Der große Befreiungsschlag war das 1:1 im Derby beim 1.FC Köln ganz sicher nicht. Dafür war das Niveau der Partie und des Gegners zu schlecht. Borussia gelang es zwar, den Abwärtstrend der letzten beiden Partien zu stoppen, aber auch an diesen Freitagabend war sie weit von den ordentlichen Leistungen entfernt, die noch vor wenigen Wochen abgeliefert wurden.

Das Spiel in Köln hatte mit einigen ansehnlichen Aktionen auf beiden Seiten begonnen. Nach einer Viertelstunde schienen sich beide Mannschaften aber an die schwachen Auftritte der letzten Wochen zu erinnern und daran, dass man sich eine Niederlage in diesem richtungsweisenden Spiel keinesfalls erlauben durfte. Bis zur Halbzeitpause passierte fortan nichts Erwähnenswertes mehr und man wollte Michael Frontzeck zurufen, gegen diesen harmlosen Gegner doch etwas mehr Mut an den Tag zu legen und den Druck mit einem zweiten echten Stürmer zu erhöhen. Defensiv wurden Borussias Verteidiger vom unauffälligen Millionensturm Novakovic und Podolski ohnehin nicht gefordert. 

Doch auch ohne personelle Umstellungen wachte Borussia mit dem Seitenwechsel ein wenig auf, was ihnen nach 56 Minuten die verdiente Führung bescherte. Die Mannschaft wirkte spielerisch reifer und erlaubte sich weniger Fehler als die überwiegend desolaten Kölner, ohne jedoch allzu viel eigene Torgefahr hinaufzubeschwören. Diese Tendenz verstärkte sich mit dem 1:0 noch mehr und es ist als fahrlässig zu bezeichnen, in dieser Phase gegen einen am Boden liegenden Gegner nicht für die Entscheidung gesorgt zu haben.

Diese Inkonsequenz zieht sich wie ein roter Faden durch die Rückrunde. Schon in den Spielen gegen Bochum, Mainz, Hoffenheim, Nürnberg und Freiburg war man nicht in der Lage, aus der eigenen Überlegenheit das entscheidende Kapital zu schlagen, so dass der Gegner trotz nur weniger Chancen zu Torerfolgen kommen konnte. Einzig gegen Nürnberg reichte es am Ende aufgrund eines umstrittenen Treffers doch noch zum Sieg. Insgesamt 10 Punkte wurden aber allein in diesen Partien unnötig liegen gelassen – eine Zahl, die an diesem Freitag noch einmal um zwei erhöht worden ist.
 

Die Mannschaft verfügt zweifelsohne über ordentliche Ansätze, ist aber in letzter Konsequenz nicht in der Lage, diese effizient genug zu nutzen. Exemplarisch steht hierfür der Sturm, wo man einem Bobadilla oder Friend nicht eine gewisse Klasse und Bundesligatauglichkeit absprechen kann. Nur in letzter Instanz fehlt ihnen die Durchschlagskraft, die einen Top-Stürmer auszeichnet. 
 

Auch wenn man die Saison angesichts der jüngsten Siege der Abstiegskonkurrenz noch nicht gänzlich abhaken darf, werden die 8 Zähler Vorsprung für den Klassenerhalt genügen. Die nunmehr zu Buche stehenden 31 Punkte reichen aber mit ziemlicher Sicherheit nicht aus und Borussia wird sich gegen jeden der noch verbleibenden 7 Gegner steigern müssen, wenn man den vermutlich erlösenden nächsten Sieg einfahren möchte. Die zuletzt aufgestellten Horrorszenarien einzelner Fans, nach denen die beiden vorigen Partien gegen Dortmund und Wolfsburg zum allein gültigen Maßstab der Saisonleistung hoch stilisiert wurden, sind trotz allem nicht ernsthaft begründet.

Borussia spielt insgesamt eine ordentliche Saison mit einigen Höhen und Tiefen. Mehr wäre von dieser Elf nur dann zu erwarten, wenn alle Spieler in ähnlicher Weise an ihre Leistungsgrenze gehen könnten, wie es Tobias Levels seit Monaten gelingt. Doch Spieler wie Logan Bailly, Michael Bradley oder Juan Arango bleiben allzu deutlich unter ihren Erwartungen, so dass bei ihnen langsam die Frage erlaubt sein muss, ob diese vielleicht zu hoch angesetzt worden sind. Fußballfans begehen oft den Fehler, die Leistungen einzelner Spieler an zwei oder drei besonders auffälligen Partien festzumachen. Echte Qualität zeigt sich aber erst dann, wenn ein Akteur Topleistungen konstant über einen gewissen Zeitraum abrufen kann, wie es in dieser Spielzeit z. B. Dante oder Marco Reus gelungen ist.

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