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Michael Frontzeck hat einen neuen Arbeitgeber. Der Vorgänger von Lucien Favre bei Borussia erhält beim FC St. Pauli einen Vertrag bis 2014. Der 48-jährige Frontzeck soll am Samstag auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden und am kommenden Montag das erste Training leiten. Im Freitagsspiel gegen Union Berlin werden noch Frontzecks künftige Co-Trainer Thomas Meggle, Timo Schultz und Mathias Hain die Verantwortung tragen. Sportdirektor Rachid Azzouzi begründete dieses Vorgehen auf der offiziellen Homepage des Vereins mit dem Wunsch nach einem „sauberen Einstieg“, zumal man in nur zwei Trainingseinheiten ohnehin „nichts bewegen“ könne.

 

Wegen der Länderspielpause am Wochenende darauf wird Frontzeck auf diese Weise zwei Wochen Zeit bis zum ersten Pflichtspiel seiner neuen Mannschaft haben. St. Pauli wird dann nach Paderborn reisen. Die Braun-Weißen, die in der letzten Spielzeit den Aufstieg nur um Haaresbreite verpassten, sind enttäuschend in die neue Zweitligasaison gestartet und liegen aktuell nur ein Tor vor dem Relegationsplatz. Nach einer Heimniederlage gegen den VfR Aalen trennte sich der Verein von Trainer André Schubert. Auch im ersten Spiel unter Interimscoach Meggle aber präsentierten sich die Kiezkicker beim 0:3 in Regensburg desolat. In der Offensive trauern die Paulianer vor allem dem nach Freiburg abgewanderten Max Kruse hinterher, der in der letzten Spielzeit 13 Tore erzielte und 7 vorbereitete. Zudem zeigt die in der letzten Saison so stabile Defensive nach den Abgängen von Rothenbach (Bochum), Sobiech (Fürth), Zambrano (Frankfurt), Morena (Sandhausen) und Volz (1860 München) aktuell noch große Schwächen.

 

Mit Frontzeck verpflichteten die Hamburger nun ein Gladbacher Urgestein. Sein Vater Friedhelm gewann mit der Borussia 1960 den DFB-Pokal und damit den ersten nationalen Titel der Gladbacher. Michal Frontzeck kam in der Jugend zur Borussia, schaffte es bereits mit 18 Jahren in den Profikader und avancierte zwei Jahre später zum Stammspieler. 1989 wechselte er zum VfB Stuttgart, mit dem er die erste Meisterschaft im wiedervereinigten Deutschland erringen konnte. Nach einer Zwischenstation in Bochum kehrte er kurz nach Gladbach zurück, um anschließend in Manchester und Freiburg zu spielen. Seine Profikarriere beendete Frontzeck aber dort, wo er sie begonnen hatte: in Mönchengladbach. Insgesamt kam der Linksverteidiger auf 436 Bundesligaspiele (davon 213 für die Borussia) und 54 Zweitligaeinsätze (davon 25 für die Borussia). Das Nationaltrikot streifte er 19-mal über und wurde 1992 Vize-Europameister.

 

In Gladbach gelang Michael Frontzeck der Einstieg in die Trainerlaufbahn. Als Assistent Hans Meyers hatte er seinen Teil am Wiederaufstieg 2001. Nach einer weiteren Co-Trainertätigkeit in Hannover trug Frontzeck bei Alemannia Aachen erstmals Verantwortung als Cheftrainer. Nach einem Engagement in Bielefeld kehrte Frontzeck im Juni 2009 zur Borussia zurück. In seiner ersten Saison gelang frühzeitig und unerwartet ungefährdet das Saisonziel Klassenerhalt. In der Spielzeit 2011/12 aber fand Frontzeck keine Mittel, um die maßgeblich auch durch zahlreiche Verletzungen geschwächte Defensive zu stabilisieren. Der Verein hielt damals trotz heftiger Kritik lange an seinem Übungsleiter fest. Nach zwei Niederlagen gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf aber entschied man sich im Februar 2011 doch zu einem Neubeginn. Unter Nachfolger Lucien Favre gelang der Borussia der damals kaum mehr für möglich gehaltene Klassenerhalt. Pikanterie am Rande: Frontzecks letztes Spiel als Gladbacher Trainer fand im Stadion seines neuen Arbeitsgebers statt.


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