Zeit der Gefühle
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Manchmal zumindest. Zum Beispiel, wenn man am vergangenen Samstag als Borussen-Fan erst eine Viertelstunde nach Anpfiff seinen Platz einnahm. Da führte die Heimmannschaft nach einem verrückten Spielbeginn bereits 3:1 gegen den Meister und Champions-League-Finalisten aus München. Da hatte der Gladbacher Anhang bereits gejubelt, weil aus Frankfurt die Kunde der Wolfsburger 2:0-Führung kam. Nur noch zwei Tore trennte die Borussia von der EuroLeague. Das Wunder schien plötzlich in Reichweite zu sein. Das es hierzu nicht kam, hatte verschiedene Gründe. Zum einen gaben sich die Bayern nicht mit der Rolle des Schlachtopfers zufrieden und zeigten in der Folge, angetrieben von einem überragenden Ribery, warum der Meister derzeit das Non-plus-Ultra des europäischen Vereinsfußballs ist. Zum anderen offenbarten die Gladbacher zu viele Schwächen im Defensivverhalten und ließen in der Folge auch im Zweikampfverhalten den letzten Biss vermissen. Und zu guter Letzt bissen sich auch die Frankfurter zurück in die Partie und beseitigten mit ihrem Ausgleich die letzten Zweifel an der Qualifikation für das internationale Geschäft. Doch für ein paar Minuten war das Gefühl der Hoffnung da und ließ den Mönchengladbacher Anhang träumen.
Auswertung Borussen-Umfrage 2012/13 - Frage 1
Welcher Spieler, der bereits in der vorigen Saison 2011/12 bei Borussia unter Vertrag stand, wird die größte positive Überraschung?
Die Bundesliga-Saison ist beendet. Da ist es an der Zeit abzugleichen, wie zielsicher Borussias Fans vor Saisonbeginn in der Borussen-Umfrage die Leistung ihrer Mannschaft vorhergesehen haben. Heute erfahrt Ihr, wer nach Meinung der 427 teilnehmenden Fans die positivste Überraschung hätte werden sollen.
Bildergalerie zum Spiel gegen die Bayern
Im Bereich "Galerie" gibt es auf der neugestalteten Seitenwahl regelmäßig Bilder unseres Fotografen Volkhard Patten. Die aktuellen Bilder vom Spiel gegen den FC Bayern finden sich in der "Galerie Borussia Mönchengladbach - FC Bayern".
10 historische Minuten reichen nicht
Das Wunder vom Borussia-Park ist erwartungsgemäß ausgeblieben. Höchst unerwartet aber war die erste Viertelstunde der Partie gegen den deutschen Meister aus München, als Borussia die vermeintlich Unbesiegbaren überrollte und zwischenzeitlich „nur noch“ 3 Tore vom europäischen Traum entfernt war. Zum ersten Mal in seiner Bundesligageschichte kassierte der FC Bayern drei Gegentore in den ersten 10 Minuten einer Partie. Martin Stranzl, Mike Hanke und Havard Nordtveit hießen die umjubelten Torschützen, die einen historischen Tag einzuläuten schienen.
Zum Abschluss nochmal mit Gefühl
Wer will diese Mannschaft stoppen? Diese Frage bewegte Fußball-Deutschland vor fast genau einem Jahr. Nein, nicht die erfolgsverwöhnten Bayern waren gemeint. Der forsche Herausforderer aus Dortmund hatte den Rekordmeister grade eindrucksvoll in die Schranken gewiesen und ihn als Sahnehäubchen im Pokalfinale regelrecht vorgeführt. Kein Rezept schienen die Münchener gegen das schnelle Kombinationsspiel der Westfalen zu haben und sogar das böse Wort „Wachablösung“ machte bereits die Runde. Zwölf Monate später haben die Bayern eine eindrucksvolle Antwort gegeben. 88 Punkte. 28 Siege in 33 Spielen bei nur einer Niederlage. Ein Torverhältnis von 94:15. Seit 24 Spielen in der Bundesliga ungeschlagen, davon 15 Siege in der Rückrunde bei nur einem Unentschieden in Dortmund. Von 48 möglichen Auswärtspunkten wurden 44 geholt, dort ist man sogar seit dem 11. April 2012 ungeschlagen. Zudem steht man sowohl im Pokal-, als auch im Champions-League-Finale. Noch nie hat eine Mannschaft derart den deutschen Fußball dominiert. Man muss die Bayern nicht mögen, aber man kommt angesichts dieser Zahlen nicht umher, Respekt zu zollen.


