Die Siegesserie ist beendet. Zum ersten Mal konnte Borussia unter (Interims-)Trainer André Schubert in der Bundesliga nicht gewinnen. Schuld daran waren insbesondere die äußerst aggressiven Gäste, die sich mit ihrer dreckigen Spielweise über 92 Minuten stets am Rande der Legalität befanden und diese einige Male überschritten. Bei Borussia war Granit Xhaka von Beginn an bemüht, dies im Alleingang zu kompensieren. Schon nach 18 Minuten sah der Schweizer eine unnötige Gelbe Karte wegen Meckerns und auch im weiteren Spielverlauf war er regelmäßig bei allen strittigen Aktionen präsent, um Gegner und Schiedsrichter seine Meinung kundzutun. So war es fast ein Wunder, dass es 85 Minuten dauerte, ehe er wegen eines überharten Einsteigens im Mittelfeld mit Gelb-Roter Karte vom Platz gestellt wurde. So wichtig das "aggressive leading" in einem mental so schwierigen Spiel ist. Hier muss Xhaka weiterhin am richtigen Maß arbeiten, wenn er ein noch größerer Spieler werden möchte.

Ein großes Spiel war es nicht, das die rund 52.000 Zuschauer im Borussia-Park zu sehen bekamen. In Halbzeit 1 wurden sie überrascht durch die überraschend offensiv agierenden Gäste, die mit konsequentem Pressing zu Werke gingen und Borussia so überhaupt nicht zur Entfaltung kommen ließen. Da die Defensive aber gewohnt sortiert stand, war die Zahl brenzliger Situationen überschaubar und die Mannschaft rettete sich mit einem zu diesem Zeitpunkt glücklichen 0:0 in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel zollten die Schanzer dann dem hohen Tempo Tribut, das sie nicht länger halten konnten. Früh reagierte Schubert, indem er mit einem offensiven Wechsel (Drmic für Dahoud) die Weichen auf Angriff stellte. Wenngleich der Stürmer selbst nur wenige viel versprechende Aktionen kreieren konnte, sorgte dies für deutliche Belebung. In seiner besten Szene legte der Ex-Nürnberger nach 60 Minuten gekonnt auf Johnson, der den Ball aber nicht im Tor unterbringen konnte.

Im Folgenden entwickelte sich das Geduldspiel, das von Beginn an erwartet worden war. Doch es fehlte Borussia an geistiger und körperlicher Frische, um sich aus ihrer nunmehr bestehenden Überlegenheit noch mehr zwingende Torchancen zu erarbeiten. Auch die Gäste setzten sporadisch immer wieder überraschende Offensivakzente, verlegten sich nunmehr aber zunehmend darauf, durch Halten, Zerren, Klammern das Spiel des Gegners zu zerstören. 7 Gelbe Karten waren am Ende des Spiels die logische Folge. Ein konsequent pfeifender Schiedsrichter hätte an diesem Nachmittag aber mit Sicherheit nicht ausgerechnet nur einen Gladbacher vom Platz gestellt.

Auch die nur 2 Minuten Nachspielzeit, die Fritz den beiden Teams gewährte, waren keine Glanzleistung des Referees. Selbst nach dem Platzverweis blieb Borussia die tonangebende Mannschaft und kam in letzter Minute durch den eingewechselten Hazard sogar noch zu ihrer besten Torchance. Es sollte aber nichts sein mit dem 7. Sieg in Folge, der einen tabellarischen Sprung auf Platz 3 ermöglicht hätte. Aber auch so muss die Mannschaft am Ende einer solch anstrengenden Phase, die sie fast durchgängig mit derselben Aufstellung zu bestreiten hatte, mit einem Punkt gegen einen höchst unangenehm zu spielenden Gegner nicht gänzlich unzufrieden sein. Da Leverkusen und Wolfsburg ihre Spiele zeitgleich verloren, konnte auf diese beiden Konkurrenten um die internationalen Plätze sogar ein wichtiger Punkt gutgemacht werden.

Zumindest die international nicht eingebundenen Borussen haben jetzt 2 Wochen Zeit, um sich von den anstrengenden letzten Spielen zu erholen, und ab dem 21. November den nächsten Kraftakt zu bestreiten, wenn noch ein letztes Mal für dieses Jahr 8 Partien innerhalb von einem Monat zu bewältigen sein werden.

Borussia: Sommer - Nordtveit, Christensen, Dominguez, Wendt - Traoré (79. Hazard), Dahoud (51. Drmic), Xhaka, Johnson - Stindl, Raffael (88. Elvedi)

Ingolstadt: Özcan - Levels, Matip, Hübner, Suttner - Groß (67. Engel), Bregerie, Morales  - Hartmann (91. Christiansen), Hinterseer (76. da Costa), Leckie

Tore:  keine

Gelbe Karten: Xhaka, Dominguez - Leckie, Bregerie, Levels, Groß, Engel, Morales, Özcan

Gelb-Rote Karte: Xhaka

  • 21. Mai 2022 @ballreiter Timothée Kolodziejczak gefällt das!
  • 21. Mai 2022 @ballreiter Unterdessen weint Gernot Rohr.
  • 21. Mai 2022 Erstmals seit dem First Vienna FC im Oktober 1943 gewinnt mit RB Leipzig wieder ein Klub aus Österreich den deutschen Fussballpokal. #SCFRBL
  • 21. Mai 2022 @sternburgexport Silva, Laimer, Gvardiol hab ich nie gewoll' 🎶
  • 21. Mai 2022 Im Pokalfinale vor 30 Jahren war die reguläre Spielzeit schon vorüber und die Verlängerung brach an. #Servicetweet
  • 21. Mai 2022 @schomberg Ja. Wir haben über alle Jahre häufiger in Mensen orientierungslos über Stühlen gehangen als Dosen taurin…
  • 21. Mai 2022 @sternburgexport Welchen Schalker Stürmer mochtest du lieber, den Stefahschappüsatt oder Schappapapä?

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