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„Hui“ denkt der Hertha-Fan und freut sich. „Wir haben zwar gegen den FC Bayern verloren, aber wie...! Hätten wir nur ein bisschen früher den Druck erhöht, dann ...“. „Oha!“ schmunzelt der Gladbach-Fan. „Höre ich da vielleicht Berliner Schnauze?“.  Nicht zu Unrecht. Pünktlich zum Auftritt bei der rheinischen Borussia ist das Selbstvertrauen bei den Berlinern wieder zurückgekehrt. Und prompt ist auch wieder Großkotz Küchenmeister.  Die Hertha fährt mit breiter Brust in den Borussen-Park. Ob berechtigt, wird sich am Samstag zeigen.

Es ist immer wieder faszinierend, wie schnell sich das Stimmungsbild im Berliner Umfeld verändern kann. Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt... ein Mittelding scheint es für den selbsternannten „Hauptstadt-Club“ nicht zu geben. Nun mag der aufmerksame Beobachter einwenden, dass ein Mittelmaß grundsätzlich nicht zu der Natur des Berliners gehört. Ob Flughafen, Stadtschloss oder ICC – stets werden große Pläne geschmiedet und von großem Jammer abgelöst. Da bildet die Hertha keine Ausnahme. Die Achterbahnfahrt der letzten Jahre vom Meisterschaftsaspiranten zum Zweitligavertreter und wieder zurück hat Spuren hinterlassen. Begehrlichkeiten nach besseren Zeiten und Ängste vor einem erneuten Absturz. Um letzteres zu vermeiden, wurde in diesem Jahr kräftig investiert. Im Unterschied zu den vergangenen Jahren aber mit Geld, welches vorhanden war. Die Verkäufe von Ramos und Lasogga spülten knapp 18 Mio. Euro in die historisch klamme Kasse, von den Einnahmen aus dem Anteilsverkauf an KKR gar nicht zu reden. Investiert wurde allerdings weniger in Stars, sondern vielmehr in die Breite des Kaders.

Valentin Stocker, Julian Schieber, Salomon Kalou, Roy Beerens, Jens Hegeler – zumindest auf dem Papier haben die Berliner klangvoll eingekauft. In der Realität konnten sich bislang lediglich Beerens und Kalou als echte Verstärkungen erweisen. Doch grade beim Ivorer scheiden sich die Geister. Effizient und torgefährlich, fremdelt er aber immer noch mit Luhukays System und zeigte sich bislang überraschend zweikampfschwach. Das könnte ihm in Mönchengladbach, wie schon in den letzten Spielen, einen Platz auf der Bank bescheren. So kommt es auch, dass sich bei den Berlinern eine Stammformation nur langsam herausbildet. Alleine für das Spiel am Samstag gibt es für die Zehner-Position gleich vier Kandidaten. Favorit ist natürlich Ronny. Der gesamte Boulevard fiebert schon seit einer Woche dem Bruderkampf entgegen, nebst Familiengeschichten, Historie etc. Überhaupt wird die Borussia mit ihrem Erfolg gerne „berlinisiert“. Favre, Raffael, Traoré und Marx – der Erfolg der Borussia ist auch ein bisschen der Erfolg der Hertha. Von Luhukay, van den Bergh, Baumjohann, Cigerci und Ndjeng wird in diesem Zusammenhang eher wenig gesprochen.

Und die Borussia? Für die ist das Ziel ganz einfach: Drei Punkte müssen her, will man den bisherigen Erfolg nicht gefährden. Trotz dreier Niederlagen gibt man sich im Borussen-Park erfreulich gelassen. Aus gutem Grund: Die Leistung stimmte in den letzten beiden Spielen wieder. In Wolfsburg war man trotz des frühen Rückstands über weite Strecken ebenbürtig, aber eben auch erschreckend harmlos. Auffällig ist auch, dass die Fohlen derzeit Probleme haben, wenn der Gegner hoch verteidigt. Das Aufbauspiel gerät zu ungenau, das schnelle Umschalten und die Zielstrebigkeit in der Offensive geraten zunehmend ins Stocken. Sorgen macht zudem die Verteidigung, in der Stranzl erneut fehlen wird. Zurück ist hingegen Xhaka, der zumindest das Umschaltspiel wieder beleben könnte. Auch ansonsten darf Lucien Favre wieder personell aus dem Vollen schöpfen, während Luhukay auf Stocker, Lustenberger, Langkamp, Baumjohann und Cigerci verzichten muss. Besonders die Verteidiger werden dringend zurück erwartet, denn in der Defensive stand man in der Vergangenheit oft nicht sicher. Ein Makel, dass den Fohlen eigentlich entgegen kommen sollte.


Borussia:
Sommer - Jantschke, Brouwers, Alvaro Dominguez, Wendt - Kramer, Xhaka - Hahn, Herrmann - Raffael - Kruse

Hertha: Kraft - Pekarik, Hegeler, Brooks, N. Schulz - Hosogai, Skjelbred - Beerens, Ben-Hatira, Haraguchi - Schieber


SEITENWAHL-Tipps:

Thomas Häcki: Gegen Hertha muss die Wende her. Und deshalb gewinnen wir auch mit 3:1. Basta!

Christoph Clausen: Optimistische Tipps hat die Borussia zuletzt nicht belohnt, Teilausnahme Villareal. Egal, einmal versuche ich`s noch: Gegen Hertha geht es wieder bergauf. Auch wenn die Borussia phasenweise noch wackelt, reicht es am Ende zu einem 3:1.

Michael Heinen: Borussia steht erstmals in dieser Saison unter Druck, ein Spiel gewinnen zu müssen. Ansonsten droht der Rückfall ins Mittelmaß. In den letzten Jahren ist die Mannschaft mit solchen Drucksituationen meist gut zurechtgekommen. So wird es auch am Samstag sein, wenn die Hertha beim 2:1-Heimsieg ohne Punkte nach Hause geschickt wird.

Christian Spoo: Weil bei Borussia jedem klar ist, dass es ein wegweisendes Spiel ist, agiert die Mannschaft verkrampft. Immerhin aber krampft sie sich zu einem mühsamen 2:1-Erfolg.


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