HSVEin Rückschlag im Meisterschaftsrennen habe Gladbach erlitten, hieß es hinterher in der Presse. Nun kann man Rückschläge nur in solchen Rennen erleiden, an denen man tatsächlich teilnimmt. So gesehen, war dieser 23. Spieltag in der Tat ein aufschlussreicher. Durch ihn ist klarer geworden, in welchem Rennen Lucien Favres Team läuft und in welchem nicht.

 

 

Im Meisterschaftsrennen läuft diese Borussia wohl nicht. Dass man das nach zwei Dritteln der Saison überhaupt klarstellen muss, ist angesichts der letzten Jahre ohnehin wundersam: Wiederaufstieg, Platz 15, 12, 16. Man muss sich wohl von Zeit zu Zeit daran erinnern, wie unglaublich Platz 3 ist. Und wenn alles passt, kann diese Mannschaft sogar die ganz Großen der Liga richtig ärgern: Die Dortmunder hat sie in der letzten Rückrunde geschlagen, die Bayern in dieser Saison gar zweimal.

 

Aber was ihr fehlt, um wirklich den Titel anzugreifen, ist höchste Qualität auch in der zweiten Reihe. Ihr fehlen Reservespieler, die es auffangen könnte, wenn Patrick Herrmann ausfällt und gleichzeitig Marco Reus und Igor de Camargo einen schwachen Tag erwischen. Spieler, die das könnten, sitzen nicht auf der Gladbacher Bank. Wie sollte es auch anders sein, in einem Kader, der mit völlig anderen Zielen und finanziellen Mitteln zusammengestellt wurde als denen eines Titelkandidaten?

 

Es war die vielleicht schwächste Saisonleistung der Borussia vor heimischem Publikum, und trotzdem hatte dieses Wochenende eine positive Botschaft zu bieten: Im Rennen um die europäischen Startplätze steht die Borussia gut da. Dies nicht nur wegen der Niederlagen von Bremen, Schalke und Hannover. Sondern auch, weil die Borussia in einem Spiel unbesiegt bliebt, das sie letzte Saison noch verloren hätte. Die Gladbacher kamen mit dem Pressing der gut organisierten Gäste schwer zurecht, Zuspiele waren oft ungenau und Zweikämpfe ungeschickt, vor allem Neustädter und Dante gingen unnötige Risiken.

 

Und trotz alledem blieb das Favre-Team zu Hause unbesiegt. Auch dank der Gladbacher Defizite an diesem Tag ließen die Gäste den Ball im Mittelfeld zwar ansehnlich kreisen. Echte Hamburger Torchancen gab es letztlich aber nur zwei: Arslans Schuss knapp über die Querlatte in der 47. Minute und sein Treffer acht Minuten später. Mit größerem Wohlwollen könnte man noch Arslans Halbchance in der 82. Minute dazu rechnen. Mehr ließ die Borussia selbst an diesem schwachen Tag nicht zu. Und selbst an diesem schwachen Tag kam sie selbst zu mehr und besseren Gelegenheiten: Brouwers‘ von Diekmeier erst auf der Torlinie geblockter Schuss, Arangos Schlenzer am Tor vorbei nach schicker Kombination, Igor de Camargos kläglich abgeschlossene Großchance nach Neustädters feinem Zuspiel, Nordtveits nur per Glanzparade parierter Distanzschuss, die Doppelgroßchance für Hanke und Arango in der Schlussminute.

 

Auch an ihren gebrauchten Tagen ist diese Borussia schwer zu bezwingen. Und weil das das so ist und weil die Mannschaften hinter ihr nicht den Eindruck machen, als seien sie zu einer fulminanten Aufholjagd in der Lage, kann von einem Rückschlag keine Rede sein. Man muss bloß wissen, von welchem Rennen man redet.

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