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Die Tabelle lügt nicht. Je mehr die aktuelle Saison ihrem Finale entgegenrückt, desto beliebter werden die Floskeln, die den durchschnittlichen Fußball-Fan zu einem erfahrenen Weisen erheben. Erfreut haben wir wahrgenommen, dass ein Spiel neunzig Minuten dauert (oder eben auch mal zwei mehr). Ernüchtert mussten wir erkennen, dass der Ball rund ist und eine optische Überlegenheit eben nicht zwingend zu Punkten führt. Wer nun seine Skepsis zu den Champions-League-Ambitionen der Borussia äußert, bekommt die Tabelle präsentiert. Die Borussia steht auf Platz drei, was zur direkten Qualifikation berechtigt. Wie und warum, ob Glück oder Cleverness interessiert dabei nicht. Die Tabelle lügt nicht. Basta!  Schauen wir sie uns also etwas näher an.

 Borussia Mönchengladbach belegt den dritten Platz. Noch besser ist, dass sie dies auch nach dem nächsten Spieltag tun wird. Vier Punkte beträgt der Abstand auf Leverkusen, ganze sieben Punkte gar auf den Tabellensiebten Hoffenheim. Dazu kommt das drittbeste Torverhältnis. Auch der Trend spricht für die Fohlen. 13 von 18 Punkten sind mehr als respektabel und bedeuten den vierten Platz in der Rückrundentabelle, punktgleich mit Bayern, Dortmund und Bremen. Lediglich Wolfsburg startete besser. Damit ist man übrigens bereits um fünf Punkte besser gestartet als die Konkurrenz aus Leverkusen, Schalke und Augsburg. Wenn die Tabelle also nicht lügt, sind die Zeiten wahrlich rosig für die Elf vom Niederrhein. Erzielt wurden die Punkte allerdings in erster Linie gegen die Kellerkinder. Fünf der Gegner sind auf den letzten sechs Plätzen zu finden. Und auch in der Rückrundentabelle findet sich lediglich Schalke in der oberen Hälfte. Hinzu kommt, dass man mit sechs Rückrundentoren meilenweit von einem Offensivfeuerwerk entfernt ist. Gegen Paderborn wurde erstmals nach sechs Bundesligapartien wieder mehr als ein Tor erzielt. Nur der starken Defensive ist die fast schon optimale Punkteausbeute zu verdanken. Für die hohen Ambitionen ist das eigentlich zu wenig. Die Tabelle lügt nicht, aber bei genauem Hinsehen relativiert sie sich.

Vor diesem Hintergrund ist auch das Spiel gegen Paderborn schnell erzählt. Ziegler fälschte einen eigentlich harmlosen Schuss von Johnson unglücklich ab, was bereits früh die Führung für die Heimmannschaft bedeutete. In der Folge kontrollierte der Tabellendritte Ball und Gegner, ohne aber wirkliche Gefahr zu entwickeln. Dies lag vor allem an der erschreckenden Harmlosigkeit im Zentrum. Hrgota war stets bemüht, Raffael kaum zu gebrauchen. Die agilen Traoré und Johnson sorgten zwar für Ansätze, fanden aber keine Abnehmer. So entwickelte sich eine zähe, an Höhepunkten arme Partie, in der aber auch der Gast die Rheinländer nie ernsthaft in Gefahr zu bringen vermochte. Dafür war Paderborn schlichtweg zu schwach. Es ist zu vermuten, dass sie Westfalen für längere Zeit nicht mehr an der Weisweiler-Allee zu Gast sein werden. Erst zum Ende der Partie entschied Herrmann die Partie für die Borussia, bezeichnenderweise durch einen eigentlich harmlosen abgefälschten Schuss. Minuten vor dem Abpfiff traf er zudem noch den Außenpfosten. Das war’s! Mehr ist nicht zu berichten, mehr wird nicht in Erinnerung bleiben.

Das aktuelle Punktepolster ist erfreulich, beruhigend ist es nicht. Natürlich muss man Geduld haben. Lucien Favre lässt keine Gelegenheit aus, dies gebetsmühlenartig zu predigen und er hat natürlich Recht. Wenn es die Borussia aber nicht schafft, grundsätzlich mehr Gefahr aus ihrer Dominanz zu entwickeln, wird es schwer, die mittlerweile hervorragende Ausgangsposition zu verteidigen. Von einer Qualifikation zur Champions League ganz zu schweigen. Andere Gegner werden nicht so harmlos agieren, wie zuletzt Paderborn, Köln oder Hamburg. Und wie schwer es der Borussia fällt, nach einem Gegentor die Partie zu drehen, hat man zuletzt zu Genüge beobachten können. Nichtsdestotrotz ist die Ausgangslage besser als je zuvor. Auch die Konkurrenz ist nicht von Patzern frei. Besonders Leverkusen hat sich daheim immer wieder unnötige Punktverluste erlaubt. Augsburg schwächelte zuletzt ebenfalls. Auch wenn Dortmund und Bremen sich zuletzt mit Siebenmeilenstiefeln aus der Abstiegsgefahr befreit haben und plötzlich wieder am internationalen Geschäft schnuppern – der Abstand zur Borussia muss erst einmal aufgeholt werden. Deshalb ist die aktuelle Situation auch lediglich ein Zwischenstand. Abgerechnet wird bekanntlich zum Schluss und dann – erst dann – lügt die Tabelle wirklich nicht.

 

Tore: 1:0 Johnson (18. Min), 2:0 Herrmann (81. Min)

Karten: - / Rupp, Vrancic


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