Es hätte so schön sein können! „Jünter“ philosophiert auf borussia.de über Philosophen in den Medien und am Freitagabend kommt der Philosoph unter den Bundesligatrainern zum Gastspiel. Michael Oenning war ein so dankbarer Interviewpartner zu Beginn der Saison: Ein Intellektueller, dazu ein gut aussehender, der sich für Literatur und klassische Musik interessiert. Oenning jedoch ist an der Noris Geschichte, über Dieter Hecking ist wenig Intellektuelles überliefert, daher befassen wir uns in den folgenden Absätzen weniger mit Tiefgründigem, sondern reden banal über Fußball.

 

So langsam hat er sie überzeugt: Michael Frontzecks nüchtern-sachlicher Art kann man sich auf Dauer nicht entziehen, er desillusioniert so manchen konstruierten Gedanken der Journalisten. Ja, in Mainz wurde verloren, aber es wurde gut gespielt. Stimmt! Nürnberg steht tief im Tabellenkeller, aber leichte Spiele gibt es nicht mehr. Stimmt auch! Eine besondere Bedeutung hat die Partie Freitagabend nicht, denn jedes Spiel in der Bundesliga ist wichtig. Stimmt, stimmt, stimmt!

 

Und dennoch bietet Frontzeck hin und wieder das ein oder andere Bonbon. Hüllt er sich auf den Pressekonferenzen oft in Schweigen, gab er sich im Vorfeld der Partie gegen den 1.FC Nürnberg erstaunlich offen. Tony Jantschke wird Tobias Levels ersetzen, Marcel Meeuwis im Mittelfeld Thorben Marx und Colautti wird trotz der Rückkehr von Karim Matmour in den Kader von Beginn an auflaufen. Gibt es noch Fragen? – Nein, Euer Ehren.

 

Somit ist eigentlich alles gesagt. Die Niederlage in Mainz bleibt ärgerlich, aber vorwerfen kann man der Mannschaft wenig. Ja, die Chancenausbeute hätte besser sein können und ja, bis Mitte der zweiten Halbzeit hat man sich von den Mainzern auf deren Niveau herunterziehen lassen. Somit sieht Frontzeck keinen Grund, die Startaufstellung zu verändern; eben bis auf die Wechsel, die er vornehmen muss (Levels, Marx). Das Spiel gegen Nürnberg wird ein Geduldsspiel und über weite Strecken dem gegen den VfL Bochum ähneln. Dennoch muss diese Hürde mit einem dreifachen Punktgewinn genommen werden, ohne Wenn und Aber. Die 25 Punkte wirken mit Blick auf die Ausbeute der im Keller stehenden Mannschaften komfortabel, dennoch hat Borussia bereits Punkte teils unnötig (Bochum), teils unglücklich (Mainz) liegengelassen. Im Konjunktiv zu grübeln ist nicht unbedingt erhellend, dennoch wäre der Klassenerhalt mit möglichen 31 Punkten schon jetzt so gut wie sicher.

 

Der Gegner aus Nürnberg

 

Traditionell gingen die Nürnberger zu Beginn der Saison als einer der ersten Abstiegs-Anwärter in die Saison. Und das, obwohl der „Club“ in der Aufstiegssaison 2008/09 vor allem spielerisch überzeugen konnten. Die beiden Siege in den Relegationsspielen gegen Energie Cottbus haben beeindruckt. Beim Blick auf den bisherigen Saisonverlauf fällt wenig ins Auge. Von Beginn der Spielzeit dümpelte der Traditionsverein aus Franken im Tabellenkeller, ohne je Tabellenletzter gewesen zu sein – Hertha BSC Berlin sei Dank!

 

Insofern überraschte die Trennung von Michael Oenning schon ein wenig. Er habe die Mannschaft nicht mehr erreicht, hieß es seinerzeit, man wolle neue Impulse geben. Auch an der Noris bedient man  in solchen Fällen die Klassiker aus dem PR-Handbuch „Krise / Trainerentlassung“. Nun haben Wechsel auf dem Trainerstuhl in Nürnberg eine ähnliche Tradition wie in Mönchengladbach, aber Nachfolger Dieter Hecking beweist zum eigenen Leidwesen, dass der Kader zu wenig Substanz zu bieten scheint.

 

Die notwendigen Zutaten für Platz 17 sind offensichtlich: Nürnberg ist weder besonders heim- noch auswärtsstark (je zwei Siege), sie schießen zu wenig Tore (17) und kassieren zu viele (37). Dabei ist insbesondere die Offensive nicht schlecht besetzt. Mit Charisteas, Eigler und Bunjaku ist durchaus Qualität vorhanden und speziell der Schweizer Bunjaku ist zurzeit so etwas wie der letzte Strohhalm des 1.FCN. Zehn Tore konnte der 26-Jährige bislang erzielen, davon vier in den letzten beiden Spielen. Gleichzeitig zeigt seine Statistik eben die Misere der Mannschaft. Die restlichen sieben Tore verteilen sich auf fünf Spieler, von denen einer inzwischen beim FC Schalke um die Meisterschaft spielt. Peer Kluge stand in der Winterpause auf dem Einkaufszettel von Felix Magath. Ein Angebot, das weder Kluge selber noch der 1.FC Nürnberg ablehnen konnten. Der ehrfürchtig „Tor-Phantom“ genannte Marek Mintal ist nur noch ein Schatten früherer Tage (ein Saisontreffer), aus der Abwehr entwickelt kein einziger Spieler ernsthafte Torgefahr. 

 

Einzige Konstante ist Torwart Raphael Schäfer, der nach einem einjährigen und eher erfolglosen Intermezzo beim VfB Stuttgart die unumstrittene Nummer eins im Tor der Franken ist. Doch als wenn die Lage nicht schon prekär genug wäre, droht Schäfer für das Auswärtsspiel im Borussia-Park aufgrund einer Verletzung auszufallen. Sein Vertreter würde Alexander Stephan sein, der Schäfer bereits fünf Mal ersetzen musste. Ein gutes Omen ist dies jedoch nicht, denn die Bilanz der Nürnberger mit Stephan im Tor ist vernichtend: Vier Spiele über 90 Minuten, vier Niederlagen mit einem Torverhältnis von 0:12.

 

Allerdings zeigen die Nürnberger in der Rückrunde eine deutlich aufsteigende Tendenz. Die Niederlagen gegen Schalke (0:1) und Stuttgart (1:2) fielen knapp aus, gegen zurzeit starke Frankfurter wurde ein Unentschieden erzielt (1:1) in Hannover schoss Bunjaku den Sieg im Alleingang heraus (3:1). Die Transfers von Breno und Andreas Ottl, die beide im Winter vom FC Bayern an die Noris wechselten, haben zumindest geholfen, die Defensive zu stabilisieren.

 

Aufstellungen

 

Borussia: Bailly – Jantschke, Brouwers, Dante, Daems – Meeuwis, Bradley – Reus, Arango – Colautti, Bobadilla

Nürnberg: Stephan – Diekmeier, Wolf, Breno, Pinola – Ottl, Tavares – Mintal – Eigler, Charisteas, Bunjaku

 

SEITENWAHL-Prognose

 

Mike Lukanz: Unspannendes Heimspiel, unspannender Gegner, unspannendes Wetter, unspannende Woche. Macht ein unspannendes 1:0 für Borussia.

 

Christoph Clausen: Roel Brouwers und Dante haben genauso viele Saisontore erzielt wie alle Nürnberger zusammen. Jedenfalls, wenn man Bunjaku abzieht. Womit die Taktik für Freitag klar sein sollte: Fünf Mann auf Bunjaku, und die Gladbacher Innenverteider in den Sturm. Aber vielleicht reicht's auch ganz konventionell zu einem 2:0.

 

Christian Heimanns: Wenn gegen Nürnberg ein Sieg gelingt, ist eine klare Grenze gezogen in Richtung Abstiegsplätze. Mag ja sein, dass die ganzen "Wenns" nichts fürs Ergebnis tun, aber trotzdem muss da ein 2:1 Sieg bei herausspringen. Weil ich das so will.

 

Christian Spoo: Wenn Borussia den Ausfall der Kämpfernaturen Levels und Marx kompensieren kann, sollte einem Sieg nichts im Wege stehen. Die Gefährlichkeit des Albert Bunjaku ist eine bekannte - hier hilft Dante. Borussia gewinnt 2:0.

 

Thomas Häcki: Nürnberg war bislang in Mönchengladbach ein gern gesehener Gast. Es musste schon stark kriseln, damit die Franken mal Punkte mitnehmen konnten. Momentan kriselt es nicht, daher 2:0 für die Fohlen.

 

Michael Heinen: Es ist mal wieder Zeit für einen Pflichtsieg. Borussia gewinnt mit 2:1 und kann auf eine beschauliche Restrückrunde vorausblicken.

 

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