Mit einem gerechten 0:0 trennten sich der VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach bei eisigen Temperaturen in der Volkswagen-Arena. Ein Ergebnis und eine Leistung, die noch vor knapp einem Jahr bejubelt worden wären, werden angesichts der gestiegenen Ansprüche in diesen Tagen als Enttäuschung empfunden.

Dabei spielte Borussia in Halbzeit 1 nicht viel anders als in der Vorwoche in Stuttgart. Aus einer sicheren Defensive heraus, die mit Brouwers für den erkrankten Stranzl auflief und vor dem Seitenwechsel wie gewohnt nicht viel anbrennen ließ, suchte man die ligaweit so gefürchteten, gelegentlichen Konter. Anders als zuletzt hatten sich die Wolfsburger darauf aber besser eingestellt. Felix Magath hatte seine Mannschaft aus Respekt vor dem Gegner mit einer defensiven Grundordnung aufs Feld geschickt, was meist gut funktionierte. Immer wieder endeten die Angriffe der Gäste im Abseits, was den Schiedsrichter-Assistenten vor eine Reihe kniffliger Entscheidungen stellte. Meist löste er diese korrekt
mit einer Ausnahme. Mike Hankes Treffer hätte Anerkennung verdient gehabt – ärgerlich für Borussia, die nach einer Führung bekanntlich nur noch schwer zu knacken ist.

So ging es stattdessen ohne Tore in die Halbzeitpause, aus der Wolfsburg mit einem neuen Stürmer kam. Die Hereinnahme von Top-Torjäger Mario Mandzukic deutete an, dass es Magath fortan etwas offensiver anzugehen gedachte. Ein Plan, der aufging, denn im zweiten Spieldurchgang waren die Gastgeber die tonangebende Mannschaft. Auch sie erzielten ein Tor, das allerdings zu Recht wegen einer knappen Abseitsstellung von Polter abgepfiffen wurde. Doch die beste Defensive der Liga hatte so einige Mühe, dem Offensivdruck der erstaunlich starken Wolfsburger Stand zu halten. Immer wieder drängten die auf die Führung, wobei Gladbach überraschend selten zu eigenen Konterangriffen kam. Die einzig hochkarätige Chance in Halbzeit 2 war allerdings gleich die beste im ganzen Spiel, als Marco Reus frei auf Diego Benaglio zustürmte, den Ball dann aber allzu kunstvoll mit dem Außenrist am Keeper vorbeischlenzen wollte, was gründlich misslang.

So musste am Ende sogar noch um den einen Punkt gezittert werden, der bei den heimstarken und allein im Winter um 27 Millionen verstärkten Wolfsburgern im Grunde als Erfolg gewertet werden sollte. Zur Erinnerung: Schalke 04 hat seine Partie dort verloren, während der FC Bayern München nur dank einer klaren Fehlentscheidung des Schiedsrichters zu einem glücklichen 1:0-Sieg kam.

Bei Borussia überzeugte einmal mehr die Defensive, wo besonders Dante, ter Stegen und Tony Jantschke überragend agierten. Nicht nur bei seiner Großchance unglücklich wirkte Marco Reus, der erstmals seit Monaten keinen Sahnetag erwischte. Für ihn gilt aber wie für die gesamte Mannschaft, dass ihnen nach so vielen überragenden Spielen auch einmal eine „nur“ durchschnittliche Leistung gestattet sein sollte.

 

Wolfsburg: Benaglio – Träsch, Russ, Felipe, Rodriguez – Sissoko (46. Mandzukic), Josué, Jiracek, Schäfer – Dejagah (62. Sio), Polter (82. Ochs)

Borussia: Ter Stegen – Jantschke, Brouwers, Dante, Daems – Herrmann, Nordtveit, Neustädter, Arango – Reus, Hanke (75. de Camargo)

 

Tore: keine

Gelbe Karten: Jiracek - Jantschke

Zuschauer: 30.000

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