Richtungsweisend waren die Derby-Begegnungen in den letzten Jahren des Öfteren. Favre und Luhukay beendeten ihre Tätigkeiten nach Niederlagen gegen den Lokalrivalen. Aber oft genug wurde auch grade in diesen Spielen der „Bock umgestoßen“ - man denke nur an Xhakas last-minute Tor oder an das 5:1, als die Borussia dem scheinbar sicheren Abstieg entrinnen konnte. Am heutigen Nachmittag stand erneut eine solche Schicksalsbegegnung an. Der Ausgang lässt den abergläubischen Fan erschaudern. Borussia Mönchengladbach lies sich nach starkem Beginn völlig unnötig die Butter vom Brot nehmen und verliert in der logischen Konsequenz, wenn auch unglücklich, mit 1:2.

Die Borussia hatte sich viel vorgenommen. Bereits nach fünf Minuten leitete Traoré mit einem Traumpass die erste Chance ein. Hazard kam völlig frei vor Kessler zum Abschluss, schoss aber den Kölner Schlussmann nur an. Auch die nächste Chance gehörte der Borussia, als Hazard erneut durch war, aber im Strafraum vom Verteidiger noch gestoppt wurde. Es sollte bis zur 30. Minute dauern, bis das Derby seinen erwarteten Biss bekam. Zunächst erreichte eine Freistosshereingabe von Traoré Stroble, des Schuss gefährlich abgefälscht wurde und von Kessler mit den Fingerspitzen über die Latte gelenkt wurde. Zwei Minuten später landete eine zu kompliziert gespielte Kombination bei Traoré, der umsichtig den freistehenden Stindl bediente – 1:0. Während die Borussia nun klar den Ton angab, zeigten sich die Kölner geschockt und wussten sich in der Folge nur noch mit Fouls behelfen. Besonders Lehmann hatte es den nachsichtigen Manuel Gräfe zu verdanken, dass er nicht bereits vorzeitig den Pausentee einnehmen durfte. Wendt (40. Minute, über das Tor) und Traorè (42. Minute, Lattentreffer) hätten das Ergebnis ausbauen können.

Die abermals mangelnde Chancenverwertung sollte sich rächen. Zwar begann die zweite Halbzeit wie die erste, als Hazard erneut freistehend nach fünf Minuten vergab. In der Folge plätscherte das Spiel aber hin, bis plötzlich der Ball im Gladbacher Tor war. Heintz flankte aus dem Halbfeld und Modeste köpfte etwas glücklich den Ball zum Ausgleich ein. So einfach kann Fußball sein. Wer nun ein Aufbäumen der Fohlen erwartet hatte wurde enttäuscht. Zu kompliziert, mit wenig Elan agierte die Heimmannschaft in der Folge. Zwar erspielten sich die Borussen durch Wendt, Johnson und Stindel noch Chancen, aber insgesamt blieb vieles Stückwerk und auch Köln blieb stets gefährlich. So blieb es bis in die Nachspielzeit beim Unentschieden, bevor Risse mit einem Sonntagstor sogar noch die Punkte aus dem Borussenpark entführte. Wie schon zuletzt bei Frankfurt und Glasgow reichte auch Köln eine durchschnittliche Leitung, um die Borussia in Schach zu halten. Unterm Strich lieferte die Mannschaft wenig Argumente für ihren Trainer. Aufgrund der Länderspielpause und der entspannteren Personalsituation sind die bislang gegebenen Begründungen immer weniger plausibel. Die Luft wird für André Schubert sehr dünn werden.

 

 

 

Borussia: Sommer – Elvedi, Christensen, Vestergaard –Stobl, Dahoud (89. Jantschke) – Traoré (76. Johnson), Wendt - Stindl - Hazard (72. Hahn), Raffael

Köln: Kessler – Sörensen, Marvaj, Heintz – Hector, Lehmann (46. Rudnevs), Höger – Risse (93. Olkowski), Rausch – Osako (72. Özcan) - Modeste

Tore: 1:0 Stindl (32. Min.), 1:1 Modeste (59. Min.), 1:2 Risse (91. Min)

Gelb: Strobl - Sörensen, Heintz, Lehmann, Rudnevs, Hector

Rot: ./.

 


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