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Borussia statt Boris Becker |
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Geschrieben von Christoph Clausen
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Dienstag, 31 August 2010 |
Es gibt gute Gründe, nicht Boris Becker sein zu wollen. Einer davon ist, dass Becker solche Augenblicke nicht mehr erlebt, wie sie den Anhängern von Borussia Mönchengladbach am Sonntag geschenkt wurden. Außenseiter war Becker zuletzt bei seinem ersten Wimbledonsieg, aber das ist lange her und taugt nur noch zur fernen Erinnerung in einer Bierwerbung. Seitdem ist Becker die Rolle des Favoriten gewohnt, nach der aktiven Karriere vornehmlich in seiner Eigenschaft als Fan des FC Bayern München. Das hat Vorteile, weil man so viele Siege und Titel feiert. Aber man verpasst auf diese Weise das Gefühl, das alle Anhänger von Borussia Mönchengladbach am Sonntag in vollen Zügen genießen durften: das Gefühl ungläubiger, sprachloser Begeisterung über einen grandiosen Sensationssieg gegen einen haushohen Favoriten.
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Borussia brilliert in Leverkusen |
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Geschrieben von Christoph Clausen
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Sonntag, 29 August 2010 |
Mit 6:3 triumphierte Borussia Mönchengladbach im Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen, in einer phasenweise begeisternden Partie voller Großchancen und spektakulärer Tore. Nach verhaltenem Beginn sorgte der Leverkusener Vidal ungewollt für Belebung, als er an der Außenlinie den Ball gegen den energisch einsteigenden Mo Idrissou vertändelte. Dessen Hereingabe konnte der junge Patrick Herrmann zur Gladbacher Führung verwerten. Nachdem Bradley kurz darauf die Chance zum zweiten Tor verpasst hatte, brachte Derdiyok per Kopf die favorisierten Hausherren zurück in die Partie. Zehn Minuten später hätte Kießling um ein Haar die Führung erzielt. Allein die Querlatte verwehrte seinem phantastischen Kopfball von der Strafraumgrenze den Weg ins Tor.
Dann aber nahmen die Gladbacher das Heft in die Hand. Nachdem Arango kurz zuvor schon das Außennetz getroffen hatte, erarbeiteten die Gäste sich um die 40. Minute gleich drei Großchancen in Folge. Zunächst scheiterten Bradley und Reus zwar am jeweils stark reagierenden Adler. Dann aber konnte der Leverkusener Keeper einen Distanzschuss von Thorben Marx nicht festhalten. Wie in der letzten Saison achtmal, war auch diesmal Innenverteidiger Roel Brouwers zur Stelle und schob den Ball zur erneuten Gladbacher Führung ins Netz. Kurz vor der Pause erhöhten die Borussen gar auf 3:1. Obwohl im Strafraum gefoult, widerstand Arango der Versuchung sich fallen zu lassen. Über Idrissou gelangte der Ball zu Herrmann, der mit einem herrlichen Außenristschuss seinen zweiten Treffer an diesem Tag markierte.
Wer nach der turbulenten Schlussphase nun eine Beruhigung erwartet hatte, sah sich getäuscht. Die Gäste schalteten nach Ballgewinn weiterhin gedankenschnell um und spielten beherzt nach vorne. Nach 56 Minuten erhöhte Juan Arangos durch einen wundervoll ins Eck gezirkelten Freistoß aus fast dreißig Metern auf 4:1. Da die Leverkusener trotz des deutlichen Rückstandes nie aufsteckten und die Borussia immer wieder ihre Konterchance suchten, entwickelte sich in der Folge ein für die Zuschauer hoch attraktives Spiel mit zahlreichen Großchancen und je zwei weiteren Toren auf beiden Seiten.
Zunächst verwandelte Vidal einen durch Marx an ihm selbst versuchten Foulelfmeter zum 2:4. Beinahe im direkten Gegenzug stellte Idrissou den alten Abstand wieder her, nachdem Adler einen Volleyschuss Arangos mit starker Parade abgeklatscht hatte. Reus mit ansehnlichem Schuss in den Winkel und Kießling nach einer unglücklichen Aktion Logan Baillys sorgen schließlich für den Endstand. Mit dem 6:3 war die vorher viel zitierte schwarze Serie der Borussen in Leverkusen nach über sechzehn Jahren gebrochen – und dies in einer Weise, die der Partie ihren Platz im Album der großen Spiele der Borussenhistorie sichern wird.
Bayer Leverkusen: Adler – Castro, Reinartz, Hypiä, Kadlec – Ballack (63. Bender), Vidal (72. Balitsch) – Renato Augusto, Barnetta (63. Jörgensen) – Kießling, Derdiyok.
Borussia Mönchengladbach: Bailly – Levels, Brouwers, Dante, Daems – Marx, Bradley – Herrmann (80. Schachten), Arango (75. Bobadilla) – Reus (85. Neustädter), Idrissou.
Tore: 0:1 Herrmann (20.), 1:1 Derdiyok (24.), 1:2 Brouwers (40.), 1:3 Herrmann (44.), 1:4 Arango (56.), 2:4 Vidal (58.), 2:5 Idrissou (60.), 2:6 Reus (69.), 3:6 Kießling (71.).
Gelbe Karten: Castro – Marx.
Zuschauer: 30.000 Schiedsrichter: Stark (Ergolding) |
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Geschrieben von Christian Heimanns
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Donnerstag, 26 August 2010 |
Es gibt sie noch, die Fußballfans mit systembedingten Aversionen gegen Bayer 04 Leverkusen. Wenn über einen solchen gesprochen wird, wissen die Zuhörer direkt, dass es sich nicht gerade um einen Heranwachsenden handeln kann, diese Neigung bzw. Abneigung gehört zu einer älteren Generation. Das Hoffenheim der früheren Jahre, die gesponsorte Werkself, die Industrie im Fußball, das was viele Fans so leidenschaftlich ablehnen, alles das hat Leverkusen über die Jahre hinweg so langsam im Profifußball etabliert. Und sich selber. Wenn Borussia am Sonntag in der Chemikantensiedlung antritt, werden viele Leute im Stadion und so einige auf dem Rasen sein, die eine Bundesliga ohne Bayer Leverkusen nie erlebt haben.
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Der nächste Schritt - wohin? |
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Geschrieben von Christian Spoo
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Montag, 23 August 2010 |
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Nach dem 1:1 gegen den 1.FC Nürnberg musste man lange Gesichter rund um den Borussia-Park nicht lange suchen. Bei den Zuschauern überwog nach der Punkteteilung zum Saisonauftakt die Enttäuschung. In den Wochen davor hatte sich ein verhaltener, aber deutlich zu spürender Optimismus breit gemacht. Niemand erwartete lautstark große Sprünge, aber mehr als, das, was das Team da am Samstag auf dem Platz zeigte, hatten die meisten doch erwartet. Aber warum?
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Punkteteilung zum Auftakt |
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Geschrieben von Christian Spoo
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Samstag, 21 August 2010 |
Im ersten Spiel der neuen Saison ist Borussia nicht über ein 1:1 gegen den 1.FC Nürnberg hinausgekommen.
Die Gäste aus Franken setzten die Gladbacher in der ersten Halbzeit für viele Zuschauer überraschend stark unter Druck. Das Führungstor durch Hegeler war fast zwangsläufig die Folge. Gladbachs Abwehr stand Pate, ließ Juri Judt unbedrängt Flanken und den langen Hegeler unbedrängt einköpfen. Borussia war deutlich geschockt und benötigte einige Zeit, um ihrerseits Druck aufbauen zu können. Ein schöner Pass von Reus auf Idrissou leitete nach einer guten halben Stunde den Ausgleich ein. Der Neuzugang aus Kamerun konnte sich im Strafraum energisch gegen zwei Gegenspieler durchsetzen und den Ball am Nürnberger Torwart Raphael Schäfer vorbei ins Netz bugsieren. Direkt im Anschluss hätte Filip Daems sogar die Führung erzielen können, eine starke Aktion mit Schuss aus recht spitzem Winkel konnte Schäfer aber entschärfen.
In der zweiten Halbzeit passierte lange Zeit nichts. Erst als Bobadilla für den völlig enttäuschenden Karim Matmour kam, entwickelte Borussia wieder Gefahr. Mehrfach wurden die Angriffe allerdings vom kleinlich pfeifenden Schiedsrichter Gagelmann unterbunden. Ein verunglückter Kopfball von Marx im Mittelfeld führte dann zur einzigen Nürnberger Chance im zweiten Durchgang. Die allerdings fällt in die Kategorie 100%ige. Logan Bailly konnte den Ball des alleine vor ihm aufgetauchten Schieber mit dem Fuß abwehren. Mit der Einwechslung von Patrick Herrmann für den arg lethargisch wirkenden Juan Arango bekam die Borussen-Offensive gegen Ende der Partie noch einmal "Feuer". Herrmann selbst hätte mit einem tollen Weitschuss beinahe noch das Siegtor erzielt.
Am Ende reichte es nur zu einem Punkt - angesichts der Chancenverteilung muss man aus Borussensicht wohl von zwei verlorenen Zählern sprechen, wenngleich der 1.FC Nürnberg deutlich besser agierte, als vor der Partie allseits erwartet. Bestnoten bei den Gästen verdienten sich Ekici und Gündogan, bei Borussia überzeugte Dante mit gewohnter Souveränität in der Abwehr, der fleißige Bradley und Idrissou, der sich durch Einsatzfreude auch nach hinten auszeichnete und das vor dem Spiel "versprochene" Tor erzielte.
Statistik:
Borussia: Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Daems - Marx, Bradley - Reus, Arango (82. Herrmann) - Matmour (65. Bobadilla) - Idrissou
Nürnberg: Schäfer - Judt,Nilsson, Wolf, Pinola (68. Bieler) - Simons, Hegeler - Ekici (73. Eigler), Gündogan, Bunjaku (87. Frantz) - Schieber
Tore: 0:1 Hegeler (15. Min.), 1:1 Idrissou (31. Min.)
Zuschauer: 42 202
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Die Herrschaft des Fegefeuers |
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Geschrieben von Thomas Häcki
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Freitag, 20 August 2010 |
„Europa-Pokal“ hallt es laut durch die Berliner S-Bahn. Unmöglich, dies zu ignorieren. Rot, schwarz und weiß dominieren den Ort und wo man hinhört, liegt ein fränkischer Dialekt in der Luft. Menschen, die offensichtlich eher auf dem Weg in die Oper sind, starren teils fasziniert, teils amüsiert auf eine begeisterte Menschenmasse, die grade singend die S-Bahn geentert hat. Nach 35 Jahren war endlich wieder die Chance auf einen Titel da und der Wille, sie zu nutzen, war förmlich greifbar. Schwaben durften in diesem Szenario allenfalls Statisten sein. Und spielten es schließlich auch. In einem der besten Pokalendspiele der letzten 25 Jahre sicherte sich der 1. FC Nürnberg 2007 den DFB-Pokal. An diesem Abend schien den Franken die Zukunft offen zu stehen. Kaum einer, der diese begeisterte Atmosphäre miterlebt hatte, hätte sich den jähen Absturz vorstellen können, der für die Franken zwölf Monate später mit dem Abstieg endete.
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Der große Borussencheck 2010/11 |
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Geschrieben von www.seitenwahl.de
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Mittwoch, 18 August 2010 |
Jedem Saisonanfang wohnt ein Zauber inne. Vorfreude auf das Wiedersehen mit dem veränderten Team und, für Stadiongänger, natürlich auf all die anderen, mit denen man den gleichen Virus teilt, mit denen man Freuden und Leiden des kommenden Jahres durchstehen wird, mischt sich mit der Erwartung fußballerischer Darbietungen und der Spannung auf die Ergebnisse. Das alles vermischt sich zu einem angenehmen Kribbeln, wie vor einer Achterbahnfahrt, die turbulent und unterhaltsam zu werden verspricht, aber nicht echt gefährlich.
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