Mit einer verdienten 1:2-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg ist das überschaubar erfolgreiche Fußball-Jahr 2016 für die Fohlenelf in angemessener Weise zuende gegangen. Gleichzeitig hat die Amtszeit von André Schubert mit diesem Abend einen unwürdigen Abschluss gefunden. Seine Fohlenelf half ihrem Sportdirektor mit einer über weite Strecken erschreckend uninspirierten Leistung, die längst überfällige Entscheidung in den nächsten Tagen ohne Gesichtsverlust bekannt geben zu können.

Nachdem die Leistungen der einstigen Mannschaft in den letzten Spielen immer katastrophaler ausgefallen sind, war zuletzt selbst dem letzten Kontinuität-Befürworter klar geworden, dass Schubert nicht über diesen Winter hinaus zu halten sein wird. Die Ablösung wird daher schon vor der Partie festgestanden haben, zumal die Spatzen bereits seit Tagen von den Gladbacher Dächern pfeifen, dass mit Dieter Hecking in den nächsten Tagen ein neuer Trainer im Borussia-Park vorgestellt werden soll.

So kam es an diesem Dienstagabend zu einem unwürdigen Schauspiel, den ungeliebten Noch-Trainer als lamest duck im Abschiedsspiel gegen den VfL Wolfsburg vorzuführen. Selbst ein überzeugender Sieg hätte Schubert nicht mehr retten können, aber selbst dieses Abschiedsgeschenk vermochte ihm sein Team nicht zu bescheren. Ganze drei Minuten dauerte es, ehe die Gäste den ersten von zahlreichen Abwehrschnitzern an diesem Abend ausnutzten und zum ersten Mal in Führung gingen. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit fiel Borussia nichts bis gar nichts ein, um sich gegen diesen neuerlichen Rückschlag zu wehren.

Erst nach dem Seitenwechsel änderte sich dies ein wenig. Die Fohlenelf trat jetzt etwas mutiger und zielstrebiger auf und kam folgerichtig zum Ausgleich durch Thorgan Hazard. Die Hoffnung auf ein kleines Weihnachtsmärchen währte aber nur kurz ehe Mario Gomez die nächsten Gladbacher Stellungsfehler zum 2:1-Endstand ausnutzte. Ausgerechnet Schuberts Dreierkette verursachte somit seine finale Niederlage. Dem Trainer ist es leider nie gelungen, seinen Spielern diese grundsätzlich hochmoderne Taktikvariante, die bei vielen europäischen Spitzenvereinen erfolgreich umgesetzt wird, zu vermitteln.

Es ist seinem Nachfolger zu wünschen, dass er seine Ideen erfolgreicher wird umsetzen können. André Schubert wäre ein früheres Ende seiner Amtszeit zu wünschen gewesen, um ihm die letzten trostlosen Auftritte zu ersparen. Trotz alledem gebührt dem ewigen Interimstrainer Dank für seine beeindruckende Aufholjagd im vergangenen Jahr, als er in zwei überragenden Monaten den Katastrophenstart unter Favre wettmachte und die Mannschaft sogar zurück in die Champions League führte.

Borussia: Sommer – Elvedi (83. Drmic), Christensen, Vestergaard – Korb, Strobl, Dahoud, Stindl (73. Hahn), Wendt – Hazard, Raffael

Wolfsburg: Benaglio – Bruma, Gustavo, Horn – Guilavogui, Caligiuri, Seguin (83. Blaszczykowski), Arnold, Draxler (91. Knoche), Gerhardt – Gomez (87. Mayoral)

Tore: 0:1 (3.) Caligiuri, 1:1 (52.) Hazard, 1:2 (57.) Gomez

Gelbe Karten: Stindl – Bruma, Arnold

Zuschauer: 47.067


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