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Borussias Fehlstart in die Rückrunde ist perfekt. Das verdiente 0:1 gegen Bayer Leverkusen hätte mit etwas Glück zwar auch zu einem torlosen Remis reichen können, da der Gegner ebenfalls nicht überragte und nur durch einen Son-ntagsschuss zum Erfolg kam. Selbst dies hätte aber nicht darüber hinwegtäuschen können, dass sich die Elf von Lucien Favre die erste Krise dieser Saison nimmt.

Rein von den Ergebnissen ist nicht allzu viel Schlimmes passiert, so dass jegliches Wehklagen, man habe schon jetzt kaum noch Chancen auf Europa, absurd ist. Bei den enorm heimstarken Hannoveranern und besonders gegen die beiden Topteams der Liga werden auch die meisten anderen Bundesligisten nicht allzu viele Punkte einfahren.

Bedenklich ist aber zweierlei: Erstens die Art und Weise, wie die Mannschaft momentan agiert. Defensiv leistet man sich zu viele folgenschwere Patzer, selbst wenn sich hier gegenüber den vergangenen Partien ein leichter Aufwärtstrend abzeichnete. Offensiv hingegen wurden wie schon in Hannover kaum gefährliche Torchancen heraufbeschworen. Einzig zwischen Minute 75 und 82 gab es eine kurze Drangphase, in der zu erkennen war, wie es gehen könnte und wie es in der Vorrunde auch regelmäßig in den Heimspielen funktionierte.

Eine weitere wesentliche Lehre des Abends könnte zweitens aber sein, dass Borussia gegen hochwertig besetzte Mannschaften weiterhin die Qualität fehlt. Schon im Vorjahr war bei der Reise durch Europa auffällig, wie man von den Topteams regelmäßig abgekocht wurde. Ob Kiew, Istanbul oder Lazio Rom. Sie alle entpuppten sich in den entscheidenden Momenten als abgebrühter. In dieser Saison lief es in beiden Spielen gegen Bayern und Bayer ähnlich. Der BVB konnte zwar besiegt werden, aber nur nachdem dieser in der ersten Halbzeit nach Belieben dominierte.

Die Träume von Platz 3 erscheinen vor diesem Hintergrund unrealistisch. Alles Weitere ist aber weiterhin nicht unerreichbar. Nur muss der Schalter dafür möglichst schnell wieder umgelegt werden. Die ganz schweren Spiele sind jetzt erst einmal vorbei. In den kommenden Wochen geht es gegen Gegner aus dem Abstiegskampf. Selbst wenn Borussias Bilanz der letzten Jahre gegen die nächsten beiden ähnlich katastrophal aussieht wie jene gegen Bayer, muss in Bremen und gegen Hoffenheim wieder gepunktet und vor allem wirksamer gespielt werden.

Das meint die SEITENWAHL-Redaktion:

Michael Heinen: "3 Niederlagen sind gegen diese schweren Gegner kein Beinbruch. Die mut-, ideen- und streckenweise hilflose Leistung der Mannschaft schon eher. Ab kommender Woche darf es keine Ausreden mehr geben."

Volkhard Patten: "Wendts Sturmdrang und ein Andre-Schürrle-Gedächtnistreffer lassen uns auf dem Weg nach Europa stürzen."

Christian Grünewald: "Wer so viele Einladungen des Gegners kläglich vergibt, hat eindeutig ein Kopfproblem. Borussias Offensive gibt zunehmend Rätsel auf, da hilft auch die weitgehend stabile Defensivleistung nichts."

Thomas Häcki: Die Frage war, ob es noch schlechter als in Hannover laufen wird. Es ging sogar noch langweiliger. Gladbach verliert dank einer erbärmlichen Leistung hoch verdient und wird mit diesem Auftritt nichts mit der Vergabe der Europapokal-Plätze zu tun haben."

Statistik:

Borussia: ter Stegen - Nordtveit, Jantschke, Stranzl, Wendt - Herrmann (67. Hrgota), Kramer, Xhaka (83. Mlapa), Arango (83. Younes) - Raffael, Kruse

Bayer: Leno - Hilbert, Toprak, Spahic, Can - Rolfes, Bender, Castro - Sam (69. Derdiyok), Son (81. Hegeler), Kießling (90. Wollscheid)

Tor: 0:1 (62.) Son

Gelbe Karten: Herrmann, Kruse - Donati, Wollscheid, Can, Kießling

Zuschauer: 53.379


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