird. Hans Meyer wird eher nicht sein Heil in der Offensive suchen, daher ist davon auszugehen, dass Marko Marin Gelegenheit haben wird, die Auswechselbank der Düsseldorfer Fortuna kennenzulernen.

Die beiden Last-Minute-Tore sorgten auf Seiten der Gladbacher Fans zwar für Altersgrenzen übergreifende Herzrhythmusstörungen, zeigen jedoch auch, dass es in beiden Fällen 89 Minuten lang mit dem Tore erzielen weniger gut funktionierte. In Cottbus wäre schon Mitte der zweiten Halbzeit Gelegenheit gewesen, das Spiel zu entscheiden, gegen Schalke waren eindeutige Torchancen über weite Strecken Mangelware. Dass der verletzte Rob Friend dem Spiel Borussias so offensichtlich fehlt, konnte nicht erwartet werden. Denn weder Matmour noch Colautti konnten sich in den vergangenen Spielen nachhaltig als Stürmer Nr. 1 positionieren. Der Israeli Colautti ist leider auf dem besten Wege, seinen anfangs hohen Kredit bei Fans und Kritikern zu verspielen. Markus Aretz, Borussias Pressesprecher, veröffentlichte zusammen mit seinen Kollegen Ingo Rütten und Michael Lessenich zu Beginn der Saison das Buch „Borussias Legenden - 11 Torjäger. Von Albert Brülls bis Oliver Neuville." Inzwischen dürfte ein Buch mit dem Titel „Borussias gescheiterte Torjäger - von Igor Belanow bis Roberto Colautti" zumindest inhaltlich Potenzial haben.

Die taktische Aufstellung des Gastgebers - Heimmannschaft trifft es in diesem Fall ja weniger - sollte dafür sorgen, dass Matmour erneut auf der Außenbahn im Mittelfeld beginnt, so dass Colautti erneut Gelegenheit bekommt, die Veröffentlichung seines Namens im o.a., vorgeschlagenen Buch durch Tore zu verhindern.

Der Gegner aus Leverkusen

Das Geschrei war groß in der Landeshauptstadt. Als sich die Hinrunde der Fußball-Bundesliga dem Ende neigte und somit der Umzug von Bayer 04 Leverkusen von der Baustelle BayArena in die (finanzielle) Baustelle LTU arena näher rückte, sah man bei Fortuna Düsseldorf den Teufel persönlich in die Landeshauptstadt ziehen. Und in der Tat, der klassenhöhere und deutlich reichere Verein aus Leverkusen kleisterte die Stadt Düsseldorf mit Werbepostern zu, als gäbe es kein Morgen. Selbst in der ehrwürdigen Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf hingen in nahezu jedem Flur Poster der „Werkself". Dass Bayer Leverkusen von jeder verkauften Karte einen Euro an Fortunas Jugendabteilung spendete, hatte dann auch mehr symbolischen Wert. Denn auch Fortuna ist lediglich Mieter in der modernen LTU arena, die auf Drängen des verstorbenen Oberbürgermeisters Erwin gebaut wurde und die dem Verein Fortuna Düsseldorf seitdem mehr schadet als nützt.

Heute, nach sechs absolvierten Ligaspielen und zwei Begegnungen im DFB-Pokal, ist man in Leverkusen froh, die Poster in der Landeshauptstadt wieder abhängen zu können. Der von Leverkusen erwartete und von Fortuna befürchtete Zuschauerandrang ist ausgeblieben, was Beobachter indes wenig überraschend dürfte. Selbst die „alte" BayArena konnte an Heimspieltagen lediglich durch das massive Verteilen von Freikarten gefüllt werden, darüber hinaus ist der Düsseldorfer an sich nicht für seine Sportbegeisterung bekannt. Nicht einen Sieg konnte die Mannschaft von Bruno Labbadia im Ausweichstadion für sich verbuchen; die Siege im DFB-Pokal gegen Bayern München und Mainz 05 einmal ausgenommen. Dabei kam Leverkusen als Tabellenfünfter und mit der Empfehlung einiger berauschender Spiele aus der Hinrunde nach Düsseldorf. Entsprechend angespannt war die Stimmung der vergangenen Wochen unter'm Bayer-Kreuz.

Somit war die Vorgabe von Bruno Labbadia vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach klar: „Wir wollen uns unbedingt mit einem Sieg aus Düsseldorf verabschieden." Rein sportlich geht es für Bayer in dieser Saison um nichts mehr - in den Hinterköpfen der Spieler, der Offiziellen und der Fans ist bereits der 30. Mai verankert, wenn im Berliner Olympiastadion das DFB-Pokalendspiel gegen Werder Bremen steigt. Für Bayer Leverkusen die letzte Möglichkeit, einer insgesamt verkorksten Saison ein versöhnliches Ende zu bereiten, zumal mit einem Pokalsieg die Qualifikation für das internationale Geschäft verbunden wäre. Mit dieser Vorgabe war Bruno Labbadia als Trainer in die Saison gestartet.

Vor dem Hintergrund der erwarteten 25.000 Fans aus Gladbach könnte sich demnach für Leverkusen eine Auswärtsstimmung präsentieren, was Borussia zum Nachteil gereichen würde, denn Bayer ist nach dem Münchener Bayern das zweitbeste Auswärtsteam der Liga. (An dieser Stelle: Dass Borussia zu diesem Zeitpunkt in der Auswärtstabelle vor Werder Bremen steht, hätte vor der Saison wohl auch keiner geglaubt).

Leverkusener Defensive

Es hätte alles so schön werden können. Nach Jens Lehmanns Rücktritt aus dem Nationalteam war der Weg für die „jungen Wilden", die neue Generation deutscher Torhüter. Adler, Neuer, Rensing. Die Geschichten waren im Boulevard schon längst gemalt, Völler, Müller und Hoeneß übertrafen sich gegenseitig mit Prognosen, welcher Torwart denn nun „die klare Nr.1 Deutschlands" zu sein habe. Dummerweise unterliegen junge Torhüter wie junge Feldspieler des öfteren Formschwankungen. Und dummerweise gibt es Robert Enke, der im besten Torhüteralter ist und lediglich den Nachteil hat, bei einem langweiligen Verein mit einem wenig profilsüchtigen Manager zu spielen. Denn kaum war die vermeintliche Nachfolge von Lehmann im Tor der Nationalmannschaft offen, patzten Adler, Neuer und Rensing in schöner Regelmäßigkeit. Bei den Bayern spielt inzwischen Hans-Jörg Butt, Enke ist die unumstrittene Nummer eins der DFB-Elf und Adler und Neuer müssen sich gegen (inzwischen berechtige) Ansprüche eines Tim Wiese oder gegen (lächerliche) Rückkehrgedanken eines Jens Lehmann erwehren. Dennoch: René Adler ist und bleibt ein hervorragender Torhüter.

Die Viererkette der Leverkusener kann ebenfalls als gehobenes Bundesliganiveau bezeichnet werden. Manuel Friedrich ist als Abwehrchef zwar noch immer weit von der Form entfernt, die ihn noch als Spieler des FSV Mainz 05 in die Nationalmannschaft spülte, an guten Tagen versprüht der 29-Jährige jedoch vor allem in der Offensive bei Standards große Gefahr aufgrund seines guten Kopfballspiels. Insgesamt gilt Friedrich als zweikampfstarker Innenverteidiger, der mitunter jedoch hüftsteif agiert. Neben Friedrich agierte in den vergangenen Wochen meist der Ex-Kölner Lukas Sinkiewicz, wenngleich er sich der allgemeinen Leistung seiner Mannschaftskollegen in der bisherigen Rückrunde weitestgehend anpasste. Auch Sinkiewicz ist aufgrund seiner bulligen Statur bei Standards zu beachten, gegen schnelle und wendige Stürmer tut sich der dreifache A-Nationalspieler jedoch auch schwer. Auf der rechten Seite hatte sich ein weiterer junger Leverkusener in die Herzen von Jogi Löw gespielt: Der schnelle und laufstarke Gonzalo Castro debütierte als 19-Jähriger bei der 0:1-Niederlage der Nationalelf gegen Dänemark, als neben besagtem Castro mit Kießling, Helmes, Freier, Friedrich und Rolfes insgesamt sechs Spieler auf dem Platz standen, die seinerzeit ihr Gehalt vom Bayer-Konzern überwiesen bekamen, bzw. wenig später auf die (Helmes) oder von der rechten Rheinseite (Freier) wechselten. Castros Leistungen in der laufenden Saison sind wie ein Spiegelbild der gesamten Mannschaft. Entweder alle spielen im Kollektiv gut oder schlecht. Einer der besseren Spieler in diesem Kollektiv ist seit Saisonbeginn Michal Kadlec, Sohn des früheren Kaiserslauterers Miroslav Kadlec, der im Sommer 2008 aus Prag nach Leverkusen transferiert wurde. Kadlec wird auch am Samstag gegen Borussia auf der Position des linken Verteidigers auflaufen und es dort meist mit Karim Matmour auf Gladbacher Seite zu tun bekommen.

Im defensiven Mittelfeld ist Simon Rolfes zu Hause. In bester Leverkusener Tradition - remember Carsten Ramelow! - agiert Rolfes im nunmehr vierten Jahr in der Werkself genauso unauffällig wie erfolgreich vor der Abwehr, nachdem er 2005 Alemannia Aachen Richtung Leverkusen verließ. Auch in der Nationalmannschaft hat sich Rolfes mit seiner unspektakulären, aber modernen Interpretation seiner Position einen Stammplatz erkämpft und dabei im Verbund mit Thomas Hitzlsperger vom VfB Stuttgart den alten Leitwolf Thorsten Frings verdrängt. Inzwischen gehört Simon Rolfes mit seinen 27 Jahren zu den ältesten und erfahrensten Spielern im Kader. Seine Ernennung zum Kapitän folgte damit dieser Logik. Arturo Vidal, der Rolfes schon einige Male und meist mit guten Leistungen im defensiven Mittelfeld flankierte, fällt gelbgesperrt für die Partie am Samstag aus. Wie Trainer Labbadia betonte, gebe es mehrere Alternativen, eine endgültige Entscheidung wollte er jedoch erst nach dem Abschlusstraining am Freitag treffen. Viel spricht dafür, dass der Schweizer Nationalspieler Tranquillo Barnetta für den Chilenen Vidal ins Team rückt und damit eine offensivere Variante darstellen würde.

Leverkusener Offensive

Ohne Frage, die Offensive des Gastgebers spielt an guten Tagen jede Mannschaft der Bundesliga an die Wand. Welches Potenzial in dieser jungen Mannschaft steckt, bewiesen Kießling, Helmes, Barnetta & Co. in der Hinrunde mitunter eindrucksvoll. Die Siege über Hoffenheim (5:2), in Bremen (2:0) oder gegen Wolfsburg (2:0) wurden in der Regel spielerisch eindrucksvoll erzielt. Auch im DFB-Pokalviertelfinale gegen Bayern München (4:2) sah ganz Fußball-Deutschland, zu welchem Fußball Bayer Leverkusen in der Lage ist. Doch ist der status quo kein Spiegelbild nur der laufenden Saison - schon seit Jahren stirbt die Werkself zu oft in Schönheit und lässt weitere elementare Dinge wie Kaltschnäuzigkeit und kühlem Ergebnisfußball á la Bayern München vermissen.

Am deutlichsten spiegelt Patrick Helmes diese Charakteristik wider. Der Ex-Kölner, für viele Experten der talentierte „Poldi", konnte bereits 20 Tore erzielen, schießt mit beiden Füßen nahezu gleich stark, fackelt vor dem Tor nie lange, ist schnell und verfügt über ein passables Kopfballspiel. Dennoch gibt es Partien, in denen der ehemalige Regionalliga-Torschützenkönig am Ende nur knapp einen zweistelligen Wert an Ballkontakten aufweisen kann. Labbadia hielt trotz aller Kritik beharrlich am jungen Stürmer fest, wohl auch mangels Alternativen. Angelos Charisteas, im Winter vom 1.FC Nürnberg verpflichtet, leidet wohl noch heute an den Kopfballtoren, dank derer sein Heimatland Griechenland 2004 sensationell Europameister in Portugal wurde. Ein besonders hochklassiger Stürmer war Charisteas schon damals nicht. Doch die Muster sind ebenso bekannt wie (immer wieder) verstörend: Tritt ein vormals unbekannter Spieler auf großer Bühne in Erscheinung, werden europaweit die Scheckbücher gezückt. So verschlug es den mäßig talentierten Charisteas nach der besagten Europameisterschaft sogar zu Ajax Amsterdam. Von diesem Wechsel profitierte seinerzeit auch Borussia, denn da man bei Ajax offensichtlich der Meinung war, mit Charisteas einen internationalen Top-Stürmer verpflichtet zu haben, ließ man einen gewissen Wesley Sonck für vergleichsweise wenig Geld zum BorussiaPark ziehen.

Neben Helmes wird Stefan Kießling auflaufen, der es in dieser Saison schon auf immerhin elf Saisontore bringen konnte. Der Ex-Nürnberger wurde immer mal wieder -vorrangig von Rudi Völler - in den Dunstkreis der Nationalmannschaft gebracht, absolvierte im Dress des DFB auch zwei A-Länderspiele. An der Klasse eines Mario Gomez oder Miroslav Klose reicht Kießling allerdings nicht heran. Mit Helmes scheint Kießling jedoch einen geeigneten Sturmpartner gefunden zu haben, die beiden harmonieren mitunter prächtig, bewegen sich viel und verfügen über ausreichend technisches und spielerisches Talent, um ganze Abwehrreihen alleine ausspielen zu können.

Seit einigen Wochen konnte sich Toni Kroos in die Stammelf spielen und wird auch am Samstag beginnen. Der in der Winterpause vom FC Bayern gewechselte Kroos galt neben Marko Marin als das größte deutsche Talent, doch ähnlich wie der Mönchengladbacher Nationalspieler musste Kroos feststellen, dass der Weg vom Bundesliga- zum Nationalspieler weit ist und mit stetig guten Leistungen untermauert werden muss. Verteidigend muss beim jungen Kroos, dass er sich in München mit Konkurrenten anderen Kalibers messen musste als dies bei Marin in Gladbach der Fall ist. Der Schritt „zurück" nach Leverkusen scheint für den bei Hansa Rostock ausgebildeten Spielmacher jedoch der richtige gewesen zu sein.

Fehlt da nicht noch etwas? Richtig, denn auch nach dem Abschied von Rainer Calmund spielen in Leverkusen Brasilianer, und das traditionell erfolgreich. Renato Augusto ist der Dauerbrenner in Leverkusens Mittelfeld, bestritt alle 32 Partien und stand dabei nur zweimal nicht in der Anfangsformation. Augusto kam im Sommer 2008 vom berühmten brasilianischen Club Flamengo Rio de Janeiro an den Rhein. Am Zuckerhut genießt Bayer 04 Leverkusen anscheinend nach wie vor einen guten Ruf.

Schiedsrichter

Stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest

Bilanz

Dass die Bilanzen gegen einen Großteil der Bundesligaclubs aus Gladbacher Sicht aufgrund der chronischen Auswärtsschwäche der letzten 10 Jahre inzwischen verhagelt ist, ist aufmerksamen Lesern schon aufgefallen. Bayer Leverkusen scheint für die Fohlenelf ein inzwischen unbesiegbarer Gegner zu sein, auswärts wie zu Hause. In 64 Pflichtspielduellen verließ der fünfmalige deutsche Meister vom Niederrhein nur 18-mal als Sieger den Platz. Der letzte Sieg liegt sage und schreibe 15 (in Worten: fünfzehn!) Jahre zurück, überhaupt gelangen in den letzten zwanzig Jahren nur drei Siege. Niederlagen gegen die Werkself fallen auch gerne etwas höher aus (2:8, 1:5, 0:5, 1.4), und das berühmte 2:2 gelang letztmalig vor sechs Jahren - mit einem Last-Minute-Tor von Morten Skoubo bei strömenden Regen am Bökelberg. Übrigens damals ein extrem wichtiger Punktgewinn auf dem Weg zum Klassenerhalt.

Aufstellungen

Leverkusen: Adler - Castro, Friedrich, Sinkiewicz, Kadlec - Rolfes - Barnetta, Kroos, Augusto - Helmes, Kießling
Ersatz: Kiraly, Haggui, Schwegler, Schneider, Charisteas, Gresko, Sarpei
Es fehlen: Zdebel, Henrique, Vidal


Borussia: Bailly - Stalteri, Brouwers, Dante, Daems - Galasek, Levels - Matmour, Bradley, Baumjohann - Colautti
Ersatz: Heimeroth, Kleine, Neuville, Marin, Callsen-Bracker, van den Bergh, Lamidi
Es fehlen: Gohouri, Friend, Jaures, Alberman

SEITENWAHL-Meinung

Thomas Zocher: Als Uerdingen 05 offiziell noch Bayer Uerdingen hieß, musste die Borussia am Ende einer wahren Horrorsaison an einem letzten Spieltag in die Grotenburg. Beiden Teams genügte je ein Zähler um den Klassenerhalt einzufahren. Während man Kindern, die an jenem 12.05.1990 geboren wurden, derzeit knapp nachträglich zur Volljährigkeit gratuliert, konnte man nach dem Match damals beiden Teams (zum Nachteil des in die Relegation geschickten VfL Bochum) direkt zum Klassenverbleib gratulieren. Bei dem ehemaligen Stallgefährten Uerdingens, Bayer Leverkusen, holt die Borussia in Düsseldorf an diesem Spieltag ein 1:1 und wird hoffen, dass das ebenso zum Ligaerhalt reicht wie einst im Mai 1990.

Michael Heinen
: Borussia gelingt ein 1:1 in Düsseldorf und sichert damit den Klassenerhalt.

Mike Lukanz: Dass die Fans der Gastmannschaft einen kürzeren Weg zum Spiel haben als die der Gastgeber, ist ungewohnt. Da der Gast mehr Zuschauer dabei haben wird, auch. Nach dem 3:1-Triumph in der LTU arena werden alle glücklich sein. Gladbach, dass der Klassenerhalt geschafft ist, Leverkusen, dass das Gastspiel in Düsseldorf endlich vorbei ist und Fortuna, dass bald keine Poster mehr in ihrer Stadt und ihrer Uni hängen. Außerdem fließen nach diesem Spieltag 25.000 Euro aus von Gladbachern gekauften Karten in die Schuldentilg ... ääh ... Jugendarbeit Fortunas. Toll!

Christoph Clausen: Der Klassenerhalt ist zum Greifen nah und wäre mit einem Sieg wohl sicher. Je nach den Ergebnissen der anderen reicht es aber vielleicht auch schon, wenn Gladbach und Leverkusen sich 2:2 trennen. Nicht zum ersten Mal, wie man sich erinnern wird.

Christian Heimanns: Wenn das Spiel nur eine, und zwar die 90., Minute hätte, wäre mein Tipp klar. Die Vorspielzeit zu verkürzen wird aber wohl nicht in Frage kommen, darum gibt es ein 0:1 für Leverkusen. (Was denn? Dieser Tipp hat gegen das andere 04 auch Glück gebracht.)

Christian Spoo
: Nach den Jubelfeiern vom Sonntag und Mittwoch möchten Borussias Fans in Düsseldorf gerne schon den Klassenerhalt feiern. Ganz sicher werden wir trotz weiterer Patzer der Konkurrenz aber nicht sein, denn Bayer Leverkusen wird das Spiel mit 2:1 gewinnen.

Thomas Häcki: Seit 1989 gab es in 18 Heimspielen 14 Unentschieden, daher ... Ach? Wir spielen auf neutralem Platz gegeneinander? Das hatten wir noch nicht. Der letzte Sieg gelang übrigens in Leverkusen, aber da spielt ja im Moment niemand mehr. Also tippe ich mal ein 0:0, welches Gladbach in die Lage versetzt, die nächste Saison planen zu können.

Hans-Jürgen Görler: Am 31. Spieltag tippte ich ein 0:0, kurz vor dem Abpfiff fiel das 1:0. Am 32. Spieltag tippte ich ein 1:1, in der Nachspielzeit gelang das 1:0. Somit liegt mein Tipp für die Partie in Düsseldorf auf der Hand. Die Borussia erkämpft sich ein 2:2. Und dann kommt die Nachspielzeit ...

 
Der Gegner im Internet
: www.bayer04.de

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