Schalke 04Die lange Geschichte tragischen Gladbacher Scheiterns in europäischen Wettbewerben ist um ein Kapitel reicher. Durch zwei überaus unglückliche Gegentore kam die Borussia zuhause gegen Schalke 04 über ein 2:2 nicht hinaus. Die Schalker ziehen damit dank des mehr erzielten Auswärtstores ins Viertelfinale ein. Gladbacher Chronisten können den sattsam bekannten Schlagwörtern Büchsenwurf und van der Kroft künftig um die Begriffe Maulwurfshügel und Clattenburg ergänzen.

Dabei sah in der ersten Halbzeit noch vieles nach einem Gladbacher Sieg aus. Zwar vergab Drmic nach einer guten Viertelstunde völlig freistehend noch die Führung. Die besorgte in der 27. Minute dann Christensen, freilich unter tatkräftiger Mitwirkung von Höwedes, der den Ball unhaltbar gegen die Laufrichtung Ralf Fährmanns abfälschte. Die Schalker drückten mit einiger Entschlossenheit auf den Ausgleich und kamen auch schnell zu zwei guten Gelegenheiten. Sommer aber parierte stark gegen Goretzka und Choupo-Motings Schuss war etwas zu hoch angesetzt. Danach beruhigte sich die Partie. Die Borussen zogen sich zurück und bescherten Schalke, was Hans Meyer eine „Scheinüberlegenheit“ zu nennen pflegte: viel Ballbesitz und mancherlei harmlose Torschüsse, die sich zwar in der Statistik gut machen, aber eher Symptom von Ideenlosigkeit waren. Ernstzunehmende Chancen waren Mangelware. Weil die Gladbacher ihrerseits sich bietende Konterchancen zu ungenau ausspielten, schien alles auf einen 1:0-Pausenstand hinauszulaufen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte aber der große Auftritt von Mo Dahoud: Mit einer überaus tückischen Bogenlampe aus zwanzig Metern düpierte der Deutsch-Syrer Ralf Fährmannn. Den schnellen Gegenstoß hatte Christensen mit einer hellwachen Balleroberung gegen Choupo-Moting eingeleitet.

Ein Platzfehler brachte die Gäste zurück ins Spiel. Goretzkas eigentlich harmlosen Schuss hätte Yann Sommer problemlos pariert, wäre der Ball nicht durch eine Unebenheit einige Meter vor ihm unkalkulierbar in die Höhe geschnellt. Eine groteske Elfmeterentscheidung schenkte den Gästen den Ausgleich. Dahoud hatte zuvor zwar den Ball mit dem Arm berührt, sich dabei aber sichtlich alle Mühe gegeben, den ohnehin eng am Körper angelegten Arm noch wegzuziehen. Absurderweise wertete der englische Schiedsrichter Mark Clattenburg die Szene dennoch als absichtliches Handspiel. Bentaleb verwandelte sicher.

Wie nicht anders zu erwarten, entwickelte sich die Partie nun zum offenen Schlagabtausch. Die Borussia drängte zwar mit viel Moral auf die erneute Führung, fand aber gegen aufopferungsvoll verteidigende und ihrerseits immer wieder gefährlich konternde Schalker letztlich kein Mittel. Kurz vor Schluss wurde Max Eberl nach wütender Reklamation von Mark Clattenberg des Innenraums verwiesen.

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Jantschke, Christensen, Vestergaard, Wendt – Kramer (46. Strobl), Dahoud – Hermann, Johnson (17. Hofmann) – Raffael, Drmic (83. Drmic).

Schalke 04: Fährmann – Kehrer, Höwedes, Nastasic, Kolasinac – Geis (46. Meyer), Bentaleb (79. Stambouli) – Caligiuri (88. Schöpf), Goretzka, Choupo-Moting – Burgstaller.

Tore: 1:0 Christensen (27.), 2:0 Dahoud (45.), 2:1 Goretzka (54.), 2:2 Bentaleb (68., “Hand”-Elfmeter).

Gelbe Karten: Jantschke, Vestergaard, Wendt, Raffael – Caligiuri, Choupo-Moting.

Schiedsrichter: Mark Clattenburg (England).

Zuschauer: 46.000.

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