Eintracht Frankfurt – das ist die Mannschaft gegen die das Elend begann. Am 11. September 2010 ging Borussia optimistisch in das Hinspiel gegen die Hessen. Gerade hatte man in Leverkusen ein grandioses 6:3 hingelegt. Das mäßige Auftaktspiel gegen Nürnberg war vergessen, es sollte aufwärts gehen. Ging es nicht. Die 0:4-Heimniederlage haute Spieler, Trainer und Fans gleichermaßen aus den Socken. Die Abwehr – wohlbemerkt in ihrer vermeintlich besten Formation – lieferte eine katastrophale Leistung, außer Marco Reus spielte kein Borusse das, was man erwartet hatte. Was folgte, ist bekannt. Ein 0:7 in Stuttgart, gefolgt von zahlreichen weiteren Pleiten, teils unglücklich, teils verdient, der Absturz auf Platz 18, inzwischen mit sattem Abstand zum rettenden Ufer. Um noch die Wende zu schaffen, muss Borussia nun wieder dafür sorgen, dass das Spiel gegen Frankfurt ganz anders läuft, als von den meisten erwartet.


Borussia

Bei Borussia scheint weiterhin alles schief zu laufen, was schief laufen kann. Dem glücklichen Sieg zum Rückrundenauftakt in Nürnberg folgte die Heimpleite gegen Leverkusen. Dabei fielen die Tore allesamt zur Unzeit. In einem Fall stellte sich die neu formierte Abwehr ungefähr so geschickt an, wie die Not-Abwehr, mit der Borussia in der Hinrunde die meisten Spieler verdaddelt hatte. Zudem versetzte Leverkusen den Gladbachern den KO-Schlag in Form des 3:1, als die Mannschaft gerade ihre Chance gewittert und mit Macht auf den Ausgleich zu drängen begonnen hatte. Und auch das Verletzungspech ist Borussia noch treu: Igor de Camargo fällt mehrere Wochen mit Knieproblemen aus.

Natürlich finden Optimisten auch positive Aspekte im Spiel vom vergangenen Sonntag. Abgesehen vom zweiten Gegentor stand Borussia defensiv ordentlich. Zudem macht der neue Stürmer Mike Hanke einen guten Eindruck. Vergleicht man Hankes Spiel mit dem seines Vorgängers Raul Bobadilla, so ist der deutsche Ex-Nationalspieler mannschaftsdienlicher und defensivstärker, seine Einsatzfreude kann Hanke deutlich sinnvoller einbringen, als der oft ungestüme Argentinier.

All das kann aber nicht darüber hinwegtrösten, dass Borussia immer noch kein Heimspiel gewonnen hat und die Situation von prekär zu hoffnungslos zu mutieren droht.

Personell muss Trainer Michael Frontzeck einiges ändern. Tobias Levels dürfte wieder an Bord sein, Havard Nordtveit spielte die Rolle rechts hinten zwar ordentlich, in der Innenverteidigung konnte der Norweger eine Woche vorher aber deutlich mehr überzeugen. Dort aber spricht fast alles für den Einsatz des vermeintlich stärksten Duos Dante/Stranzl. Nordtveit könnte sich im dritten Spiel schon auf der dritten Position wiederfinden – der im defensiven Mittelfeld. Dort spielten weder Thorben Marx noch Roman Neustädter gegen Leverkusen so, dass sie sich über eine Herausnahme wundern müssten. Ob Michael Bradley (noch) eine Alternative ist und warum er die vergangenen Spiele nur noch als Joker zum Einsatz kam, weiß Michael Frontzeck allein. Die Theorie, es könnte mit seinen Wechselplänen (Sunderland) zu tun haben, lässt sich weder be- noch widerlegen.

Wer den verletzten Igor de Camargo ersetzt, hängt wohl nicht zuletzt davon ab, wie offensiv Frontzeck sein Team in Frankfurt aufstellen will. Die wahrscheinlichste Lösung ist, dass Marco Reus die Position des hängenden Stürmers einnimmt und Patrick Herrmann rechts außen spielt. Alternativ könnte Mo Idrissou wieder in den Sturm rücken, was eine neue Chance für Juan Arango bedeuten würde. Beim Venezolaner liegt der Fall allerdings ähnlich, wie bei Bradley. Die Frage eines Vereinswechsels steht im Raum, zudem hat sich Arango mit seinem „Bummelstreik", als er gegen Leverkusen eingewechselt werden sollte, keine Freunde gemacht.


Eintracht Frankfurt

Die Eintracht – das vor der Saison gern zitierte Vorbild in Sachen „kontinuierliche Aufbauarbeit" – ist suboptimal in die Rückrunde gestartet. Einer 0:3-Heimniederlage gegen Hannover 96 folgte am vergangenen Wochenende ein unglückliches 0:1 beim Hamburger SV. Dabei mussten die Frankfurter allerdings auf zahlreiche Stammspieler verzichten. Die Verletztenliste wird nun rechtzeitig zum Spiel gegen Borussia wieder kürzer.

Die Abwehrspieler Mike Frantz und Marco Russ haben sich einsatzbereit gemeldet. Sie hatten ihrer Mannschaft acht bzw. sechs Wochen verletzt gefehlt. Trainer Michael Skibbe sagte schon zu Beginn der Woche, beide Innenverteidiger seien Kandidaten für die Startelf. So tritt die Eintracht defensiv fast in Bestbesetzung an, allein Georgios Tzavellas ist wohl noch nicht fit genug für einen Einsatz von Beginn an. Der starke Linksverteidiger wird bestenfalls auf der Bank Platz nehmen.

Im defensiven Mittelfeld hat Pirmin Schwegler seine Gelbsperre abgesessen, so dass auch hier die vermeintlich stärkste „Doppelsechs" aufläuft – neben dem Schweizer hat sich dort im Lauf der Saison Benjamin Köhler etabliert. Alex Meier, der in Hamburg Schwegler ersetzte, dürfte ins offensive Mittelfeld rücken, Hali Altintop nach links, Martin Fenin dafür auf die Bank.

Nicht mehr dabei ist Caio, der teuerste Einkauf der Frankfurter Vereinsgeschichte. Der Brasilianer wechselt zum Kuranyi-Club Dynamo Moskau. Auch Ümit Korkmaz und Markus Steinhöfer haben die Eintracht kurzfristig verlassen – sie wären aber ohnehin keine Kandidaten für die erste Elf gewesen.

Vorne verlässt sich Eintracht Frankfurt in dieser Saison meist auf eine Spitze. Der Transfer von Theofanis Gekas vor dieser Saison hat sich als das herausgestellt, was einen Volltreffer nennt. Entsprechend viele hat der Grieche schon gelandet – mit 14 Treffern ist der unter den aktuellen Top-Drei der Bundesliga-Torjäger. Allerdings ist Gekas‘ Einsatz gefährdet. Eine Muskelverletzung plagt den Stürmer und wohl auch seinen Trainer. Echten Ersatz hat Michael Skibbe nicht. Ioannis Amanatidis wäre wohl die erste Alternative, auch ein Experiment mit Altintop als einziger Spitze ist denkbar.

Aufstellungen

Frankfurt: Nikolov – Jung, Frantz, Russ, Petkovic – Schwegler, Köhler – Altintop, Meier, Ochs – Gekas

Borussia: Heimeroth – Levels, Stranzl, Dante, Daems – Nordtveit, Marx – Herrmann, Idrissou –Reus, Hanke

SEITENWAHL-Prognose

Christoph Clausen: Ein Sieg, eine Niederlage, fehlt noch ein Unentschieden. Das gibt es beim 2:2 in Frankfurt. Man könnte damit zufrieden sein, trüge man nicht den Mühlstein der Hinrunde am Fuß mit sich herum.

Thomas Häcki: Die gute Nachricht: Wir spielen auswärts. Die schlechte Nachricht: Frankfurt hat eine Minikrise. Und so ist es wenig überraschend, dass man erneut gut mitspielt und am Ende 1:3 verliert. Soweit nichts Neues. Da der Boulevard aber bereits unterhalb der Gürtellinie schießt, könnte eine erneute Niederlage einen Erdrutsch auslösen.

Christian Heimanns: Borussia wird mit 2:1 siegen und zwar aus zwei Gründen. Der eine ist, dass die Borussia in den ersten beiden Spielen der Rückrunde stark genug war, um in Frankfurt punkten zu können. Der andere ist, dass ich schon ewig keinen Sieg mehr für uns getippt habe und das noch einmal ausprobieren möchte.

Michael Heinen: Im Vorjahr gab es gegen Frankfurt 6 Punkte. Dieses Jahr folgt die Revanche und die Eintracht behält alle Zähler für sich. Durch die 1:2-Niederlage verliert Borussia weiter an Boden.

Christian Spoo: Murphy's Law ist das Grundgesetz der laufenden Saison. Deswegen verliert Borussia in Frankfurt unglücklich mit 1:2.

 

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