Eine Pause endet, eine Spielphase beginnt. Das ist schön, weil wir nicht  mehr unserer Nationalmannschaft dabei zusehen, wie sie auf irgendwelche obskuren Teams trifft mit fast so vielen ausländischen Spielern auf dem Platz wie einst Cottbus, sondern weil der Mittelpunkt unseres Fußballuniversums wieder in Aktion tritt. Hieß es vor der letzten Länderspielpause noch, so könnte die gute Form mitgenommen werden bis ins nächste Spiel, so hieß es nach den folgenden Spielen gar nichts mehr. Pausen tun wohl nicht immer gut. Aus einem populären, frei  zugänglichen Informationsmedium zitiert: „Als Endung von zusammengesetzten Fachwörtern (-pause) bezeichnet es auch im ursprünglichen griechischen Sinne das Ende von etwas.“ Zum Beispiel das Ende von guter Form.



Und dieses Ende zu beenden ist wirklich mühsam. Nach dem brauchbaren Spiel in Schalke und dem hervorragenden Spiel gegen Wolfsburg weiß keiner, wo die Mannschaft denn so recht steht, außer in der Tabelle. De Camargos Kopfball Sekunden vor Schluss hätte diese Diskussionen beenden können und die um die Schiedsrichterleistungen direkt mit. Aber hätte ist die kleine Schwester von hat, oder so ähnlich, daher bleibt die Borussia eines der Teams in der Bundesliga, die gegenwärtig am meisten Rätsel aufgeben über die oberen Leistungs- grenzen und den tatsächlichen Leistungsstand. Und nur über die oberen Leistungsgrenzen herrscht echte Unsicherheit.

Erwähnte Unklarheit hat ihren Grund nicht nur in den enormen Leistungsschwankungen der ganzen Mannschaft. Bei den einzelnen Personalien steht weiterhin im Vordergrund, dass die planmäßige Innenverteidigung bis auf weiteres nicht im Einsatz ist. Vor dem Spiel gegen Wolfsburg herrschte ob dessen noch schwerer Pessimismus; seit Dzeko und Genossen im Borussia-Park kein Land gesehen haben, ist die Stimmung heller. Tatsächlich knüpfte Daems an seine ordentlichen Leistungen auf dieser Position an, die er in der Saison 08/09 dort schon gezeigt hat. Und Anderson spielte mit einer Sicherheit, dass man ihm glatt noch ein weiteres s aufs Trikot spendieren wollte.

Dazu kamen das gute Spiel von Levels und Schachten. Leider kann keiner wirklich sagen, ob es wirklich an Borussia lag, Wolfsburg so an die eigene Grundlinie zu quetschen, oder ob die Niedersachsen einfach nur keine Lust hatten und ein engagierter Gegner unserem Team die Grenzen wieder neu steckt. Zu erwähnen ist aber noch, dass Bobadilla und Arango sehr engagiert spielten, de Camargo sehenswerte Ansätze zeigte und ein guter Abend von Reus wohl gereicht hätte, Wolfsburg die hochverdiente Niederlage zu schnüren. Soviel positives sollte auch eine Länderspielpause überdauern.

Der Gegner aus Sinsheim

Der Heidelberg-Ersatz startete in diese Saison etwa wie in die vor zwei Jahren, mit 5 Siegen aus 6 Spielen. Wahrscheinlich ein ewiger Vereinsrekord in der Bundesliga oder so etwas. Prompt hieß es aus Nordbaden, dass dort nahtlos an diese erste Bundesligasaison angeknüpft würde, nur alles noch ein bisschen besser. Bei der TSG „1899“ Hoffenheim versucht man mit allen Mitteln, sich dieses bisschen Identität zu erkämpfen, als kleiner aber erfolgreicher Dorfverein in der ersten Bundesliga. Dazu darf man prophezeihen – wird schwierig, Jungs. Mainz macht das viel besser und glaubwürdiger, St Pauli ist auch wieder da und belegt diese Nische ebenfalls viel authentischer. Manchester City will man in Hoffenheim aber nicht gerne sein und jetzt wird es wirklich eng mit interessanten Rollen.

An dieser Stelle darf der Verfasser noch kurz bemerken, dass er gerne einen Vorbericht über Hoffenheim verfasst hätte wie Börnie in der „Nordkurve“. Aber jetzt ist auch noch diese Nische besetzt.

Das Grundprinzip bleibt in Hoffenheim gleich: Eine teure, durchaus talentierte Truppe, von Rangnick taktisch oberklassig geschult und physisch top eingestellt, soll mit hohem Laufaufwand und superschnellem Konterfußball die Gegner kalt erwischen. Die positiven Nachrichten zu Anfang der Saison sahen so aus, dass Carlos Eduardo viel Geld brachte und gleichzeitig ersetzbar schien, während andere Spieler wie Luiz Gustavo, Salihovic und vor allem Vorsah mit großer Form antraten. Die erste Euphorie wurde aber unterbrochen ( à „Pause“) von einer Serie mit vier sieglosen Spielen. Bei der Suche nach den Ursachen lässt sich kein richtiges Muster ausmachen. „Bayerndusel“ kann praktisch alles erkären, die Mainzer Formstärke vielleicht auch, zumal sie ja sogar „Bayerndusel“ sticht. Das einzig schwächere Spiel in Köln wurde aber nicht verloren. Insgesamt macht die Hoffenheimer Mannschaft daher eher den Eindruck, als hätte sie zuletzt Ergebnisse unter Wert eingereicht und würde  nur darauf warten, wieder ihrem Können entsprechend zu punkten.

Das wiederum wäre für Borussia keine gute Nachricht; bei diesem Spiel treffen aber tatsächlich zwei sehr rätselhafte Größen auf einander. Bei der Borussia addieren sich die vielen personellen Fragen zur traditionell betrauernswerten Auswärtsstatistik; bei Hoffenheim stellt sich die Frage, ob die Formschwäche zu Ende geht oder eine Weiterführung der letzten Saison darstellt. Beim Abwägen der Chancen sieht es eher so aus, als wäre ein Punkt in Hoffenheim das Optimum für die Borussia. Es ist den Spielern daher sehr anzuraten, den Tabellensechsten nicht anzugehen wie einen kleinen Dorfverein. Das darf man nur in Vorberichten.


Aufstellungen

Borussia: Bailly - Levels, Anderson, Daems, Schachten - Marx, Bradley - Reus, Arango - Idrissou, Bobadilla

Hoffenheim: Starke - Beck, Vorsah, Compper, Ibertsberger - Weis, Luiz Gustavo, Salihovic - Sigurdsson - Ba, Ibisevic
 
SEITENWAHL-Meinung

Christoph Clausen:

Die Zeit wäre zwar reif für den zweiten Saisonsieg. Aber wahrscheinlich geht's gegen am Ende doch wieder Unentschieden aus. Z.B. mal wieder 2:2.

Thomas Häcki:

Drei Niederlagen, drei Unentschieden, kein Sieg. Eigentlich eine ernüchternde Bilanz. Doch die nackten Zahlen täuschen hier. Eigentlich sah man gegen "das Projekt" immer gut aus und wurde erst zum Ende des Spiels um den verdienten Lohn gebracht. Es besteht also eine gewisse Tradition - auch wenn das in Hoffenheim ein Fremdwort darstellt. Da auch der Verfasser dieser Zeilen in dieser Saison mit all seinen Tipps falsch lag (was auch schon eine gewisse Tradition ist), tippe ich eine 1:2-Niederlage und hoffe das zumindestens meine Serie nicht bricht.

Christian Spoo:

Nach dem überzeugenden Auftritt gegen Wolfsburg fährt Borussia selbstbewusst nach Hoffenheim. Nach der 1:3-Niederlage in Hoffenheim fährt Borussia verunsichert wieder nach Hause.

Michael Heinen:

Nachdem es gegen Leverkusen, Schalke und Wolfsburg jeweils Glück gebracht hat, muss ich auch für das Hoffenheim-Spiel eine 0:3-Niederlage von Borussia prognostizieren.

Christian Heimanns:

Auf den zweiten Saisonsieg werden wir noch warten müssen bis es gegen Köln geht, oder Bayern. Aber für ein 1:1 sollte es reichen.


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  • Da hat es sich für #PSG ja gelohnt, die Gruppe gewonnen zu haben. #Bayerndusel #UCLDraw
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