Borussia Mönchengladbach kann sich seit heute Abend auf die nationalen Wettbewerbe konzentrieren. Trotz einer ansprechenden Leistung und einem langen bravourösen Kampf verliert das Team von André Schubert spät mit 2:4 in Manchester. Bis zur 80. Minute konnte man sich noch zu Recht Hoffnung auf ein Weiterkommen machen, bis ein Doppelschlag von Sterling den Europapokalträumen der Rheinländer ein jähes Ende bereitete. Da Sevilla gleichzeitig gegen Juventus Turin erfolgreich war ist auch die Europa League verloren. Nun zeigte sich, dass ein 1:1 im Heimspiel gegen den dezimierten Vorjahresfinalisten aus Italien eben doch zu wenig war. Die Borussia schied aber mit hocherhobenen Haupt aus Europa aus, hatte man doch mit Manchester City, Juventus Turin und dem FC Sevilla das hartmöglichste Los beim Champions League Debüt erhalten. Das man ein Weiterkommen gegen diese eigentlich qualitativ deutlich besser ausgestatteten Gegner bis zehn Minuten vor Schluss offen halten konnte, nötigt Respekt ab.

„Never change a winning team“ dürfte sich André Schubert gedacht haben und schickte nach dem Triumph gegen die Bayern die gleiche Startaufstellung auf den Rasen. Die Ausgangslage war klar. Die Borussen mussten gewinnen, um sich sicher für die EuroLeague zu qualifizieren. Manchester musste gewinnen, wollte man noch eine Chance auf den Gruppensieg haben. Dementsprechend zeigten die Engländer sofort, wer Herr im Hause ist und setzte die Fohlen frühzeitig unter Druck. Mit Erfolg. Grade eine Viertelstunde war gespielt, da setzte Sterling mit der Hacke Silva in Szene, welcher aus kurzer Instanz den Ball unhaltbar für Sommer ins kurze Eck hämmerte. Beeindruckend? Nicht für die Borussia. Zwei Zeigerumdrehungen später spielten die Fohlen mit einer wunderbaren Kombination die englische Abwehr aus. Johnson bediente mit einem feinen Zuspiel Korb, der trocken ins lange Eck vollendete. Man konnte förmlich das Selbstvertrauen spüren, dass die Rheinländer in den letzten Wochen getankt hatten. Manchester war zwar bemüht, wieder die Kontrolle zu übernehmen, außer ein paar halbherzigen Fernschüssen brachten Pellegrinis Schützlinge aber nichts zu Stande. Wie man es besser macht, zeigten die Fohlen dann kurz vor der Pause. Mit einem schnellen Konter wurde erneut die nicht sattelfeste Abwehr der Briten ausgehebelt. Johnson traf den Ball nicht richtig, zum Glück für Raffael, der frei vor Hart vollendete. Die Borussia sendete ein Schocksignal nach Sevilla.

Wer nun glaubte, das die Hausherren zur zweiten Halbzeit aufdrehen würde, sah sich zunächst getäuscht. City erspielte sich zwar eine optische Überlegenheit, zwingend wurden sie aber weiterhin nicht. So blieb es Elvedi vorbehalten, für die erste gefährliche Situation zu sorgen, als ein Rückspiel mit der Brust zu kurz geriet. Ein Startsignal für die Heimmannschaft. Manchester erhöhte die Schlagzahl und sorgte besonders über den sehr agilen Sterling für die ersten brenzligen Situationen. Die Borussia kam nun nicht mehr aus der eigenen Hälfte hinaus und wurde förmlich im eigenen Strafraum eingeschnürt. Passend dazu ging plötzlich Sevilla im fernen Spanien in Führung und sendete das Schocksignal zurück. Ein Unentschieden war nun nichts mehr wert. Gladbach versuchte den Sieg über die Minuten zu bekommen musste aber 10 Minuten vor Schluss dann dem Kräfteverschleiss der letzten Spiele und der eigenen Unerfahrenheit Tribut zollen. Elvedi und der blasse Schulz schauten zunächst staunend Sterling beim Ausgleich zu. Nun gab es kein Halten mehr und die Gäste-Abwehr löste sich förmlich auf. Erneut Elvedi mit einem bösen Stellungsfehler läutete zwei Minuten später das 2:3 ein. Nordtveit legte drei Minuten später sogar höchstpersönlich das 2:4 für Bony auf. City hätte in der Folge noch auf 5:2 erhöhen können, doch das wäre nun wirklich des Guten zu viel gewesen. Was bleibt ist eine schöne Erfahrung für Mannschaft und Fans und die Erkenntnis dass es auch nach einem Sieg über den FC Bayern noch ein weiter Weg ist, sich in Europa zu etablieren.

 

City: Hart - Clichy, Otamendi, Mangala, Kolarov – Delph (64. Bony), Fernandinho - De Bruyne (64. Navas), Touré, Silva - Sterling

Borussia: Sommer – Elvedi, Christensen, Nordtveit, Wendt (84. Hazard) –Dahoud (66. Schulz), Xhaka - Korb, Johnson (72. Drmic) - Stindl, Raffael

Tore: 1:0 Silva (16. Min.), 1:1 Korb (19. Min.), 1:2 Raffael (42. Min.), 2:2 Sterling (80. Min), 3:2 Sterling (82. Min.), 4:2 Bony (85. Min.)

Gelb:  ./.

Rot:  ./.

  • 21. Mai 2022 @ballreiter Timothée Kolodziejczak gefällt das!
  • 21. Mai 2022 @ballreiter Unterdessen weint Gernot Rohr.
  • 21. Mai 2022 Erstmals seit dem First Vienna FC im Oktober 1943 gewinnt mit RB Leipzig wieder ein Klub aus Österreich den deutschen Fussballpokal. #SCFRBL
  • 21. Mai 2022 @sternburgexport Silva, Laimer, Gvardiol hab ich nie gewoll' 🎶
  • 21. Mai 2022 Im Pokalfinale vor 30 Jahren war die reguläre Spielzeit schon vorüber und die Verlängerung brach an. #Servicetweet
  • 21. Mai 2022 @schomberg Ja. Wir haben über alle Jahre häufiger in Mensen orientierungslos über Stühlen gehangen als Dosen taurin…
  • 21. Mai 2022 @sternburgexport Welchen Schalker Stürmer mochtest du lieber, den Stefahschappüsatt oder Schappapapä?

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