Es könnte ein hochemotionales Spiel werden, am Samstag im Borussia-Park. Die definitiv letzte Vorstellung des besten Torhüters, der je das Trikot mit der Raute getragen hat, vor heimischem Publikum. Dazu voraussichtlich die letzte Partie eines der besten Feldspieler, der je bei Borussia unter Vertrag stand. Und auch für einen der zuverlässigsten Abwehrspieler der jüngeren Geschichte könnte es am Samstag das Abschiedsspiel sein. Aber die Personalien ter Stegen, Arango und Brouwers treten in den Hintergrund, angesichts dessen, um das es für Borussia sportlich noch geht.

Ein Sieg gegen Mainz 05 und dem Team ist Platz sechs sicher. Das bedeutete auch rechnerisch die definitive Qualifikation für das internationale Geschäft und gleichzeitig die Erlaubnis, erst in der letzten Runde vor der Gruppenphase in den Wettbewerb einsteigen zu müssen. Zudem hielte Borussia sich die Option auf Platz fünf und damit den direkten Einstieg in die Gruppenphase offen und bei gutem Verlauf des Spieltages immer noch die Chance auf die Champions League.

Man tut also gut daran, die vor dem Spiel obligatorisch zu verteilenden Blumensträuße schnell beiseite zu räumen und sich vorerst weiter auf das Sportliche zu konzentrieren. Denn mit Mainz 05 kommt eine der aktuell besten und konstantesten Mannschaften der Liga in den Borussia-Park. Platz vier in der Rückrundentabelle bis zu diesem Zeitpunkt (Borussia ist Zehnter), wie Borussia schon so gut wie sicher für Europa qualifiziert und das mit einem Kader, der auf dem Papier sicher nicht besser ist, als der Gladbacher.

Zwei seiner besten Spieler allerdings fehlen Trainer Thomas Tuchel zum Abschluss der Saison: Torjäger und Nationalspieler Nicolai Müller ist am Knie verletzt, Außenverteidiger Joo-Ho-Park ist nach einer Fuß-Operation schon in seine Heimat geflogen und hofft noch auf eine rechtzeitige Genesung zum Start der Weltmeisterschaft.

Dagegen kann Innenverteidiger Nico Bungert wieder mitwirken, seine Rotsperre aus dem Dortmund-Spiel ist verbüßt. Allerdings hat Tuchel nach dem überzeugenden Auftritt seiner Mannschaft im Heimspiel gegen Nürnberg keinen wirklichen Grund, personell umzustellen.

Das gleiche gilt für Lucien Favre. Sein Team geht mit dem Rückenwind des Überraschungssieges auf Schalke in das letzte Heimspiel der Saison. Über 96 Minuten bot Borussia in Gelsenkirchen eine konzentrierte und engagierte Leistung. Zwar hat Favre im Defensivbereich zahlreiche Möglichkeiten, es gibt aber keine Notwendigkeit, etwas zu ändern. So wird Roel Brouwers allenfalls als Einwechselspieler die Gelegenheit bekommen, sich vom Gladbacher Publikum zu verabschieden, so nicht Borussia auf den letzten Metern noch zur Besinnung kommt und dem langgedienten Innenverteidiger, der bei Bedarf immer zur Stelle war und dessen Bundesligatauglichkeit außer Frage steht, doch noch einen neuen Vertrag anzubieten.  Auch Oscar Wendt und Filip Daems dürften wieder auf der Bank Platz nehmen müssen, nachdem Alvaro Dominguez auf „ihrer“ Position links hinten auf Schalke so überzeugend reüssierte. Hauptaufgabe der Defensive dürfte es sein, den flinken Mainzer Torjäger Shinji Okazaki in Schach zu halten.

Für das defensive Mittelfeld wäre Granit Xhaka nach gelb-rot-Sperre wieder eine Option, allerdings harmonierten Havard Nordtveit und Christoph Kramer auf Schalke gut und der oft allzu selbstbewusste Schweizer dürfte sein Standing bei Lucien Favre mit seinem verbalen Amoklauf nach dem Platzverweis von Freiburg nicht gerade verbessert haben.

Vor dem Aufeinandertreffen beider Teams in der Hinrunde trennten elf Punkte die Kontrahenten, heuer sind es derer zwei. Und mit einem 0:0 wie im Hinspiel ist keiner der Mannschaften wirklich geholfen. Man darf also ein spannendes und intensives Spiel erwarten, an dessen Ende das Mönchengladbacher Publikum sich dann hoffentlich bester Stimmung von den drei langjährigen Leistungsträgern verabschieden kann – oder noch besser, an dessen Ende die Grundlage dafür geschaffen ist, dass zumindest Juan Arango noch ein oder zwei weitere Jahre für Borussia spielen darf. Denn für Europa braucht man einen breiten Kader...

 

Aufstellungen

Borussia: ter Stegen – Korb, Stranzl, Jantschke, Dominguez – Nordtveit, Kramer – Herrmann, Arango – Raffael, Kruse

Mainz: Karius – Pospech, Bell, Noveski, Junior Diaz – Geis, Soto – Moritz, Malli, Choupo-Moting – Okazaki

 

Seitenwahl-Prognose

Christoph Clausen: Lucien Favre wird manchmal vorgeworfen, Gegner unnötig stark zu reden. Bei den Mainzern erübrigt sich diese Diskussion, denn das Team von Thomas Tuchel spielt ohne jeden Zweifel eine ganz starke Saison. In einer intensiven Partie wird die Borussia bis an ihre Grenzen gehen müssen, um hoffentlich am Ende einen 2:1-Sieg bejubeln zu dürfen.

Michael Heinen: Auch schwere Spiele können gewonnen werden, wie sich letzte Woche nachweisen ließ. Borussia siegt mit 2:1, sichert sich Platz 6 und darf bis zum letzten Spieltag von der Champions League träumen.

Christian Spoo: Die Ausgangsposition ist eine völlig andere, als die vom vergangenen Sonntag. Diesmal erwartet das Publikum einen Gladbacher Sieg, eine Niederlage würde für Borussia Platz Sieben und damit zwei Qualifikationsrunden für die Europa-League zementieren. Dieser Druck macht sich bemerkbar, irgendwann kann das Team ihn aber abschütteln und ringt Mainz mit 2:1 nieder.

Thomas Häcki: Nach dem Überraschungssieg auf Schalke wurde ich gebeten, wieder 1:3 zu tippen. Das tue ich hiermit. Wenn im Falle eines Sieges jemand meint, dies sei mir zu verdanken, hat er natürlich recht.

Christian Heimanns: Die Aussicht, eine gute Saison noch verbessern zu können, beflügelt die Borussen zu einem 2:1 Sieg. ...steht schon drei mal da? Dann muss es ja stimmen.

 

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