“Manchester, so much to answer for…” nölte vor mehr als 3 Jahrzehnten Smiths-Sänger Morrissey auf der Debut-LP seiner Band. Einige Fragen zu Manchester und ihrem Auftreten dort hat sicher auch die Borussia aus Mönchengladbach zu beantworten. Der Hauptschuldige an der deftigen 4:0 Niederlage war schnell gefunden: der einfach viel zu gute Gegner. "Sie sind zwei, drei Schritte weiter" kommentierte Max Eberl und Andre Schubert sagte “Wir waren dem Druck und der Klasse des Gegners nicht gewachsen.“

 

Schaut man sich die Rahmendaten an, so war dies in der Tat kein fairer Vergleich angesichts der enormen Summen die City seit Jahren in die Mannschaft steckt, allein in diesem Sommer waren es über 200 Millionen Euro. Nun gibt es diverse englische Teams die seit Jahren Topspieler anhäufen und sammeln, ohne dass sich der Erfolg damit automatisch einstellt, aber Man City hat in diesem Sommer auch das Kunststück geschafft mit Pep Guardiola einen der besten Trainer der Welt zu engagieren, dessen Wirken man der Mannschaft schon jetzt anmerkt. War City in den letzten Jahren eine hervorragend besetzte Mannschaft von Einzelkünstlern, ist man nun ein gut strukturiertes Team mit einer klaren Spielphilosophie. Es mag 

überraschen, dass Guardiola dem Team nicht den Tika-Taka seiner Barcelonatage oder den oft zähen Breitwandfussball den Bayern München daraus machte, verpasst hat sondern ein sehr vertikal orientierter schneller Angriffsfussball gepflegt wird. Es war fast ein wenig schockierend als Mitte der ersten Hälfte bei totaler Spielkontrolle von Man City der Ballbesitz der Heimmannschaft mit nur 51% angegeben wurde. Auf jeden Fall war das was City bot Fussball auf höchstem Niveau und das Team ist mit Sicherheit nicht nur einer der Favoriten auf den englischen Titel sondern auch ein Kandidat für den CL-Titel.

 Bei solch einer Spitzenmannschaft kann man verlieren, auch mit 4:0, aber wie diese Niederlage zustande kam lässt doch einige Fragen offen. Das mindeste, was man gegen einen überlegenen Gegner tun kann, ist es diesem das Leben so schwer wie möglich zu machen, aber das tat die Borussia zu keiner Zeit. Für einige ist das schuldige Element dabei die 3er-Kette, die nach 5 Jahren Favreschem 4-4-2 manchen immer noch als Sakrileg erscheint. Und in der Tat, schien nach der Umstellung auf Viererkette nach Korbs Einwechslung etwas mehr Stabilitåt in der Defensive zu herrschen. Auf der anderen Seite spazierten die Mancunians auch in der zweiten Hälfte durch unsere Defensive wann immer ihnen danach war, so das dies kaum das Allheilmittel war. Unabhängig von 3er oder 4er-Kette muss eine Verteidigung gegen eine so gut besetzte Mannschaft einfach kollektiv arbeiten, die Räume eng machen. Das funktionierte aber überhaupt nicht, City konnte ein ums andere mal mit  Platz und Tempo auf die hilflose Abwehrreihe Borussias loslaufen. Schubert sagte nach dem Spiel, dass man im Eins zu Eins nicht gut genug gewesen wäre, aber gegen eine Mannschaft wie Man City sollte man es gar nicht erst auf das Eins zu Eins ankommen lassen, sondern hat nur im Kollektiv eine Chance.

 Man sollte allerdings nicht nur auf der Defensive rumhacken, denn auch offensiv gelang wenig. Während in der ersten Halbzeit zumindest der Versuch etwas zu erreichen, deutlich zu spüren war, kam nach der Pause fast gar nichts mehr und das obwohl Manchester merklich einen Gang zurück schaltete und der Borussia immer wieder den Ball überliess den diese aber stets nach wenigen Ballkontakten brav zurück gab. Das Wort „dahinplätschern“ sollte in einem CL-Match, bei dem es nur 2 Tore Unterschied und noch  mehr als eine halbe Stunde Spielzeit gibt, tabu sein, aber genau das tat die Partie. In keiner Phase schien die Borussia ein ernsthaftes Interesse an einem Anschlusstreffer zu haben , auch wenn das ein Wendepunkt im Spiel hätte sein können. Es schien nur noch darum zu gehen das Ergebnis nicht allzu schlimm zu halten und selbst das gelang am Ende nicht so richtig.

 Alles in allem also ein sehr frustrierender Abend im Etihadstadion, den man etwas einfacher mit „Mund abwischen“ abtun könnte, wenn man nicht nur Tage vorher auch in Freiburg ohne grosse Chancen untergegangen wäre. Die Euphorie nach der sehr guten Leistung gegen Leverkusen im ersten BL-Spiel ist für das Erste auf jeden Fall einer gewissen Skepsis gewichen. Schon am Samstag hat die Borussia die Chance gegen Bremen einige dieser Zweifel zu zerstreuen.

 

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