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Wie in jedem Jahr hatten wir die Borussen-Fans zuletzt aufgerufen, in unserer traditionellen Borussen-Umfrage ihre Erwartungen, Hoffnungen und Ängste mit uns zu teilen. 319 Borussen sind dem gefolgt, wofür wir uns zunächst einmal herzlich bedanken. In den kommenden Wochen werden die Ergebnisse noch detaillierter ausgewertet. Erste Erkenntnisse möchten wir aber schon vor dem Start der Bundesligasaison mit Euch teilen.

 Fast 70 % der Borussen-Fans sind sich einig, dass Borussia am Ende auf den Rängen 4-6 abschließen wird. 97 % sehen die Fohlenelf sogar unter den ersten 6, nur ein einziger Teilnehmer sieht das Mindestziel eines einstelligen Tabellenplatzes in Gefahr und befürchtet einen Rückfall auf Platz 15. Über das Mindestziel kann man allerdings trefflich streiten, denn nicht jeder stimmt hier mit Max Eberl überein, der regelmäßig das Etablieren in der Einstelligkeit als vorrangig anpreist. Nur 21 % würden sich am langen Ende ein Stück weit mit Platz 8 oder 9 zufriedengeben. 79 % sehen das Erreichen eines internationalen Platzes als Mindestziel, das Borussia anstreben sollte. Die Erwartungen in der Fangemeinschaft wachsen also, allerdings nicht in den Himmel. So ist Platz 5 die am häufigsten genannte Endpositionierung, mit der Borussias Fans rechnen. Das wäre zwar ein Rückfall um 2 Plätze und in die Gruppenphase der Europa League, aber es würde immer noch einer der finanzstärkeren 5 Topklubs hinter sich gelassen.

Hierfür bietet sich am ehesten der FC Schalke 04 an, denn bei der Frage nach den Favoriten auf die ersten 4 Plätze landen Bayern, Wolfsburg, Leverkusen und Dortmund ganz weit vorne. Borussia, Schalke und Hoffenheim müssen sich mit den Plätzen 5-7 zufriedengeben, wenn es nach der Gladbacher Schwarmintelligenz geht. Die SAP-Truppe weist dabei einen überraschend deutlichen Vorsprung vor den nachfolgenden Konkurrenten aus Bremen, Augsburg und Stuttgart auf.

Die Absteiger sind ähnlich eindeutig zu benennen. Darmstadt wird von 90 % als sicherer Absteiger gesehen. Immerhin 7 % glauben aber an den direkten Klassenerhalt der krassen Außenseiter. Besser schneidet zwar der Mitaufsteiger aus Ingolstadt ab, der sich immerhin auf Augenhöhe mit dem Hamburger SV um einen Relegationsplatz balgen darf. Inwieweit „auf Augenhöhe mit dem HSV“ in diesen Tagen als Kompliment gewertet werden kann, müssen die Audi-Städter aber für sich selbst entscheiden. Als weitere Abstiegskandidaten werden Hertha, Hannover und – aus alter Verbundenheit – der 1. FC Köln benannt.

Im Pokal hat die Bescheidenheit der Borussen-Fans ein Ende. Der Pokalsieg ist hier die Topantwort. Immerhin 15 % der Borussen-Fans hatten aber bereits in Runde 1 ein frühes Aus erwartet und wurden in der 2. Halbzeit auf St. Pauli „bitter enttäuscht“. Insbesondere von Lars Stindl, der schon vor dieser Partie von rund 2/3 aller Borussen als positivster Neuzugang bewertet wurde. Geht man nach den Erkenntnissen der ersten Saisonpartie, so haben die Fans ein gutes Gespür bewiesen, denn Josip Drmic wird am ehesten in der Rolle des enttäuschenden Neuzugangs gesehen. Kurios: Fast 50 % sehen in ihm trotzdem Borussias Toptorschützen dieser Saison, dem sie im Schnitt 14 Tore zutrauen. Der Schweizer ist somit die große Wundertüte der bevorstehenden Spielzeit. Einige trauen ihm sogar Unmögliches zu. So glaubt balderich, dass Josip von Jogi zur deutschen Nationalmannschaft berufen wird. Nun deuten viele Entscheidungen des Bundestrainers auf einen etwas verwirrten Geisteszustand hin. Ganz so weit wird dies aber dann vermutlich doch nicht gehen, dass er gar den Schweizer Nati-Stürmer in sein Team holen möchte. Andererseits: Wer derart konsequent die konstant guten Leistungen eines Tony Jantschke übersieht und ihm Spieler wie Antonio Rüdiger und Sebastian Rudy vorzieht…  

Ob Mahmoud Dahoud jemals vom Nivea-Beauftragten berücksichtigt werden wird, ist noch offen. Die Borussen-Fans trauen dem Mittelfeldtalent jedenfalls einiges zu. Bei der Frage nach der positivsten Überraschung aus dem Vorjahreskader liefert er sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Thorgan Hazard und Ibrahima Traoré, bei dem er sich nur knapp geschlagen geben muss. Der Belgier macht hier mit marginalem Vorsprung vor dem guineischen Wirbelwind das Rennen. Auch bei der Wahl zum erfolgreichsten Youngster geht Dahoud knapp nur als zweiter Sieger durchs Ziel, obwohl er 31 % der Stimmen auf sich vereint. Andreas Christensen kann ihn mit 34 % aber noch leicht überbieten.

Weniger zugetraut wird – nicht ganz überraschend – Branimir Hrgota und André Hahn, die derzeit einen etwas schwereren Stand in der heißumkämpften Borussen-Offensive haben und von den Fans deshalb als wahrscheinlich negativste Überraschung der Saison auserkoren werden.

Die vielleicht interessanteste Frage der Umfrage ist jene nach den Spielern, denen mindestens 30 Pflichtspieleinsätze (über mindestens 30 Minuten) zugetraut werden. Da Lucien Favre meist spät wechselt, werden hier wohl fast nur Startelfspieler Berücksichtigung finden. 9 Borussen (Sommer, Jantschke, Xhaka, Herrmann, Stindl, Raffael, Wendt, Drmic, Dominguez) haben bei dieser Frage mehr als 50 % der Stimmen erhalten. Möchte man eine Stammelf aus den 11 meistgenannten Akteuren bilden, so würde diese offensiv ausgerichtet auflaufen und wie folgt aussehen:

Sommer - Jantschke, Dominguez, Wendt - Xhaka, Stindl - Herrmann, Hazard, Traoré - Raffael, Drmic

Fraglich, ob in dieser Formation noch die defensive Stabilität gewährleistet wäre. Dass Lucien Favre dies mit seiner tatsächlichen Elf aber gelingt, davon sind Borussias Fans überzeugt. Zwar werden im Durchschnitt rund 30 Gegentore erwartet – und somit 4 mehr als noch im Vorjahr. Nur rund 5,5 % befürchten aber, dass es am Ende gar mehr als 38 Gegentore werden könnten. Einen Negativausreißer gibt es. Der User mit dem eigentlich sehr schönen Nicknamen cantforgetvladIvanov ist derselbe Pessimist, der schon Platz 15 in der Endtabelle prognostizierte. Er sieht 57-59 Gegentore auf die Borussen-Elf zukommen und begründet dies wie folgt: "einfach keine Ruhe reinzukriegen ins Spiel, und schon die deftige Niederlage im ersten Spiel gegen die falsche Borussia, die uns durch Reus leider so richtig eins eintucheln, bewirkt ein negatives Fahrwasser, aus dem der Defensivverbund nicht rauskommt.“ Bleibt abschließend zu hoffen, dass diese kassandrische Prognose bereits an diesem Wochenende widerlegt werden wird.


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