Warnung
  • JUser: :_load: Fehler beim Laden des Benutzers mit der ID: 76

17 Spiele ohne Niederlage. Man muss sich diese Zahl immer wieder vor Augen führen, um zu verstehen, wie überragend die Saison bislang für die Fohlenelf verlaufen ist. Der Uralt-Rekord aus dem Jahr 1970 kann am Donnerstag (19 Uhr, live nur bei Sky) endgültig ausgelöscht werden. In Spiel Nr. 18 müssen die Gladbacher Fußballgötter dafür aber Apollon, den griechischen Gott des Lichts, in die Schranken weisen. Ein Gott, der vor 2 Wochen noch ziemlich viel Schatten offenbart hatte (siehe unseren ausführlichen Vorbericht zum Hinspiel).

Das 5:0 wird Lucien Favre ganz bestimmt nicht in Versuchung führen, das Spiel in Nikosia auf die leichte Schulter zu nehmen. Es wird schwer, das ist klar. Einerseits ist Limassol in dieser Saison für ihre fehlende Konstanz bekannt, so dass sie sich in dieser Woche schon wieder ganz anders präsentieren können. Zum anderen sei erinnert an Saison-Spiel 2. Noch ehe der FK Sarajevo im Rückspiel mit 7:0 aus dem Borussia-Park gebombt wurde, tat sich die Favre-Elf auswärts sehr schwer, den unterklassigen Gegner mit 3:2 zu besiegen. Limassol ist stärker einzuschätzen als die Bosnier und könnte eine ähnlich nachlässige Leistung bitter bestrafen.

In der momentanen Situation mag sich niemand eine Niederlage in gerade diesem Spiel vorstellen können. Genau dies birgt aber die größte Gefahr. Oftmals endet eine Serie genau in dem Moment, in dem die wenigsten damit rechnen. Selten war die Gefahr eines unterschwelligen Unterschätzens so groß. Sollte der unerwartete Gau eintreten, so würde Borussia wieder auf den 3. Gruppenrang zurückfallen und das Ziel des Überwinterns im Europapokal ernsthaft in Gefahr bringen. Von daher werden Überlegungen, eine B-Elf ins Rennen zu schicken und die Partie im Vorbeigehen zu bestreiten, bei Lucien Favre auf keinen fruchtbaren Boden fallen.

Die übliche Rotation wird es aber in jedem Fall wieder geben und könnte ggf. noch etwas stärker ausfallen als in den vergangenen Wochen. Dies hängt nicht unwesentlich davon ab, wie fit sich die leicht angeschlagenen Spieler in den nächsten Tagen präsentieren. Eine Überlegung wert wäre es, Martin Stranzl zum ersten Mal in dieser Saison nicht in die Startformation zu berufen, da er gegen Hoffenheim in der Schlussphase mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte. Seine Auswechselung sei aber nur eine Vorsichtsmaßnahme gewesen, weshalb einem Einsatz am Donnerstag nichts im Wege steht. Anders sieht es bei Max Kruse aus, der ebenso wie Granit Xhaka den Flug auf die Mittelmeerinsel gar nicht erst angetreten hat.

Branimir Hrgota ist ein logischer Kandidat, ihn in der Startformation zu ersetzen. Auf den offensiven Außenbahnen dürften Traoré und Hazard einmal mehr ihre Chance erhalten. Die beiden harmonieren inzwischen ähnlich stark wie es Hahn und Herrmann zumeist an den Wochenenden tun. Ein mutiger Schritt wäre es, Mo Dahoud im defensiven Mittelfeld sein Startelfdebüt zu gönnen. Wenn nicht jetzt, wann dann, möchte man fragen. Zuletzt machte es aber nicht den Anschein, als wolle Favre den Youngster jetzt bereits ins kalte Wasser schmeißen.

Sein Debüt bei Apollon gab im Hinspiel Trainer Ioan Andone. Seitdem hatte er zwei weitere Liga-Spiele zu verantworten, die gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel souverän bestritten wurden. Weder das 3:0 gegen Ethnikos Achnas noch das 3:1 beim Letzten Doxa Katokopias trägt aber viel zu einer Standortbestimmung des Gegners bei. Mit 18 Punkten aus 8 Spielen hat man den 2. Tabellenplatz gefestigt, ohne die 4 Punkte Rückstand auf den souveränen Spitzenreiter APOEL Nikosia verkürzen zu können. Auf Platz 3 lauert Omonia Nikosia, die am Montag nächster Liga-Gegner sein werden. Auf dieses Spitzenspiel legt Andone größeres Augenmerk als auf die für ihn zweitrangige Europa League. Gut vorstellbar daher, dass wie schon im Hinspiel der eine oder andere Stammspieler geschont wird. Damals waren es Camel Meriem (defensives Mittelfeld) und Joao Paulo Andrade (Innenverteidigung), die dem Spiel im Falle eines Einsatzes mehr Kompaktheit und Struktur verleihen könnten.

Ein Gewinner des Trainerwechsels ist der 20jährige Serbe Luka Stojanovic, der im defensiven Mittelfeld zuletzt den verletzten Rachid Hamdani ordentlich ersetzt hat. Der Marokkaner ist inzwischen wieder fit, dürfte aber Schwierigkeiten haben, seinen Stammplatz zurückzuerobern. Ebenfalls gesetzt ist mittlerweile der Holländer Dustley Mulder, der schon in Gladbach als Rechtsverteidiger mehr schlecht als recht verteidigte und Zyperns Jungnationalspieler Stylianou auf die Bank verdrängt hat. Verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stehen am Donnerstag der Rumäne Grigore sowie der Spanier Marcos Gullon, die sich beide im Hinspiel verletzten. Gerade Gullon ist ein großer Verlust, galt er vormals noch als Schlüsselspieler im zentralen Mittelfeld. Wieder einsatzfähig ist der offensive Linksverteidiger Bertrand Robert, der zuletzt durch den defensivstärkeren Giorgos Vasiliou vertreten wurde.

Im Sturm wählte Andone zuletzt aus drei Alternativen. Neben dem konterstarken Tschechen Rezek sind dies der Brasilianer Thuram sowie der torgefährliche Spanier Hugo Lopez, der Oscar Wendt die Vorlage zum 1:0 ermöglichte. Thuram und Lopez können beide auch auf den offensiven Außenbahnen eingesetzt werden, agierten in der Liga zuletzt aber an vorderster Front.

Als Spielsystem hat der rumänische Trainer ein 4-4-2 mit zwei echten Stürmern lieb gewonnen. Im Hinspiel ging dies gewaltig in die Hose, als er gleich 4 nominelle Spitzen aufbot und damit ins offene Borussen-Messer lief. Man kann davon ausgehen, dass der Rumäne aus diesem Fehler gelernt hat. Es gilt aber weiterhin, was schon in unserem Vorbericht vor dem Hinspiel postuliert wurde: Die Zyprer haben ihre Stärken vornehmlich in der Offensive und es dürfte ihnen schwer fallen, in so kurzer Zeit eine defensive Kompaktheit einzustudieren, die mit dem vorhandenen Personal ohnehin nur schwer umgesetzt werden kann.

Limassol: Vale – Mulder, Merkis, Paulo, Vasiliou – Papoulis, Meriem, Stojanovic, Sangoy – Lopez, Rezek

Borussia: Sommer – Korb, Jantschke, Stranzl, Wendt – Traoré, Kramer, Nordtveit, Hazard – Raffael, Hrgota

SEITENWAHL-Tipps

Michael Heinen: „An einem normalen Tag sollte Borussia mit den zweitklassigen Zyprern keine größeren Probleme bekommen. Deren relativ offensive Spielweise und ihre defensiven Schwächen passen genau ins Beuteschema von Lucien Favres optimal eingestellter Mannschaft. Bringt diese die richtige Einstellung auf den Platz, sollte einer Verlängerung der Serie nichts im Wege stehen. Borussia siegt 3:1.“

Christoph Clausen: „"Das Angebot an originellen Souvenirs hält sich engen Grenzen" schreibt die Süddeutsche Zeitung über Zypern und empfiehlt handgemalte Ikonen, zypriotischen Sherry oder Hohlsaumstickereien. Borussia nimmt lieber ein ungefährdetes 3:0 im Handgepäck mit nach Hause.“

Christian Heimanns: „Borussia gewinnt ohne übermäßige Anstrengung mit 2:0 und kann dann endlich ans nächste Spiel denken.“

Christian Spoo: „So einfach wie im Hinspiel wird es nicht. Dennoch meistert Borussia die Hürde Limassol und stellt dank eines 2:1-Sieges einen neuen Rekord in Sachen "ungeschlagene Pflichtspiele" auf.“

Thomas Häcki: „Herzlichen Glückwunsch. Die Borussia wird 18 und feiert dies mit einem 2:1-Erfolg.“


Folge uns auf Twitter