Als Karim Matmour um 16.35 Uhr von Raul Bobadilla herrlich freigespielt worden war und alleine auf Bochums Keeper Heerwagen zulief, schien der Weg geebnet für das 4:0 als krönender Höhepunkt eines perfekten Auftaktspiels. Um 16.50 Uhr beteten die gläubigen unter den zahlreich mitgereisten Borussen-Fans darum, dass der nun geltende Zwischenstand von 3:3 auch am Ende noch irgendwie Bestand haben würde. Es half, denn in einem der kuriosesten Fussballspiele der Borussen-Geschichte holte die Elf von Michael Frontzeck in Bochum genau den Punkt, den viele schon im vorneherein erwartet hatten.



Die Ungewissheit, die hier in den vergangenen Wochen so oft thematisiert wurde, ist nach dieser Partie größer denn je. Ist Borussias Offensive wirklich so stark wie es die erste Halbzeit andeutete? Setzt sich defensiv das Chaos fort, das man allzu oft schon in der vorigen Saison mit ansehen musste?

Zur Halbzeit träumte schon so mancher Borussen-Fan von endlich einmal positiven Nachrichten in kicker, DSF und Co. über unseren Verein. „Borussia als Überraschungsmannschaft 2009/10“. Es müsste (noch) nicht mal unbedingt der Europapokal sein. Aber zumindest eine Rolle wie sie der 1.FC Köln in der Vorsaison spielte, sollte mit dieser neuen, verstärkten Elf doch hinzubekommen sein. 
 

Geträumt haben zu Beginn der 2. Halbzeit leider auch die Borussen-Spieler. Matmours Riesenchance kurz nach Wiederanpfiff ließ dieser kläglich liegen, wobei er einmal mehr unterstrich, kein echter Stürmer zu sein. Doch den verpassten Sieg daran festzumachen, wäre nicht fair gegenüber dem Algerier, der insgesamt ein hohes Laufpensum absolvierte und sich insgesamt sehr ordentlich ins Offensivspiel der Borussia einfügte.  

Unverständlich hingegen, wie man in Zeiten der Doppelsechser einen berüchtigten Fernschützen wie Azaouagh zweimal innerhalb einer Minute dermaßen freistehen lassen kann. Selbst die hohe Verletztendichte in der Defensive darf dies nicht entschuldigen, wenngleich sie darauf hoffen lässt, dass die Schwimmübungen zwischen Minute 48 und 65 nicht zum Dauerzustand werden. Defensiv verzichtete Max Eberl auf Verstärkungen für die bereits im Vorjahr anfällige Viererkette. Gegen die mit 39 Toren zuletzt eher mäßige Bochumer Offensive kosteten Nachlässigkeiten einmal mehr den Sieg, doch eine Nachbesserung wird jetzt wohl frühestens zur Winterpause möglich sein.

In den letzten 25 Minuten schlug sich das Duo Brouwers, Kleine halbwegs ordentlich. Gegen Hertha und in Bremen bekommen sie zwei richtig gute Gelegenheiten, sich im direkten Konkurrenzkampf für ihren zukünftigen Einsatz neben Dante zu bewerben.
Denn auf den Brasilianer wird man in den kommenden beiden Partien verzichten müssen, nachdem sein Blocken von Sestak als Notbremse gewertet wurde. Eine Kann-Entscheidung, selbst wenn der Ball mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Heimeroth gelandet wäre. Erneut im Zweifel gegen die Gäste entschied Schiedsrichter Kempter kurz vor Spielende, als Pfertzel mit erhobenen Händen den Schuss von Arango abfälschte, was mit einer natürlichen Bewegung nur sehr wenig gemein hatte.  

In der Offensive haben die beiden Hoffnungsträger Arango und Bobadilla keinerlei Anpassungsprobleme gezeigt und übertrafen zumindest im ersten Abschnitt sogar die ohnehin riesigen Erwartungen. Auch der Rest der Mannschaft ließ sich vom neuen Offensivgeist anstecken. Roberto Colautti traf wie in der Vorwoche im Pokal nach einer mustergültigen Flanke von Tobias Levels, wie der sie in seiner bisherigen Karriere nur ganz selten geschlagen hat. 

Die Art und Weise, wie speziell in der ersten und vermutlich besten Borussen-Halbzeit dieses Jahrzehnts kombiniert wurde, war höchst bemerkenswert. Wenn sich dies auch gegen stärkere Gegner fortsetzt, darf man sich auf eine bessere und ruhigere Saison freuen.
Bei aller Euphorie nach 45 Minuten sollten wir nämlich nicht vergessen, dass es letzten Endes um nicht mehr geht, als sich vom Abstiegskampf fern zu halten. Und dafür zeigen sich bislang mehr positive als negative Ansätze, die sich spätestens nach Rückkehr der noch fehlenden Stammspieler ausbauen lassen könnten.

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