Bayer LeverkusenNach 45 Minuten schien der dritte Gladbacher Saisonsieg gegen Bayer Leverkusen in weite Ferne gerückt. Mit 0:2 lag die Borussia zurück, nach einer ersten Halbzeit, in der das vielmillionenschwere Spitzenteam zwar keine Lehrstunde in Spielkunst erteilt hatte, wohl aber eine in Effizienz. Auf ein Happy End für das Tabellenschlusslicht hätten zur Pause nur die Verwegensten unter den Gladbacher Optimisten gesetzt.

Immerhin: 37 Minuten lang war die vorher angekündigte Taktik aufgegangen. Durch diszipliniertes, gut geordnetes Verschieben des ganzen Teams hatten die Borussen dem zu Recht gefürchteten Leverkusener Kombinationsfußball den Raum zur Entfaltung genommen. Und hätte sich Marco Reus‘ fulminanter Schuss in der 24. Minute nur eine Handbreit tiefer gesenkt, die Borussia wäre gar in Führung gegangen.

 

Auch so diente der Lattentreffer als Weckruf für eine nun auch in der Offensive mutiger agierende Borussia. Doch gerade als die Gladbacher die Hoheit über das Spiel zu erlangen schienen, gerieten sie in Rückstand – freilich ohne, dass ihnen ein Vorwurf zu machen gewesen wäre. Gegen Kadlecs genial getretenen Freistoß war kein linksrheinisches Kraut gewachsen. Und es kam noch schlimmer: Als sich die ansonsten ordentlich sortierte Gladbacher Defensive den vielleicht einzigen schweren Aussetzer des Spiels leistete, wurde das ohne Erbarmen mit dem 0:2 bestraft.

 

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs machten sich die Vorboten für eine Wende zunächst rar. Mike Hanke wurde von de Camargo zwar klug bedient, ließ sich mangels Schnelligkeit aber zu weit abdrängen. Ansonsten ließ der Gladbacher Sturmlauf auf sich warten. Bis Martin Stranzl sich ein Herz fasste und aus scheinbar aussichtloser Position weit am rechten Strafraumeck den Ball mit vollem Risiko Richtung Tor jagte. Wenn wichtige Tore so schön sind, erlebt der Fußball Sternstunden.

 

Der Ausgleichstreffer acht Minuten später war im Vergleich ein hässliches Entlein, was dem Jubel darüber freilich keinen Abbruch tat. Erneut waren die Gladbacher Verteidiger das Risiko eingegangen, bei einem ruhenden Ball weit aufzurücken und die Gefahr eines Leverkusener Konters in Kauf zu nehmen.  Das machte sich bezahlt. Die vielfüßige Gladbacher Präsenz im Gästestrafraum nutzte Havard Nordtveit, um den zunächst noch abgeblockten Ball in René Adlers Tor zu stochern.

 

Auf die Borussen und ihre Fans wirkten die beiden Treffer in acht Minuten wie ein Defibrillator, auf die Leverkusener wie ein Betäubungspfeil. Den Gästen, die sich zur Pause schon als sicherer Sieger gefühlt hatten, lähmte die Angst vor der zweiten Rückrundenniederlage Kopf und Beine. Die einen beflügelt, die anderen erschüttert: Weitere Gladbacher Torchancen ergaben sich so mit einer gewissen Unausweichlichkeit. Als Marko Reus in der 83. Minute eine von ihnen zum Siegtreffer nutzte, erlebten die Gladbacher Anhänger endlich, endlich wieder einen jener Momente, derentwegen Fußballfans so viel ertragen. Am Ende kannte der Jubel kaum noch Grenzen, von spontaner Ganzkörperentkleidung vielleicht abgesehen, was man ja in vielen Fällen verschmerzen kann.

 

So hätte sich ein Spielbericht lesen können, wären nur in jener 73. Minute Szene Glück und Pech anders verteilt gewesen. Man muss dazu noch nicht einmal die beiden Lattentreffer tieferlegen. Was einmal mehr beweist, wie nah Sieg und Niederlage beieinander liegen können. Das galt letzte Woche in Nürnberg und diese Woche in Gladbach. Und wer das für weit hergeholt hält, der hat die beiden Spiele nicht gesehen.

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