Das Transferfenster klemmt bisher bei Borussia. Die erwünschten großen Transfers mit entsprechenden Einnahmen bzw. Ausgaben deuten sich bestenfalls an. Stattdessen tut sich etwas bei den Ergänzungsspielern. Laszlo Benes ist ab sofort keiner mehr, er ist zum Hamburger SV gewechselt. Dessen Trainer Tim Walter hat mit Benes schon zusammengearbeitet, als Borussia den Slowaken zu Holstein Kiel verliehen hat. Seinerzeit vermochte Benes in der Zweiten Liga zu überzeugen, mehr als bei seiner zweiten, bundesligainternen Leihe nach Augsburg. So ist zu hoffen, dass der hochveranlagte Fußballer beim HSV jetzt sein Glück findet. Fußballerisch brachte er alles mit, seine Standards waren Waffen, von der Physis her, vor allem läuferisch, reichte es letzten Endes aber nicht für die Ansprüche, die Borussia bisher noch hat.

Einen Tag nach dem Bekanntwerden des Benes-Abgangs unterschreibt nun ein junger Mittelfeldspieler aus Dänemark einen Profivertrag in Mönchengladbach. Oscar Fraulo kommt vom FC Midjylland, wie einst Morten Skoubo und zuletzt Andreas Poulsen. Fraulo ist 18 Jahre alt, hat bei seinem Ausbildungsverein in Jütland bisher ein Europapokal- und drei Erstligaspiele absolviert und hat ansonsten in den Jugendmannschaften von Midjylland gespielt, ebenso in mehreren dänischen Auswahlteams. Bei Borussia erhält er einen Vierjahresvertrag.

Oscar Fraulo gilt als Spieler mit guter Übersicht und klarem Passspiel. Beobachter sagen, er könne Spiele "lesen". Allerdings ist er physisch auf den ersten Blick zurzeit noch nicht stärker, als es Laszlo Benes war. Hier wird sich Fraulo entwickeln müssen, wenn er es bei Borussia weiter bringen soll, als sein unmittelbarer Vorgänger. Denn als Vorgänger muss Benes wohl gelten, auch Fraulo dürfte in erster Linie für das zentrale defensive Mittelfeld in Frage kommen. Wenn er an Tempo und "Körper" zulegt, könnte er perspektivisch möglicherweise auch die Position hinter den Spitzen bekleiden.

Finanziell dürfte sich das Risiko in Grenzen halten. Fraulo ist dem Vernehmen nach deutlich günstiger, als es seinerzeit Andreas Poulsen war. Der hatte beim Wechsel von Midjylland nach Mönchengladbach mehr Profierfahrung, konnte sich aber zu keinem Zeitpunkt durchsetzen. So muss Poulsen, der Stand heute immer noch Spieler von Borussia ist, wohl inzwischen als eines der größeren Missverständnisse in der Transferhistorie von Borussia Mönchengladbach angesehen werden. Deswegen ist es sicher richtig, dass Roland Virkus die Erwartungen an Oscar Fraulo herunterschraubt. Er bezeichnet das dänische Talent als ambitioniert, legt die Latte aber bewusst tief: Fraulo müsse erst einmal ankommen und von den erfahrenen Spielern lernen. Sollte der erste echte Neuzugang des Sommers es direkt in den Bundesligakader schaffen, wäre das sicher eher überraschend, als wenn er seine Sporen erst einmal bei Eugen Polanski in der U23 verdienen müsste.

 


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