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Aktuell bedient Borussia Mönchengladbach die Pessimisten und Optimisten unter ihren Anhängern gleichermaßen. Optimisten werden nach dem Sieg in Fürth auf einen beachtlichen achten Tabellenplatz verweisen und auf die Moral der Mannschaft, die binnen weniger Tage zweimal auswärts nach Rückstand zurückgekommen ist. Pessimisten werden bemängeln, dass die einst so abwehrstarke Mannschaft schon wieder zwei Gegentore kassiert hat und erst nach dem – zumindest fragwürdigen – Platzverweis für Fürths Kleine ins Spiel fand. Und beide Seiten haben Recht.

In den ersten zehn Minuten wurde die Borussendefensive von furios startenden Fürthern gehörig durcheinander geschüttelt. Prib hätte schon in der 3. Minute um ein Haar die Führung für die Hausherren erzielt. Die Borussen hätten sich auch nicht beschweren können, wenn Kleines Aktion gegen den durchstartenden Herrmann nur mit gelb geahndet worden wäre. Pribs 2:1 kurz vor der Pause war ein Déjá-vu des 1:2 gegen Dynamo Kiew. Wieder hatten die Borussen zu unbesorgt auf den Führungstreffer gedrängt, um nach einem schlampigen Ballverlust ausgekontert zu werden. Und kurz vor Schluss der Partie wären die Borussen beinahe dafür bestraft worden, dass sie zuvor ihre Konterchancen nicht besser ausgespielt hatten.

 

Dem gegenüber stehen die Positiva: Über weite Strecken gestaltete die Borussia die Partie überlegen, zeigte sich im Mittelfeld ballsicher und in der Defensive gefestigt. Sie spielte die numerische Überlegenheit ab der 12. Minute klug aus, indem sie Ball und Gegner laufen ließ. Das Offensivspiel war deutlich variabler als in den Partien, in denen alles von der Tagesform Juan Arangos abhing. Statt des sichtlich überspielten Venezuelaners sorgte diesmal Oscar Wendt auf der linken Außenbahn immer wieder für Dynamik und war einer von vier verschiedenen Torschützen. Patrick Herrmann kommt in der neuen Rolle als Zentralstürmer immer besser zurecht, Mike Hanke war gut ins Kombinationsspiel eingebunden. Die Mannschaft lernte während des Spiels aus ihren Fehlern: So naiv wie beim 1:2 präsentierte sich das Team von Lucien Favre in der zweiten Hälfte nie mehr.

 

Allerhand Fortschritte also. Auf unerfreulich hohem Niveau stagniert dagegen ein anderer Wert: Fast zwei Gegentore pro Partie kassierte die Borussia in den ersten elf Partien. Auch in Fürth luden die Gladbacher den Gegner nur selten zum Toreschießen ein, aber wenn, dann mit weit geöffneten Armen. Nicht nur Pribs 1:2 fällt in diese Kategorie, auch Wendts ungestüme Grätsche gegen Asamoah am rechten Strafraumeck war eine Dummheit. Es ist ein großer Fortschritt, dass die Gladbacher nach einem Rückstand nicht mehr in sich zusammenfallen, wie sie es in Dortmund und Bremen taten. Es ist ein noch größerer Fortschritt, dass sie solche Spiele sogar in Siege verwandeln kann, wie in Hannover und Fürth. Der nächste Schritt wäre, seltener überhaupt in Notlagen dieser Art zu geraten. 


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