Nach dem erfolgreichen 4:2-Heimsieg über Schalke 04, dem intensiven 1:1 bei Schalke 04 und vor dem bedeutsamen Europa-League-Rückspiel gegen Schalke 04 bietet sich Borussia am heutigen Sonntag ein kleiner Hamburger-Snack zwischendurch. In der Meisterschaft bekommen die Hanseaten ihre Chance auf Revanche für das 1:2-Pokalaus an gleicher Stelle vor nur 11 Tagen. Auch wenn die starke Form der letzten Wochen für die Fohlenelf spricht, so sollte nicht automatisch von einem weiteren selbstverständlichen Auswärtssieg ausgegangen werden.

Der HSV ist nämlich besser in Form als es das Pokalspiel oder das vorherige 0:8 bei den Bayern vermuten ließe. Zuhause konnten sie zuletzt u. a. die rheinischen Nachbarn aus Köln und Leverkusen und zuletzt Hertha BSC schlagen. In den letzten 7 Ligaspielen ist der HSV daheim ungeschlagen und konnte dabei 5 Siege verbuchen. Borussia hingegen reist mit der nicht minder imposanten Statistik von 7 Auswärts-Pflichtspielen ohne Niederlage an. Der 7-Siege-Rekord wurde ihnen auf Schalke zunichte gemacht. Dort hatte man es einem überragenden Yann Sommer zu verdanken, nicht gar als Verlierer vom Platz zu gehen.

Auf Schalke gelang es der Elf von Dieter Hecking erstmals nicht, in der 2. Halbzeit zuzulegen. Vielmehr drängte sich in den letzten 20 Minuten der Eindruck auf, die Mannschaft könnte ob der zahlreichen Spiele in den letzten Wochen erste Zeichen der Ermüdung aufweisen. Die Partie in Hamburg wird darüber weitere Aufschlüsse geben. Dass diese bereits drei Tage nach der intensiven Europapokalnacht stattfindet, ist zumindest einmal kein Vorteil für Borussia. Es sollte aber auch nicht als Alibi herhalten, denn bisher ist Hecking sehr gut damit gefahren, über die Belastung seiner Akteure nicht zu sehr zu lamentieren.

Personell wird er vermutlich mit einer weiteren Mini-Rotation reagieren. Herrmann und Hofmann könnten wieder die Plätze tauschen, ggf. erhält sogar André Hahn einen weiteren Startelf-Einsatz. Sein Problem ist aber, dass er zentral am stärksten ist und hier das Duo Raffael/Stindl im Normalfall gesetzt sein sollte. Defensiv könnte Christensen für Kolo zurück ins Team rücken. Der polnische Franzose hatte zwei unglückliche Debüt-Auftritte in der vergangenen Woche, vermochte sich aber am Donnerstag in Halbzeit 2 zu steigern, sodass Hoffnung auf Besserung besteht, wenn er erst einmal etwas mehr Spielpraxis hat. Ob er der Mannschaft in den kommenden Wochen schon helfen kann, erscheint ein Stück weit fraglich.

Beim HSV besteht dagegen Hoffnung auf eine Rückkehr von Djourou, der bei seinen letzten Auftritten vor der Verletzung kein so großer Stabilitätsfaktor gewesen war. Ein Fragezeichen steht noch hinter Müller, der ggf. durch Kostic ersetzt werden könnte.

Durch die Auftritte von Wolfsburg und Bremen an diesem Wochenende steht der HSV unter Druck und benötigt dringend einen Sieg um mit den Nordrivalen punktemäßig gleichzuziehen. Komfortabler ist die Situation für Borussia, die mit einem Sieg auf Platz 6 vorsprinten könnte und dabei u. a. den 1.FC Köln hinter sich lassen könnte.

HSV: Adler – Diekmeier, Papadopoulos, Jung, Ostrzolek – Hunt, Ekdal, Wallace, Holtby, Kostic  – Wood

Borussia: Sommer – Jantschke, Vestergaard, Christensen, Wendt – Dahoud, Kramer – Herrmann, Johnson – Raffael, Stindl

Seitenwahl-Tipps

Michael Heinen: Borussia hat Glück, nicht mit einer Niederlage aus Hamburg abreisen zu müssen. Am Ende reicht es zu einem 1:1, mit dem beide Seiten leben können.

Thomas Häcki: HSV, Schalke, Schalke, HSV, Schalke.... das klingt wie ein Morsealphabet. SOS musste der Dino zuletzt aber immer weniger funken. Auch am Sonntag wird sich die gute Form bemerkbar machen und die Fohlen werden über das 2:2 alles andere als unglücklich sein.

Christian Spoo: Schalke im Kopf, Hamburg auf dem Platz. Schlechte Voraussetzungen für Borussia, die deswegen mit 1:2 verliert. 


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