Nach der zigten vergebenen Chance wandelte selbst seinen Gegenspieler Mitleid an. Kurz vor Spielende legte ein Freiburger Abwehrspieler im Vorbeilaufen mitfühlend den Arm um Marco Reus , als wollte er ihm sagen "Kein Angst, Junge, du haust uns gleich schon noch einen rein, ich drück dir echt die Daumen". Auch Bundestrainer Löw hatte in diesem Moment genug und zog von dannen. Es war ihm zwar endlich gelungen, den Stürmer verletzungsfrei zu nominieren, dennoch hatte er damit kein Glanzspiel von Reus provoziert. Damit verpasste Löw gerade noch Reus´ letzte Chance des Spiels, dieser leider auch.


Das Spiel in Baden hatte aus Gladbacher Sicht von Anfang an seine Besonderheit dadurch, dass der zuletzt bärenstarke Kapitän Filip Daems verletzungsbedingt nicht dabei war, dafür mit Oscar Wendt der einzige namhafte Zugang des Sommers auf dem Feld stand. Der Schwede versuchte in erster Linie, sein Territorium abzusichern und überließ den offensiven Part Arango. Allerdings taugt Daems´ Ausfall kaum als Erklärung für die Niederlage, denn weder kam das Verhängnis über links hinten, noch brach es überhaupt zwingend herein sondern in Gestalt eines abgefälschten Schusses samt Makiadi im Abseits.


Die Freiburger spielten zwar etwas besser als ein ernsthafter Abstiegsanwärter, aber keineswegs so, dass es den Borussen Angst machen musste. Bei den Fohlen ihrerseits hatte man den Eindruck, als wollten sie wie gute Pferde springen, nämlich knapp. Man mag der Mannschaft nicht direkt vorwerfen, den Gegner in seinem Tief unterschätzt zu haben, aber es lief nur in kurzen Phasen etwas zusammen. Wenn Reus und de Camargo ineffektiv spielen, fällt es noch etwas mehr auf, dass Mike Hanke seit einigen Wochen glücklos spielt. Seine Auswechslung nach einer Stunde gegen Bobadilla ist bereits fester Teil der Show. Der büffelhafte Argentinier zeitigte nach seiner Hereinnahme weniger Effekt als zuletzt und sei es auch nur, dass er nicht mal eine Großchance hatte, die er spektakulär versemmeln konnte.


Damit soll es für heute auch genug der Kritik sein. Selbst in unterdurchschnittlicher Form holten die Borussen genug Chancen raus, dass sie auch in Freiburg hätten gewinnen können; darum taugt dieses Spiel nach drei Siegen nicht dazu, größere Missstände zu enthüllen. Der größere, außermannschaftliche Grund ist der, dass die Bundesliga nun mal in der Leistung so nahe zusammensteht, dass man sich 10 % Druckverlust nicht gut leisten kann, wenn man keinen Ribery in Topform hat. Und diese Erkenntnis ist dann doch zu banal, um lange darüber zu philosophieren. Gladbacherseits sollte man allerdings im Auge behalten, dass die Mannschaft schnell zu einem maximal durchschnittlichen Team verkommt, wenn Reus einmal nicht die Gefahr ausstrahlt und die Effektivität ausübt, wie er es sonst macht. Aber dafür, dass er eine von Löws Berufungen überstanden hat, sind noch einmal alle gut davon gekommen.

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