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Sichtlich beeindruckt zeigten sich die Bayern. Ein Statement wollten sie setzen, stattdessen bekamen sie die Stirn geboten. „Gladbach kann die zweite Kraft der Liga werden“ lobte Philipp Lahm nach dem Spiel des Meisters bei der Borussia. Ein schönes Lob. Ein gefährliches Lob, denn der Fußballfriedhof ist voll mit Vereinen, die den Bayernlob empfangen haben. Bei der Borussia blieb man entsprechend reserviert, bedankte sich artig und behielt ansonsten die Bodenhaftung. Den vergifteten Kelch des Bayernverfolgers ließ man nur zu gerne ziehen. Doch nach den letzten Bundesligaauftritten scheint es fast so, als hätte der ein oder andere heimlich daran genippt.

Grundlegend falsch wäre es, Überheblichkeit als Grund für die letzten beiden Niederlagen auszumachen. Die Borussia spielte nicht pomadig, sie spielte unkonzentriert. Es ist mit Blick auf das bereits erreichte Programm auch nicht wirklich verwunderlich, wenn Kraft und Konzentration an einem bestimmten Punkt nachlassen. Zur Erinnerung: In den vergangenen drei Monaten hat die Borussia nicht weniger als 21 Pflichtspiele absolviert, mehr als jedes andere Team.  Im DFB-Pokal überwintert man, in der EuroLeague ist man Tabellenführer, in der Bundesliga Dritter  - und das bei nur 2! Niederlagen. Es würde schon an Übermenschlichkeit grenzen, wenn die Mannschaft Konzentration, Kraft und Leistung in allen Spielen am Limit halten könnte – zumal die Borussia bislang nicht „am“, sondern sogar „über“ dem Limit gespielt hat. Diese Sicht mag dem einen oder anderem ungeduldigen Fan zwar nicht gefallen, doch ein Blick auf die unterschiedlichen Kader und finanziellen Ausstattungen der Konkurrenz zeichnet eben – ganz realistisch betrachtet – ein nüchterneres Bild. So ist es denn auch kein Zufall, dass die letzten beiden Niederlagen genau in den Zeitraum fielen, als mit Kramer und Stranzl gleich zwei Eckpfeiler der Mannschaft angeschlagen waren, bzw. komplett ausfielen. Dass der Kader an Qualität zugelegt hat, zeigt die bislang beeindruckende Meisterung des Mammutprogramms. Allerdings ist er besonders in der Defensive qualitativ noch nicht so besetzt, dass gleich mehrere Schlüsselspieler problemlos ersetzt werden könnten.

Der Weg in den letzten Jahren war atemberaubend steil und erfolgreich und die augenblickliche Position im oberen Tabellendrittel ist verdient und die Konsequenz eines kontinuierlichen Handelns. Kurz: Man hat es sich verdient dort zu sein, wo man ist! Allerdings ist man ebenso noch weit davon entfernt, ein „Bayernjäger“ zu sein. Den gibt nun der VfL Wolfsburg und tut dies bislang in beeindruckender Manier. Denn auch die Niedersachsen stehen verdient dort, wo sie stehen – auf Platz 2.  Grau, wie eben Werksvereine sind, haben wohl die wenigsten wahr genommen, wie die Truppe um Dieter Hecking nach einem durchwachsenen Start eine Serie von sechs Bundesligasiegen in Folge hinlegte und erst am vergangenen Samstag in Gelsenkirchen unglücklich gestoppt wurde. Der jüngste Erfolg führte sogar dazu, dass mit Robin Knoche ein Wolfsburger Eigengewächs in die Nationalmannschaft berufen wurde. Verdient, wenn auch verwunderlich, da Wolfsburg außerhalb des vom Bundestrainer bevorzugten südwestdeutschen Raums liegt. Das mit Maximilian Arnold ein zweites Eigengewächs nicht zum tragen kommt, liegt daran, dass der Wolfsburger Erfolg eng mit Kevin de Bruyne verbunden ist. Der Belgier ist Dreh- und Angelpunkt in seiner Mannschaft und macht oft genug den Unterschied aus.

Für die eher abergläubischen Zeitgenossen gibt dieses Spiel im Übrigen so einiges her. Spiele in Wolfsburg hatten oft eine besondere Note. 1998 schaffte man mit einem 2:0-Erfolg den nicht mehr für möglichen Klassenerhalt. Im gleichen Jahr beschleunigte ein 1:7-Debakel aber auch den bitteren Niedergang, welcher mit dem ersten Abstieg endete. 2008 startete dort völlig überraschend die Bundeliga-Karriere von Frederic Löhe (und endete im gleichen Spiel). 2009 deutete ein gewisser Bobadilla mit einem Hackentrick an, dass Fußball mit Köpfchen nicht seine Sache ist. 2014 zeigte sich schließlich, dass Lucien Favre eben doch Recht hat, wenn er auf das höhere Potential der Niedersachsen verweist. Das Endspiel um den Direkteinzug in die EuroLeague gewannen die Hausherren überlegen. Noch mehr? Am Samstag pfeift Wolfgang Stark. Auf den trafen die Fohlen zuletzt… in Wolfsburg. Unter seiner Leitung gab es für die Borussen selten was zu holen. Doch es geht auch positiv. Fehlen wird am Sonntag Granit Xhaka aufgrund seiner gelb-roten Karte. Dies passierte ihm zuletzt in Freiburg, als die Rheinländer völlig desaströs eine 1:0 Halbzeitführung aus der Hand gaben. Damals schoss Nordveit sein letztes Tor. Ohne Xhaka gewannen die Borussen im nächsten Spiel völlig unerwartet mit 1:0 auf Schalke, die wiederum in der Vorwoche nach langer Erfolgsserie ihre erste Niederlage eingesteckt hatten – so wie Wolfsburg in der letzten Woche. Wer also abergläubisch ist, sollte nun bis Sonntag seine Voodoo-Puppe aus dem Schrank holen.

 

Wolfsburg: Benaglio - S. Jung, Naldo, Knoche, Rodriguez - Malanda, Guilavogui - De Bruyne, Hunt, Perisic - Olic

Borussia: Sommer - Korb, Stranzl, Jantschke, Alvaro Dominguez - Nordtveit, Kramer - Hahn, Herrmann - Raffael - M. Kruse

 

Tipps:

Michael Heinen: Die 2. Halbzeit vom Donnerstag macht Mut, dass Borussia zurück in die Spur gefunden hat. Leider erhält diese Hoffnung am Sonntag wieder einen kleinen Dämpfer, denn in Wolfsburg gibt es beim 1:2 nichts zu holen.

Thomas Häcki: Wolfsburg ist im Moment eine Nummer zu hoch und lässt bei 4:1 nichts anbrennen. Das ist traurig, aber auch kein Drama. Denn Favre wird die Fohlen wieder in die Spur bringen und im oberen Tabellendrittel weiter etablieren. Nur eben noch nicht am Sonntag.

Christoph Clausen: Zweimal 2:2 hintereinander? Nehmen wir auch. In einem spannenden Spiel trennen sich die Borussia und die Finanzgedopten mit einem alles in allem leistungsgerechten Remis.

Christian Spoo: Der Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte von Villarreal zum Trotz holt Borussia in Wolfsburg nichts. VW ist einfach zu gut für die xhakalosen Gladbacher und gewinnt mit 3:1.

  • 23. September 2021 Er hat drei Tage, um in ihrer Stadt zu bleiben. #LRT
  • 23. September 2021 RT @DynamoDresden: Ibrahima #Traoré stellt sich ab Donnerstag für drei Tage im Rahmen des Trainingsbetriebes bei der SGD vor. Der Außenbahn…
  • 23. September 2021 @hannoderbus Werner Föckler (Weisenheim)
  • 23. September 2021 @Peter_Ahrens Gehen inzwischen alle Hauptstadtborussen immer zu TeBe?
  • 23. September 2021 @AngryZorniger MV hätte es geliked!
  • 23. September 2021 @Neun_Drei Na siehste, Ihr Bruder ist jetzt Deutschlands U21-Nationaltrainer!
  • 23. September 2021 @schomberg @s_hermanns 1984 war leider nur fast ein super Jahr.

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