Auch wenn Borussia Mönchengladbach mit Tabellenplatz 9 derzeit gemessen an den eigenen Ansprüchen „nur“ im Mittelfeld der Tabelle rangiert – selten war vor einem Bundesligaspiel die Favoritenrolle klarer auf Seiten der Gladbacher als sie das morgen sein wird.

Bereits in der Sommerpause und auch zum Zeitpunkt unseres Bundesliga-Checks war klar, dass der Bundesligaaufsteiger aus Fürth es vermutlich schwer haben würde. Bereits der Aufstieg war eine faustdicke Überraschung. Der Abgang von Spielern wie Raum und Stach, erstgenannter bei Hoffenheim mittlerweile sogar zum Nationalspieler gereift, kombiniert mit dem Ausbleiben bundesligaerfahrener Verstärkungen hat die Mannschaft nicht stärker gemacht. Man kann annehmen, dass dies den Verantwortlichen auch bewusst war. Dennoch – dass nach 11 Bundesligaspielen nur ein einziger magerer Punkt, errungen am 2. Spieltag im Heimspiel gegen Bielefeld, auf der Habenseite stehen würde, hat man sich sicher nicht vorgestellt. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass in Franken mittlerweile jede Aufstiegseuphorie verpufft ist und die Devise mittlerweile lautet, nicht alle Negativrekorde der Bundesliga brechen zu wollen – so Trainer Leitl in der jüngsten Ausgabe des Kicker.  

Dennoch haben sowohl Adi Hütter als auch Max Eberl – letzterer mit einer Vergangenheit als Spieler in Fürth – vor dem Spiel am Samstag zurecht darauf hingewiesen, dass der kommende Gegner zuletzt stärker geworden ist und einige Spiele eher unter Wert abgegeben hat – so war die in der Nachspielzeit erlittene Heimniederlage gegen Frankfurt extrem unglücklich. Und: Vergessen wir Hrgota nicht!

Aber trotzdem – auch wenn Borussia mit Beyer, Elvedi, Embolo, Jantschke und Lainer fünf Verletzte zu beklagen hat, von denen vier jederzeit Startelfkandidaten sind: Ohne Wenn und Aber bleibt Borussia Mönchengladbach am Samstag der klare Favorit. Und so wird es am Samstag darum gehen, diese Favoritenstellung zu bestätigen, aufzutreten wie ein Favorit. Denkbar, dass das ein zähes und unangenehmes Spiel wird, in dem der Gegner agiert wie andere Gegner, die sich für Borussia Mönchengladbach als äußerst unangenehm erwiesen haben. Wenn sich die Tendenz der letzten Wochen fortsetzt, in denen man den Eindruck haben konnte, dass sich die Kombination Gladbach-Hütter so ganz allmählich findet und festigt, wird die Mannschaft dafür Lösungen finden.

thuramDefensiv stellt sich die Mannschaft selbst auf. Egal ob in einer Dreier- oder Viererkette formiert – Scally, Ginter, Bensebaini und Netz werden auf dem Platz stehen, natürlich auch Zakaria.  Bei der Besetzung der zweiten Sechserposition hängt es vermutlich an den Trainingsleistungen, ob der zuletzt unglücklich agierende Neuhaus nach einem – so Hütter – äußerst fruchtbaren Gespräch mit dem Trainer eine neue Chance in der Startelf erhält oder ob wieder Koné zum Einsatz kommt. Davor dürften Stindl, Hofmann, Plea und Thuram gesetzt sein. Insbesondere Marcus Thuram – der laut Trainer die Länderspielpause gut genutzt hat, um wieder vollends fit zu werden – könnte gegen einen tief stehenden Gegner eine Schlüsselrolle zukommen, sind es doch in der Vergangenheit oftmals seine Flankenläufe gewesen, die in eher statischen Spielen einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet haben, an sich stabil stehende Abwehrreihen aufzubrechen.

Der SEITENWAHL-Tipp:

Uwe Pirl:  Pflichtsieg. 2:0.

Christian Spoo: Einfach ist nichts für Borussia. Auch nicht das vermeintlich leichteste Spiel der ganzen Bundesliga-Saison. Aber drei Punkte sind drei Punkte, und die gibt es auch für den mühseligen 2:1-Sieg.

Michael Heinen: Es wird mal wieder Zeit für einen klaren Heimsieg: Borussia gewinnt 3:0.

Claus-Dieter Mayer: Wie schon bei Schalke im Vorjahr fragt sich die ganze Liga, welches Team so dumm sein wird, als Erstes gegen Fürth zu verlieren. Nach einem glanzlosen 2:0-Sieg, können wir zumindest erleichtert festhalten, dass es nicht die Borussia ist.

Thomas Häcki: Fürth spielt mutig, aber der Qualitätsunterschied bleibt deutlich. Die Borussia gewinnt 3:1, weil man einmal den Hrgota vergisst.


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